Apple hat am Mittwoch die nächste Version seines Tabletrechners iPad vorgestellt. Der Konzern dominiert den Weltmarkt für diese Geräte, 62 Prozent aller 2011 verkauften Tablets wurden von ihm geliefert. Analysten glauben , dass Apple diesen Marktanteil 2012 auf bis zu 70 Prozent steigern kann.



Konzernchef Tim Cook glaubt das wahrscheinlich auch. Bei der Vorstellung der nächsten Generation sagte er, die Welt befände sich in der Post-PC-Ära, der Zeit also des Übergangs weg von den Home-Computern hin zu mobilen Geräten. Und das "poster-child", das Vorzeigekind dieser Ära, sei eben Apples Tablet.



Bislang wurden die Produktvorstellungen des Unternehmens von den anwesenden Technikmedien nahezu ausnahmslos wie Gottesdienste gefeiert. In diesem Jahr jedoch schienen einige von der Werbeshow nicht mehr ganz so begeistert.

 Das Technikblog Gizmodo beispielsweise schrieb in seinem Liveblog auch genervte Sätze wie diese: " Blah blah blah, everybody loves the iPad. We got it Tim. "



Die technischen Werte des vorgestellten Gerätes wurden jedoch durchgehend positiv bewertet.



Da ist zuerst der Bildschirm. Dessen Auflösung ist erheblich höher als beim Vorgänger und bei allen Konkurrenten. Er habe insgesamt 3,1 Millionen Pixel mit einer Auflösung von 2048 mal 1536 Pixeln, hieß es bei der Vorstellung. Das seien, wie Technikchef Phil Schiller sagte, 264 Pixel pro Inch. Und es ist eine Verdoppelung im Vergleich zum iPad 2.



Um die dafür notwendige Rechenleistung aufzubringen, wird ein neuer Chip verbaut. Apple nennt ihn A5X. Er vereint zwei Rechenkerne, nicht vier, wie zuvor von Beobachtern vermutet. Allerdings enthält er eine Vier-Kern-Architektur für die Verarbeitung von Grafikdaten. Nach Angaben von Apple ist er damit bei der Grafikleistung doppelt so schnell wie der Vorgänger A5 aus dem iPad 2. Weitere Spezifikationen wurden allerdings nicht genannt.



Genauso wenig übrigens wie ein Name für das Gerät. Während der mehr als einstündigen Vorstellung war stets nur vom "neuen iPad" die Rede. Gerüchte, es würde entweder iPad 3 oder iPad HD heißen, bestätigten sich somit nicht.



Hotspot für bis zu fünf Geräte

Richtig geraten hatten allerdings jene, die prophezeiten, es werde den neuen Mobilfunkstandard LTE unterstützen, den die Konkurrenz schon eine Weile in Mobilgeräten anbietet . Neben den bisherigen Standards funkt es nun auch mit HSPA+ und eben LTE und damit um ein Vielfaches schneller als bislang. Mit LTE erreicht das Gerät laut den Angaben eine Downloadrate von 73 Megabit pro Sekunde.



Diese Leistung kann es nun auch mit anderen teilen. Wenn der Mobilfunkprovider es zulässt – was die meisten sich teuer bezahlen lassen –, kann das iPad als Hotspot dienen, somit bis zu fünf anderen Geräten eine Verbindung ins Netz bieten.



Neu sind auch eine Kamera, die Bilder mit einer Auflösung von fünf Megapixeln aufnimmt und die Möglichkeit, Videos zu drehen, die dem High-Definition-Standard entsprechen und somit in der vertikalen Auflösung 1.080 Linien bieten. Die Kamera besitzt außerdem eine Gesichtserkennung und einen automatischen Bildstabilisator, um Wackler auszugleichen.



Die Speicherkapazität der Batterie soll trotz der gestiegenen Leistung die gleiche Arbeitszeit wie beim Vorgängermodell gewährleisten. Apple gibt sie mit zehn Stunden an, bei Nutzung einer Mobilfunkverbindung sollen es neun sein.



Entsprechend der bisherigen Praxis wird das iPad zum gleichen Preis verkauft wie das bisherige Modell. Ohne Zugang zum Mobilfunknetz soll es je nach Speichergröße 499 bis 699 Dollar kosten. Mit 4G-Modul verlangt das Unternehmen 629 bis 829 Dollar. Ebenfalls wie üblich wird das iPad 2 noch eine Zeit lang parallel weiter verkauft, für mindestens 399 Dollar.



Am Anfang der Präsentation sagte Firmenchef Cook, dass man ursprünglich gedacht habe, die Menschen würden mit dem iPad surfen und Mails schreiben. Das sei auch tatsächlich der Fall, doch würden es viele auch bevorzugen, um E-Books zu lesen und um Spiele darauf zu spielen, wie Untersuchungen gezeigt hätten. 

Vor allem auf die letzten beiden Zielgruppen scheint man sich nun stärker zu konzentrieren. Der extrem scharfe Bildschirm taugt vor allem zum Lesen und samt dem schnellen Grafikchip für die Darstellung von Games. Nicht ohne Stolz wies man auch darauf hin, dass das Gerät eine bessere Bildschirmauflösung und mehr Arbeitsspeicher habe als Spielkonsolen wie die aktuelle Xbox 360 von Microsoft oder die PS3 von Sony .



Verkaufsstart des neuen Spielzeugs ist in mehreren Ländern, darunter Deutschland, der 16. März.