Amazon : Kindle Touch ist Weiterentwicklung, keine Revolution

Wischen und Schieben geht nun auch auf Amazons Kindle. Er überzeugt aber vor allem mit bekannten Stärken. Und damit, dass der Download via Mobilfunk nichts extra kostet.
Amazon-Gründer Jeff Bezos stellt den Kindle Touch vor. © EMMANUEL DUNAND/AFP/Getty Images

Amazon hat den Kindle auf den Stand der Technik gebracht. Zum ersten Mal hat ein E-Book-Reader des Onlinehändlers einen Touchscreen. Rund fünf Monate nach der Markteinführung des Kindle Touch in den USA kommt der E-Book-Reader für 129 bis 189 Euro nach Deutschland. Und er verspricht – im Vergleich zum Kindle Keyboard mit Tastatur und dem 99-Euro-Kindle – eine komfortablere Bedienung. Sonst bleibt Amazon konservativ und vertraut auf die bekannten Stärken.

Bisher wurden die Kindle über haptische Tasten gesteuert, beim Kindle Touch funktioniert alles über einen Tipp- oder Wischgesten auf dem Bildschirm. Unterhalb des sechs Zoll großen elektronischen E-Ink-Displays befindet sich lediglich eine Taste, mit der das Startmenü aufgerufen wird.

Nach dem Einschalten erscheint das bekannte und weiter spartanisch gehaltene Kindle-Menü. In einer Liste werden die vorhandenen E-Books, das Benutzerhandbuch sowie vorinstallierte Wörterbücher angezeigt. Mit einem Klick am oberen rechten Bildschirmrand wird das Menü aufgerufen. Im Anschluss können beispielsweise neue E-Book-Sammlungen angelegt, Einstellungen für das heimische WLAN vorgenommen oder Zusatzfunktionen angewählt werden.

PDFs werden mühelos dargestellt

Der neue Kindle verfügt über einen MP3-Player, mit dem auch während des Lesens Musik gehört werden kann. Zudem ist ein Webbrowser integriert. Wirklich Spaß aber macht das Surfen vor allem wegen der langen Ladezeiten nicht. Außerdem eignen sich nur textlastige Internetseiten wie Wikipedia , Online-Zeitungen oder Blogs für die Darstellung auf dem Schwarz-Weiß-Display.

Und selbst wer sich für die 189 Euro teure Version mit WLAN- und 3G-Anschluss entschieden hat – ohne 3G kostet er 129 Euro – kann nur in der Nähe eines WLAN-Hotspots unbegrenzt im Internet surfen. Über das Handynetz (3G) kann lediglich auf die Amazon-Seite und den hauseigenen E-Book-Store zugegriffen werden. Denn die SIM-Karte stellt Amazon, sie ist fest installiert und lässt sich nicht entfernen. Dafür aber ist das Kaufen digitaler Literatur via Handynetz wie schon beim Vorgängermodell, dem Kindle Keyboard, nicht mit weiteren Kosten verbunden. Die Verbindungsgebühren übernimmt Amazon.

Leider kann der Kindle immer noch nicht das weit verbreitete und offene E-Book-Format ePub verarbeiten. Sämtliche verfügbaren Titel im Amazon Store liegen im hauseigenen AZW-Format vor, können mit der Leseapp aber auch auf anderen Plattformen wie PC, Tablet und Smartphone gelesen werden.

Dafür versteht sich der Touch gut mit PDF-Dateien. Die laden flüssig und können mit Fingergesten auf dem Schirm stufenlos vergrößert werden.

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Kommentare

12 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Zeitungsabos mit dem kindle

Schade, dass gerade die ZEIT nicht auf ihr hauseigenes Angebot im Kindle-Store hinweist. Ein großer Vorteil des kindles ist das ZEIT-Abo für einen sehr günstigen Preis. So kann ich die neueste Ausgabe bequem in den öffentlichen Verkehrsmitteln lesen ohne beim Umblättern andere Fahrgäste aufgrund der ausholenden Bewegungen oder dem dauernden Rascheln zu belästigen.
Ein gravierenden Nachteil hat der kindle jedoch (noch) auch: Man wird laufend darauf angesprochen - allerdings nur von technikaffinen Männern mittleren Alters.

Sony Reader

Der Reader von Sony hat leider einen beleuchteten Hintergrund, so dass dies (wie auch bei normalen Computern) zu Augenschmerzen führen kann. Der Vorteil von Kindle ist die speziell konzipierte "electronic INK" Technologie, die den Text in einer speziellen Form ausgibt, so dass man das Gefühl hat eine Zeitschrift zu lesen. Wenn es jedoch ein Reader mit einem beleuchteten Hintergrund sein soll, der auch Farbe wiedergeben soll, dann wurde ich den Kindle Fire empfehlen. Den gibt es z.Z. nur in den USA fuer 199 US$. Dafuer kann das Gerät deutlich mehr.

Gefällt mir nicht

diese Neigung, immer die Marktführer zu empfehlen. Die meisten aktuellen eReader verwenden die gleiche Darstellungstechnik und sind dem Kindle überlegen, weil sie wesentlich mehr Dateiformate unterstützen. Der Kindle ist so gesehen nur ein Gerät zum Einkaufen bei Amazon iwe das Kindle Fire. Ich würde ihn nehmen, für sagen wir zehn Euro. Ansonsten ist der Kobo besser.