FotocommunityFacebook kauft mit Instagram nicht nur einen Konkurrenten

Zwar ist die Größe der Fotosammlung von Facebook unerreicht, doch Instagram ist dort stark, wo Facebook noch Nachholbedarf hat: im mobilen Netz.

Facebook in Instagram-Optik

Facebook in Instagram-Optik

Kurz vor dem geplanten Börsengang hat Facebook das kleine Unternehmen Instagram für eine Milliarde US-Dollar gekauft und damit die gesamte Branche überrascht.

Facebook hat aber gute Gründe für die Übernahme: Die App des Foto-Dienstes Instagram ist so populär wie nie. Smartphone-Besitzer benutzen sie, um Schnappschüsse mit Retro-Effekten zu versehen und bei Facebook und Twitter hochzuladen. 30 Millionen Nutzer hatte das Mini-Unternehmen schon gesammelt, noch bevor es Anfang April endlich auch eine Android-Version der App gab. Bis dahin war Instagram den Besitzern eines iPhones vorbehalten. Nun wächst die Nutzerzahl rasant weiter. Allein am Tag, an dem die Android-Version veröffentlicht wurde, kamen eine Million Nutzer hinzu.

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Dass Facebook einen potenziell gefährlichen Konkurrenten aufkauft, ist also sicher ein Aspekt, der zu der spektakulären Übernahme führte. Als Erklärung reicht das aber nicht aus. Instagram wächst zwar schnell, ist mit seinem engen Fokus auf Fotos aber keine vollwertige Alternative zu Facebook. Der Dienst, gerade einmal zwei Jahre alt und von einem Dutzend Mitarbeiter betrieben, ist eher als Ergänzung zu anderen Plattformen konzipiert. Und Facebook selbst ist bereits eine gigantische Foto-Sammlung: Laut Börsenprospekt laden die Mitglieder im Schnitt 250 Millionen Bilder bei Facebook hoch – pro Tag.

Aber "Instagram hat, was sich Facebook sehnlich wünscht: eine leidenschaftliche Community" sagt Branchenkenner Om Malik von Gigaom. Diese Community ist zudem zahlungskräftig, sonst könnte sie sich kein Smartphone leisten. Zahlungskräftig wiederum bedeutet: attraktiv für Werbetreibende.

Da die Kunden von Facebook nicht etwa seine Mitglieder, sondern seine Werbepartner sind, ist das Unternehmen darauf angewiesen, attraktive Werbeplätze zu finden. Gerade der Mobilmarkt verspricht hier Milliarden-Einnahmen. Doch Facebooks eigene Bemühungen im Mobilbereich sind "allenfalls mittelmäßig", findet Malik. "Facebook ist kein Mobile-First-Unternehmen. Seine interne Ideologie ist die eines Desktop-orientierten Unternehmens." Der Kauf von Instagram könnte das ändern.

Leserkommentare
    • bugme
    • 10.04.2012 um 11:53 Uhr

    Was ist toll daran, irrelevante Fotos in schlechter Smartphonequalität von irgendwas zu machen, dann pseudo-hippe Effekte drüberlaufen zu lassen, die individuell wirken sollen, aber in Wirklichkeit nur die mangelnde Qualität der Fotos kaschieren?

    Gibt es wirklich Menschen, die es schaffen, sich dabei "kreativ" zu fühlen? Ein weiteres Mysterium des Web 2.0...

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Botschaft eines Einsenders ist nicht im Inhalt eines Fotos zu finden, die Botschaft ist "ich habe ein Bild geschickt".

    Das ist mit den Unmengen völlig irrelevanten Textes das Gleiche: "Ich habe einen Text geschickt". Mehr sagt das Zeug nicht aus.

    Ein paar Leute mögen soziale Netzwerke sicherlich sinnvoll nutzen, nach meinem Gefühl sind es aber eben nur ein paar. Der ganze Rest macht irgendwas mit Internet.

    Moderne Smartphones haben mindestens eine 5 Megapixel Kamera, oft mehr. Hier von schlechter Qualität zu sprechen ist schlichtweg falsch, zumal Instagram Fotos zum größten Teil ebenfalls auf Smartphones betrachtet werden.

    Dazu kommt, dass viele der hochgeladenen Fotos vorher in der Tat irrelevant und auch langweilig aussehen - durch die simplen Effekte werden sie jedoch oft sehr ansehnlich.

    Sie sind kein Fotograf, oder? Ein guter Fotograf benötigt ein gutes Auge, nicht zwangsweise eine gute Kamera. Eine gute Kamera ist nur nettes Beiwerk, aber nicht nötig. Mit einem guten Auge, Kreativität und einem Talent für Motivaufbau/Bildkomposition kann man auch mit einem Mobiltelefon tolle Fotos zaubern.
    Nochmal: Der Fotograf wird nicht besser, wenn er eine bessere Kamera kauft. Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.
    Die Filter tun das Ihre. Ich habe schon hervorragende Sachen auf Instagram gesehen, es tummeln sich dort eine Menge sehr kreativer und begabter Menschen. Natürlich sind auch viel 'Knipser' dabei, die vom ästhetischen Standpunkt betrachtet nur Belangloses produzieren, aber es gibt auch Rentner mit zuviel Geld, die sich eine Nikon D4 mit den teuersten Objektiven kaufen und damit auch nichts anderes produzieren.

    Um fotografische Qualität kann es ja bei diesen quadratischen Miniaturbildchen mit nur 612 Pixeln Kantenlänge und nostalgischen anmutenden, pseudocoolen x-mal gesehenen Retrofiltern (Stichwort: Crossentwicklung) nicht gehen. Das haben andere (kostenlose) Bildbearbeitungsprogramme schon vor Jahren hingekriegt. Dafür würde sogar eine 1 MP-Kamera ausreichen. Man wollte einzig und allein die Nutzerdaten komplettieren und wissen, was so fotografiert wird und wahrscheinlich wurde, denn ein Grossteil der Leute, die Instagram benutzen, haben doch sowieso schon einen Facebook-Account.

    Nachdem ich gestern von SPON zu diesem Thema interviewt wurde, habe ich noch einmal ein paar Worte darüber geschrieben, was für mich den Reiz an instagr.am ausmacht:

    http://boschblog.de/2012/...

    Die Botschaft eines Einsenders ist nicht im Inhalt eines Fotos zu finden, die Botschaft ist "ich habe ein Bild geschickt".

    Das ist mit den Unmengen völlig irrelevanten Textes das Gleiche: "Ich habe einen Text geschickt". Mehr sagt das Zeug nicht aus.

    Ein paar Leute mögen soziale Netzwerke sicherlich sinnvoll nutzen, nach meinem Gefühl sind es aber eben nur ein paar. Der ganze Rest macht irgendwas mit Internet.

    Moderne Smartphones haben mindestens eine 5 Megapixel Kamera, oft mehr. Hier von schlechter Qualität zu sprechen ist schlichtweg falsch, zumal Instagram Fotos zum größten Teil ebenfalls auf Smartphones betrachtet werden.

    Dazu kommt, dass viele der hochgeladenen Fotos vorher in der Tat irrelevant und auch langweilig aussehen - durch die simplen Effekte werden sie jedoch oft sehr ansehnlich.

    Sie sind kein Fotograf, oder? Ein guter Fotograf benötigt ein gutes Auge, nicht zwangsweise eine gute Kamera. Eine gute Kamera ist nur nettes Beiwerk, aber nicht nötig. Mit einem guten Auge, Kreativität und einem Talent für Motivaufbau/Bildkomposition kann man auch mit einem Mobiltelefon tolle Fotos zaubern.
    Nochmal: Der Fotograf wird nicht besser, wenn er eine bessere Kamera kauft. Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.
    Die Filter tun das Ihre. Ich habe schon hervorragende Sachen auf Instagram gesehen, es tummeln sich dort eine Menge sehr kreativer und begabter Menschen. Natürlich sind auch viel 'Knipser' dabei, die vom ästhetischen Standpunkt betrachtet nur Belangloses produzieren, aber es gibt auch Rentner mit zuviel Geld, die sich eine Nikon D4 mit den teuersten Objektiven kaufen und damit auch nichts anderes produzieren.

    Um fotografische Qualität kann es ja bei diesen quadratischen Miniaturbildchen mit nur 612 Pixeln Kantenlänge und nostalgischen anmutenden, pseudocoolen x-mal gesehenen Retrofiltern (Stichwort: Crossentwicklung) nicht gehen. Das haben andere (kostenlose) Bildbearbeitungsprogramme schon vor Jahren hingekriegt. Dafür würde sogar eine 1 MP-Kamera ausreichen. Man wollte einzig und allein die Nutzerdaten komplettieren und wissen, was so fotografiert wird und wahrscheinlich wurde, denn ein Grossteil der Leute, die Instagram benutzen, haben doch sowieso schon einen Facebook-Account.

    Nachdem ich gestern von SPON zu diesem Thema interviewt wurde, habe ich noch einmal ein paar Worte darüber geschrieben, was für mich den Reiz an instagr.am ausmacht:

    http://boschblog.de/2012/...

  1. 2. @bugme

    Die Botschaft eines Einsenders ist nicht im Inhalt eines Fotos zu finden, die Botschaft ist "ich habe ein Bild geschickt".

    Das ist mit den Unmengen völlig irrelevanten Textes das Gleiche: "Ich habe einen Text geschickt". Mehr sagt das Zeug nicht aus.

    Ein paar Leute mögen soziale Netzwerke sicherlich sinnvoll nutzen, nach meinem Gefühl sind es aber eben nur ein paar. Der ganze Rest macht irgendwas mit Internet.

    Eine Leserempfehlung
  2. Es ist wohl kaum zu übersehen, dass in diesem Fall Geld beiseite geschafft wurde, ohne es vorher zu besitzen. Aber dieses Geflecht vorher zu entschlüsseln ist unmöglich und auch nicht gefragt. Konzentrieren wir uns lieber darauf, wie dies in Zukunft wieder passiert. Börsengänge laufen in der Regel nie korrekt ab. da werden noch einige Seltsamkeiten passieren. Man muss sie nur lesen können. Der Vorteil ist immer auf einer Seite und nur zufällig auch beim Ehrlichen. Das musste mal gesagt werden...

    2 Leserempfehlungen
    • thedaT
    • 10.04.2012 um 12:59 Uhr

    G+ hat mehr Nutzerzuwachs/Monat wie FB je hatte, da müssen die Google und G+ Features wohl schnell gekauft werden;)

  3. "Das musste mal gesagt werden"

    Womit Sie sich eingehandelt haben, vom Staate Cyberworld zur persona non grata erklärt worden zu sein. Das bedeutet faktisch ein Internet-Einreiseverbot für Sie, ziehen Sie bitte sofort den Netzwerk-Stecker.

    Aber Ulk beiseite, mit "Geld" meinen Sie und ich das Selbe, es handelt sich um die bedruckten, bunten Schnipsel aus dem Monopoly-Karton?

    Ich kann diese virtuellen Giga-Geschäfte bald nur noch mit irrem Kichern verfolgen, ehrlich...

    • ben_
    • 10.04.2012 um 15:15 Uhr

    Ich arbeite ja selber in der Branche, aber trotzdem (oder gerade deswegen): Das ist flasch. Es ist falsch, dass ein Unternehmen mit 12 Mitarbeitern Eine Milliarde Dollar wert ist. Das ist falsch und ich fange jetzt nicht an umzurechnen, was man mit dem Geld machen könnte.

    Oder vielleicht doch. Eine Zahl zum Vergleich. Die Ölkatastropge im Gold von Mexico hat BP 20 Milliarden gekostet.

    1 Golf von Mexiko = 20 Instagrams

    Geld!
    Krank.

    2 Leserempfehlungen
  4. Moderne Smartphones haben mindestens eine 5 Megapixel Kamera, oft mehr. Hier von schlechter Qualität zu sprechen ist schlichtweg falsch, zumal Instagram Fotos zum größten Teil ebenfalls auf Smartphones betrachtet werden.

    Dazu kommt, dass viele der hochgeladenen Fotos vorher in der Tat irrelevant und auch langweilig aussehen - durch die simplen Effekte werden sie jedoch oft sehr ansehnlich.

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    • bugme
    • 10.04.2012 um 22:35 Uhr

    Die Qualität einer Kamera misst sich nicht in Megapixeln.

    Und zu den Effekten: Wie soll ein kreatives Werk entstehen, wenn jeder die gleichen Effekte benutzt? Schlussendlich ist es halt doch Stangenware.

    • bugme
    • 10.04.2012 um 22:35 Uhr

    Die Qualität einer Kamera misst sich nicht in Megapixeln.

    Und zu den Effekten: Wie soll ein kreatives Werk entstehen, wenn jeder die gleichen Effekte benutzt? Schlussendlich ist es halt doch Stangenware.

  5. Sie sind kein Fotograf, oder? Ein guter Fotograf benötigt ein gutes Auge, nicht zwangsweise eine gute Kamera. Eine gute Kamera ist nur nettes Beiwerk, aber nicht nötig. Mit einem guten Auge, Kreativität und einem Talent für Motivaufbau/Bildkomposition kann man auch mit einem Mobiltelefon tolle Fotos zaubern.
    Nochmal: Der Fotograf wird nicht besser, wenn er eine bessere Kamera kauft. Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.
    Die Filter tun das Ihre. Ich habe schon hervorragende Sachen auf Instagram gesehen, es tummeln sich dort eine Menge sehr kreativer und begabter Menschen. Natürlich sind auch viel 'Knipser' dabei, die vom ästhetischen Standpunkt betrachtet nur Belangloses produzieren, aber es gibt auch Rentner mit zuviel Geld, die sich eine Nikon D4 mit den teuersten Objektiven kaufen und damit auch nichts anderes produzieren.

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    • bugme
    • 10.04.2012 um 22:44 Uhr

    >Sie sind kein Fotograf, oder?

    Doch.

    Natürlich braucht man nicht für alles eine Profikamera, aber z.B. Kontrolle über die Blende sollte man schon haben.

    Und die Bildqualität von Smartphones ist einfach miserabel. Klar, man kann dann einen Hipstereffekt von der Stange drüberlaufen lassen, um das zu kaschieren, aber wem macht man damit etwas vor?

    Generell bin ich der Auffassung, dass wer solche Effekte einsetzt, nicht mehr wirklich Fotografie betreibt. Bei Fotografie geht es immer noch darum, die Schönheit der Wirklichkeit festzuhalten (und diese damit manchmal erst freizulegen), nicht darum, irgendwas dazu zu erfinden.

    Wenn man, um dieses Ziel zu erreichen, dann "tricksen" muss, z.B. indem man, um eine ganz bestimmte Lichtstimmung festhalten zu können, nachher in Camera Raw noch etwas rumspielen muss, dann ist das okay, solange es darum geht, diesen Aspekt der Wirklichkeit, den die Kamera nicht darstellen konnte, zu reproduzieren. Sobald der Effekt zum Selbstzweck wird, ist es aber keine Fotografie mehr.

    Uns besonders abwegig finde ich es, den Einsatz von Effekten als kreativen Akt zu bezeichnen, wenn man den Effekt nicht einmal selbst erschaffen hat (mit Bildbearbeitungssoftware), sondern ihn aus einer Galerie von Fertigeffekten entnommen hat.

    • bugme
    • 10.04.2012 um 22:44 Uhr

    >Sie sind kein Fotograf, oder?

    Doch.

    Natürlich braucht man nicht für alles eine Profikamera, aber z.B. Kontrolle über die Blende sollte man schon haben.

    Und die Bildqualität von Smartphones ist einfach miserabel. Klar, man kann dann einen Hipstereffekt von der Stange drüberlaufen lassen, um das zu kaschieren, aber wem macht man damit etwas vor?

    Generell bin ich der Auffassung, dass wer solche Effekte einsetzt, nicht mehr wirklich Fotografie betreibt. Bei Fotografie geht es immer noch darum, die Schönheit der Wirklichkeit festzuhalten (und diese damit manchmal erst freizulegen), nicht darum, irgendwas dazu zu erfinden.

    Wenn man, um dieses Ziel zu erreichen, dann "tricksen" muss, z.B. indem man, um eine ganz bestimmte Lichtstimmung festhalten zu können, nachher in Camera Raw noch etwas rumspielen muss, dann ist das okay, solange es darum geht, diesen Aspekt der Wirklichkeit, den die Kamera nicht darstellen konnte, zu reproduzieren. Sobald der Effekt zum Selbstzweck wird, ist es aber keine Fotografie mehr.

    Uns besonders abwegig finde ich es, den Einsatz von Effekten als kreativen Akt zu bezeichnen, wenn man den Effekt nicht einmal selbst erschaffen hat (mit Bildbearbeitungssoftware), sondern ihn aus einer Galerie von Fertigeffekten entnommen hat.

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