Ein Prototyp von Googles Augmented-Reality-Brille © Google

Es gibt sie also wirklich, die Datenbrille von Google . Genauer gesagt: Es wird sie geben. Irgendwann. Der Konzern hat am Mittwoch auf Google+ bekannt gegeben , an einem "Project Glass" zu arbeiten. Bereits Anfang Februar hatten die New York Times und das Blog 9to5google.com Details über die Google-Brille veröffentlicht. Einige davon, stellt sich nun heraus, waren nicht ganz korrekt.

Die offiziellen Informationen sind bislang allerdings spärlich. Google will nach eigenen Angaben zunächst Meinungen und Anregungen zum Projekt einholen. Dafür wurden einige Fotos von Prototypen veröffentlicht, sowie ein Video, das andeutet , was die Augmented-Reality-Brille eines Tages können soll.

Dieses Video hat immerhin einige echte Wow-Effekte: Es zeigt den Tag eines Google-Brillenträgers aus dessen Perspektive – und welche Art von Informationen das kleine Display vor seinen Augen einblendet, ohne dass der Blick für die Welt verloren geht: Nach dem Aufstehen sieht er seine Termine, bei einem Blick aus dem Fenster die Wettervorhersage. Auf der Straße bekommt er aktuelle Verkehrsinformationen, außerdem dient die Brille selbstverständlich auch als Navigationsgerät.

Konzerndienste wie Google+ und Latitude sind in der Realität, die das Video zeigt, in die Brille integriert. Gleichzeitig ist sie nicht nur ein sogenanntes Head-up-Display , sondern auch eine Kamera, ein MP3-Player und ein videofähiges Mobiltelefon. Eine solche Brille wäre die Evolution der Smartphones und würde sie weitgehend überflüssig machen.

Viele dieser Funktionen hatten schon die New York Times und 9to5google.com angekündigt. Das Äußere der Brille aber entspricht nicht der Beschreibung aus den früheren Berichten. Jedenfalls sehen die Prototypen, die Google zeigt, keineswegs wie eine Oakley-Sonnenbrille aus, sondern wie ein Brillenrahmen ohne Gläser, dafür aber mit einer Verdickung am rechten Auge, die das Display enthält. Laut Nick Bilton von der New York Times testet Google aber "Dutzende andere Formen und Varianten, von denen einige sogar auf normale Brillen aufgesetzt werden können".

Das Interessanteste am Posting auf Google+ sind die Namen der drei Unterzeichner: Barbak Parviz ist nach Angaben von Wired.com ein Spezialist unter anderem für Bio-Nanotechnologie. Er hat bereits eine Kontaktlinse mit eingebauter Elektronik entwickelt, die ebenfalls wie eine Art Display funktionieren soll. Nun mutmaßen bereits einige, Googles Brille sei nur ein Zwischenschritt, das Ziel seien Kontaktlinsen mit Bildschirmfunktionen. Dass sich solche unter anderem nicht mit den Plänen für ein integriertes Smartphone vereinen lassen dürfte, stört dabei offenbar niemanden.