Taxi-AppsDas Taxi als Mitfahrzentrale

Die App MyTaxi gibt es schon länger, doch das Modell Taxiruf ist längst nicht ausgereizt. In München können Kunden sich via App auch ein Taxi teilen und so sparen. von dpa

Ein Taxi per Telefon zu rufen, war gestern. Heute geht das auch wortlos, mit einer App auf dem Smartphone. 

Als die Bestell-App MyTaxi vor drei Jahren ans Netz ging, sahen die klassischen Funkzentralen ihr Geschäft bedroht . Denn sie leben vom Geld der Taxifahrer, die ihnen etwa in Berlin rund 100 Euro pro Monat für die Fahrgastvermittlung zahlen. Bei MyTaxi (für Apple und Android , Blackberry ist in Arbeit) zahlt der Fahrer pro gebuchter Tour 79 Cent. Manch einer verzichtet seitdem sogar auf die Dienste der Funkzentralen. Rund 8.000 Fahrer in etwa 30 deutschen Städten nutzen laut Betreiberfirma Intelligent Apps mittlerweile das Programm, das dem Kunden auf einer Karte freie Wagen in seiner Umgebung anzeigt und den Kontakt direkt herstellt.

Anzeige

Die rund eine Million Nutzer, die die kostenlose Anwendung auf ihrem Mobiltelefon installiert haben, können damit mittlerweile auch in Wien , Zürich und Barcelona Taxis rufen.

Doch die Funkzentralen konterten. Seit vergangenem Herbst sind sie mit einem eigenen Portal auf dem Markt. Mit taxi.eu ( Apple und Android ) lassen sich nach Betreiberangaben sogar in 60 Städten Europas Taxis rufen. Insgesamt 40.000 Wagen seien über das System erreichbar. Die Anfragen werden an die jeweiligen Taxizentralen übermittelt. Auf inzwischen 900.000 Telefonen ist der Dienst demnach installiert.

"Lage hat sich beruhigt"

In Städten ohne automatische Bestellmöglichkeit wird der Smartphone-Kunde direkt mit der nächsten regionalen Taxizentrale verbunden. "Wir nehmen das traditionelle Taxigewerbe mit und verbinden deren Qualitätsstrukturen mit den neuen digitalen Möglichkeiten", erklärt der Geschäftsführer von Taxi Pay, Hermann Waldner, dessen Unternehmen zusammen mit einem Wiener Softwareunternehmen die Betreibergesellschaft von taxi.eu gründete.

Der Taxiverband Deutschland betrachtet die Internetkonkurrenz mittlerweile recht gelassen. "Am Anfang waren viele entsetzt, aber nach dem ersten Hype hat sich die Lage beruhigt", sagt Vorstandsvorsitzender Matthias Schmidt. Die Apps seien nur ein weiterer Bestellpool. Es gebe derzeit nur wenig Taxiunternehmen, die ausschließlich auf die digitalen Systeme setzten. Das rechne sich oft noch nicht.

Nach Verbandsschätzungen gibt es deutschlandweit etwa 36.000 Taxiunternehmen mit etwa 180.000 Fahrern. Die wirtschaftliche Situation der Betriebe sei dabei ganz unterschiedlich. Insgesamt sei das Auftragsvolumen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen, gleichzeitig würden aber auch die Kapazitäten steigen.

Leserkommentare
  1. obwohl ich zugegebenermaßen nie Taxi fahre.
    Öffentliche Verkehrsmittel sind immer noch günstiger.

  2. flinc gepaart mit einer ordentlichen Steuererhöhung auf fossile Brennstoffe :-)))

  3. Ich nutze mytaxi (als Fahrgast) häufig in Berlin und München und bin begeistert - die Taxifahrer berichteten ebenso positiv von dieser App, weiter so!

    Viele Funktionen überzeugen, so etwa:
    - Fünf-Sterne Taxis ordern
    - Kartenfunktion
    - gute Anfahrtszeitschätzung

    • timmmy
    • 25. April 2012 19:13 Uhr

    Hab die Apps vergleicht und taxi.eu hat besser funktioniert, über mytaxi ging garnichts. lol

  4. Jetzt fehlt nur noch die App, die einem sagt, wer wohin fährt, damit man gar keine Taxis mehr braucht, sondern nur noch in das nächste Auto hüpft, das in die gewünschte Richtung fährt. Mit einer Bezahlfunktion würden alle profitieren: Fahrer, Mitfahrer, und die Umwelt. Oder gibts das schon?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    heißt diese App.

  5. 6. flinc

    heißt diese App.

    Antwort auf "MFG App?"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Android | Apple | App | Bahnhof | Blackberry | Euro
Service