Am Donnerstagabend hat Facebook begonnen , für seine Nutzer ein neues Spielzeug bereitzustellen. Es heißt Camera und ist ein Werkzeug, um Fotos zu bearbeiten und mit anderen zu teilen. Das ist insofern erstaunlich, als Mark Zuckerberg gerade erst eine Milliarde Dollar geboten hat , um ein Werkzeug zum Fotos machen und teilen zu kaufen – Instagram.

Camera ist derzeit nur im amerikanischen App Store zugänglich. Wie üblich dauerst es einige Tage bis Wochen, bis das Programm in anderen Regionen zur Verfügung steht. Außerdem läuft die App im Moment nur auf Apple-Geräten, wann eine Androidversion kommt, sagte Facebook nicht.

Wird Camera installiert, verhält sich das Programm auf dem iPhone wie eine eigenständige App. Sie wird nicht in Facebook integriert, sondern bekommt einen eigenen blauen Knopf auf dem Bildschirm des Gerätes.

Die Funktionen von Camera sind denen der erfolgreichen Plattform Instagram recht ähnlich. Bilder können beschnitten und durch verschiedene Filter verfremdet werden. Im Unterschied zu Instagram aber lassen sich damit viele Fotos gleichzeitig hochladen und verteilen. Das alles ist deutlich besser gelöst als die bisherige Fotofunktion von Facebook.

Entwickler gekauft, nicht deren Produkt

Doch genau solche Funktionen waren gerade Gegenstand eines enorm teuren Deals. Für Geld und Facebookaktien im Gesamtwert von einer Milliarde Dollar hat Zuckerberg vor etwas mehr als einem Monat das Start-up Instagram gekauft .

Für das Produkt selbst scheint man sich in Palo Alto jedoch nicht sonderlich zu interessieren, wie der Start der eigenen Foto-App nun zeigt. Der Schwerpunkt des Kaufs lag demnach wohl nicht darauf, das eigene Angebot durch ein beliebtes und funktionierendes Produkt zu ergänzen. Der Schwerpunkt lag auf den Entwicklern.

Beim IT-Blog netzwertig stand vor Kurzem ein Text zum Thema , Zitat: "Weil der Markt für Programmierer und Startup-Koryphäen leergefegt ist, sehen die führenden Web- und IT-Firmen wie Google , Facebook oder Twitter ihren einzigen Ausweg darin, blutjunge Start-ups aufzukaufen – nicht, weil sie das Produkt so toll finden, sondern einfach, um auf diese Weise talentierte Entwickler ins Boot zu holen. Nicht selten werden die übernommenen Dienste anschließend dicht gemacht, um die Entwicklerressourcen des Teams anderweitig nutzen zu können."