TestDas derzeit beste Smartphone heißt Samsung Galaxy S III

Riesiges Display, Vierkern-Prozessor, innovative Funktionen: Das Galaxy S III von Samsung ist ein echter Kraftprotz. Im Test zeigt das Smartphone nur eine Schwachstelle. von Lutz Herkner

Das Samsung Galaxy S III hat eine Acht-Megapixel-Kamera sowie einen NFC-Funkchip für mobile Bezahldienste.

Das Samsung Galaxy S III hat eine Acht-Megapixel-Kamera sowie einen NFC-Funkchip für mobile Bezahldienste.  |  © Samsung / dpa

Schon vor dem Start ist Samsungs neues Spitzen-Smartphone so begehrt wie sonst nur ein neues iPhone: Der Netzbetreiber E-Plus öffnete an diesem Dienstag in Berlin sogar schon kurz nach Mitternacht die Pforten seines Base-Camps, um das Samsung Galaxy S III zu verkaufen. Das Android-Referenzmodell weckt hohe Erwartungen – und erfüllt sie.

Die größte Stärke des S III ist der riesige, helle Touchscreen mit einer Diagonale von 12,2 Zentimetern (4,8 Zoll). Damit hat das Galaxy S III den derzeit zweitgrößten Bildschirm am Markt; üppiger fällt nur noch das Galaxy Note mit 5,3-Zoll-Display aus, das aber beinahe schon als Tablet gilt. Dank 720 mal 1.280 Bildpunkten sitzen selbige sehr dicht aneinander, 145 Pixel kommen pro Quadratmillimeter zusammen. Fotos, Videos und Schriften werden dadurch enorm scharf.

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Dank Super-AMOLED-Technologie sind die Kontraste grandios, Farben strahlen brillant – teilweise sogar etwas unnatürlich, aber das dürfte den meisten eher gefallen. Und weil die Pixel selbst leuchten anstatt wie bei klassischen LCD-Mattscheiben von hinten illuminiert zu werden, lässt sich der Monitor des S III auch im Freien relativ ordentlich ablesen. Die kratzfeste Gorillaglas-Beschichtung spiegelt allerdings, wie bei allen Touchscreen-Handys, ziemlich stark. Das muss man ebenso hinnehmen wie die zwangsläufig auftretenden Fingerspuren.

Erfreulicherweise erteilt Samsung einigen derzeitigen Trends eine klare Absage. So ist der enorm starke Akku nicht fest eingebaut wie bei vielen aktuellen Mobiltelefonen, der Nutzer kann ihn also bei Bedarf selbst auswechseln.

Ferner findet sich unter dem Plastikrücken ein Einschubschacht für Micro-SD-Karten – auch dies stellt leider keine Selbstverständlichkeit mehr dar. Chips mit Kapazitäten von bis zu 64 Gigabyte werden unterstützt – doppelt so viel wie üblich. Solch mächtige Datenablagen brauchen moderne Smartphones auch, schießt doch das S III Fotos mit acht Megapixel und Videos in Full HD, also mit 1.920 mal 1.080 Bildpunkten. Da fallen pro Foto und Videosekunde drei bis vier Megabyte an, allein eine Stunde Bewegtbild schlägt also mit stolzen sieben bis acht Gigabyte zu Buche, von Musik, Dokumenten, E-Mails und Apps ganz zu schweigen. Auch das Betriebssystem Android 4.0 benötigt reichlich Platz, weshalb ab Werk gerade mal noch elf des 16 Gigabyte fassenden, internen Gedächtnisses frei verfügbar sind.

Das angekündigte Modell mit 32 Gigabyte lässt noch auf sich warten, und ob die 64-Gigabyte-Variante jemals nach Deutschland kommt, steht noch in den Sternen.

Dafür besitzt das neue Galaxy einen Vierkern-Prozessor. Bisher waren die in Deutschland erhältlichen Smartphones maximal mit einem Dual-Core-Rechner ausgerüstet, einzig das HTC One X hat bereits vier Kerne. Bei Samsung soll der Quad-Chip aufgrund neuer Produktionstechniken und einer intelligenten Steuerung der einzelnen Kerne sogar bis zu 20 Prozent weniger Energie benötigen als der Vorgänger, der unter anderem im Galaxy S II verbaut wurde. Mehr Rechenkraft kommt zwar primär grafisch aufwändigen Spielen zugute, doch auch im Multitaskingbetrieb laufen drei, vier oder mehr Anwendungen gleichzeitig geschmeidiger.

Im Gegensatz zum HTC One X überzeugt der Prozessor des S III auch in einigen Details. So zeigt es etwa Videoclips in der Übersicht nicht als statische Bilder, sondern in Form einer zehnsekündigen Vorschau an. Beeindruckend auch die Möglichkeit, ein laufendes Video zu miniaturisieren: Das Fensterchen kann dann beliebig auf dem Bildschirm verschoben werden, während andere Anwendungen wie Browser, Nachrichten oder Reader im Hintergrund genutzt werden.

Das S III ist mit 133 statt 116 Gramm deutlich schwerer als sein Vorgänger. Dafür bietet es GPS, WLAN n, NFC, WiFi-Direct, Bluetooth 4.0 und superschnelles Internet mit bis zu 21 Megabit pro Sekunde. Mehr geht derzeit eigentlich nicht – bis auf den Mobilfunkstandard LTE , den Samsung in Deutschland nicht unterstützt.

Erstmals hat das Unternehmen sein Augenmerk auch auf die einfache und komfortable Bedienung gelegt. Zu diesem Zweck verknüpfen die Entwickler vorhandene Module wie Kamera, Kompass oder Bewegungssensor miteinander. So wird beispielsweise ein Kontakt angerufen, einfach indem man beim Betrachten des entsprechenden Telefonbucheintrags das Gerät ans Ohr hebt. Oder die Frontkamera registriert, ob der Nutzer noch das Display betrachtet: Falls ja, wird die zeitgesteuerte Abschaltung deaktiviert. Folglich wird der Bildschirm niemals dunkel, während man eine Website liest.

Ab 580 Euro ohne Vertrag

Einzig die deutsche Sprachsteuerung patzt: Nur selten versteht S Voice, was der Anwender sagt. Da kann eine Frage wie "Wo liegt Sierra Leone ?" auch schon mal bewirken, dass ein Song von Tina Turner abgespielt wird. In diesem Punkt – und einzig in diesem – behält das iPhone 4S mit seiner Sprachsteuerung Siri die Nase vorn. Eine zügige Verbesserung ist aber durchaus möglich, denn die Spracherkennung erfolgt auf den Servern von Samsung, nicht im Handy. Die Android-Sprachwahl immerhin funktioniert prima.

Fazit: Die Sprachsteuerung ist der Schwachpunkt vom Samsung Galaxy S III. Die Kunststoffhülle dürfte zudem nicht jedermanns Geschmack sein, zumal die Straßenpreise ab 580 Euro ohne Vertrag recht happig ausfallen. Trotzdem ist das S III das mit Abstand beste Smartphone derzeit, sowohl bei der Ausstattung als auch in der Handhabung.

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Leserkommentare
    • oh.stv
    • 29. Mai 2012 21:11 Uhr
  1. Also nur für meine Musik mit 64 GB. Das ist sehr gut.
    Nun habe ich seit Beginn des Jahres auch ein IPhone4S und bin mehr als enttäuscht : Schwache Batterieleistung und schwache Sendungsleistung, also schlechte Antenne. Ich bin absolut unzufrieden. Als Handy werde ich mir sowas nicht mehr zulegen.
    Meistens telefoniere ich nur noch mit dem Nokia-Musikexpress.

  2. Also objektive Testberichte schreiben ist eine Sache. Dieser Artikel lässt mich wieder zweifeln an der Objektivität. Aber das war noch nie die Stärke der ZEIT. Bitte andere bewerten lassen und mal Smartphone -Smartphone sein lassen.
    Setzt lieber auf eure Stärken, auf das Nachrichten publizieren.

    Danke, ein treuer ZEIT-Leser! ;)

    via ZEIT ONLINE plus App

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    Das Publizieren von Nachrichten ist schon sehr lange keine Stärke der Zeit mehr. Mehr als die Hälfte der Online-Ausgabe (und fast die Hälfte der Printausgabe) bestehen aus Meinungsäußerung von Leuten, die selten eine Ahnung von dem haben, was sie gerade kommentieren.

  3. 44. [...]

    Aufgrund eines Doppelpostings entfernt. Die Redaktion/kvk

  4. 45. [...]

    Aufgrund eines Doppelpostings entfernt. Die Redaktion/kvk

  5. 46. [...]

    Aufgrund eines Doppelpostings entfernt. Die Redaktion/kvk

  6. "Es gibt keinen vernünftigen Grund warum Akku fest und SD-Karte erst gar nicht vorhanden sein muss!"

    Doch den gibt es. Wenn man die Teile selbst niemals austauschen würde. Ist ein bisschen wie mit dem Schnellspanner für ein Autorad. Das braucht auch kaum jemand. Im beschriebenen Beispiel ist - so schreibt der Autor - bei dem Gerät kaum mehr interner Speicher frei. Das bedeutet, dass ich dann Kernanwendungen teilweise auf der SD Karte vorhalten muss, oder zumindest deren Daten. Typische Kandidaten sind da Navigationssysteme oder Kartendaten, weil ich bitte kein Navi will, bei dem ich unbedingt online sein muss. Diese SD Karte will ich nicht aus dem Gerät nehmen. Mal ganz abgesehen davon, dass ich, wenn ich schon eine Speicherkarte flexibel nutzen will auch erwarten würde, dass man die bequem auswechseln kann. Beim Akku sehe ich durchaus, dass es sinnvoll ist, eine exotischere Bauform zu nutzen, wenn ich dafür mehr Leistung bekomme oder auch eine bessere Wärmeabfuhr erreichen kann. Auch ist es ja ein bisschen bizarr, dass ich für mein Telefon zwar einen Akku nachkaufen kann, aber schon sechs Monate nach dem Kauf des absoluten Premiumprodukts kein aktuelles Betriebssystem oder auch nur ein Bugfix vom Hersteller bekomme.

  7. Die offensichtlichen Apple-User beschweren sich über das Auflisten von technischen Spezifikationen - von denen sie aber nicht genug bekommen könnten, wäre das SIII ein neues iPhone.

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