KartendiensteGoogles Vorwärtsverteidigung gegen Apple

Google Maps wird mit 3-D-Ansichten und herunterladbaren Karten ausgebaut. Denn es gibt Konkurrenz. Apple bietet künftig eigene Karten, basierend auf Open Street Map. von 

Google Earth für Mobilgeräte soll in den nächsten Monaten um 3D-Bilder von Metropolregionen ergänzt werden.

Google Earth für Mobilgeräte soll in den nächsten Monaten um 3D-Bilder von Metropolregionen ergänzt werden.  |  © Screenshot ZEIT ONLINE

In der kommenden Woche veranstaltet Apple seine jährliche Worldwide Developers Conference in San Francisco . Und wird dort wohl den Abschied von Google Maps verkünden. Technikblogs wie 9to5Mac gehen fest davon aus , dass dort der Start einer eigenen Kartenversion mit 3D-Ansicht verkündet wird. In der ebenfalls erwarteten Betriebssystemversion iOS 6 soll diese Google Maps ersetzen. Am gestrigen Mittwoch hat Google versucht zu zeigen, wie schlecht diese Idee ist.

Google kündigte drei Neuerungen an, mit denen der Dienst Maps in den kommenden Wochen und Monaten attraktiver werden soll.

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Erstens werden die Karten künftig auch offline für Android-Nutzer zur Verfügung stehen. Wer in den Urlaub fahren will, kann sich vorher Karten aus 100 verschiedenen Ländern herunterladen und dann im Ausland nutzen, ohne Roaming-Gebühren zu verursachen.

Zweitens wird Google Earth für mobile Geräte ausgebaut. Aus Luftaufnahmen, die Google mit hochauflösenden Kameras in einem Winkel von 45 Grad aufgenommen hat, will der Konzern 3-D-Darstellungen von Stadtansichten erstellen – "komplett mit Gebäude-, Gelände- und sogar Landschaftsansichten. Unser Ziel ist es, gegen Ende des Jahres Metropolregionen mit einer Gesamtbevölkerung von 300 Millionen Menschen in 3D abzubilden", schreibt der zuständige Google-Vizepräsident Brian McClendon im offiziellen Google-Blog .

Drittens soll Google Street View erweitert werden. Nachdem die Panorama-Kameras bereits in Autos, auf Booten und Schneemobilen durch Straßen, Flüsse und über unwegsame Pisten transportiert wurden, um Straßen- und Geländeansichten zu erstellen, werden sie nun auch in Rucksäcken in die unzugänglichsten Regionen geschafft. McClendon nennt den Grand Canyon als Beispiel.

Quentin Hardy von der New York Times deutet die Anstrengungen so: "Google will Apple und uns allen zeigen, wie schwierig und teuer es ist, gute Karten zu erstellen." So sollten nicht nur Journalisten "mit Munition versorgt werden, um Apple für dessen künftige Karten zu kritisieren." Auch wolle Google eine Nachfrage nach Google Maps bei iOS-Nutzern schaffen und so Druck auf Apple ausüben, den Dienst wieder zu integrieren.

Bisher hat Apple die Daten von Google für seinen Kartendienst in iOS benutzt. Doch als Android zunehmend zur echten Konkurrenz für das iPhone wurde, verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den beiden Unternehmen und ihren damaligen Bossen Steve Jobs und Eric Schmidt . Sollte Apple nun seinen eigenen Dienst etablieren, dürfte Google versuchen, seine Karten zu einem Argument zu machen, Android- statt iOS-Geräte zu kaufen.

Leserkommentare
  1. Google Maps ist eigentlich nur auf dem Computer benutzbar - und auch das mittlerweile schlechter als vor 4-5 Jahren... zumindest habe ich heute mit den Satelitten-/Flugeugbildern mehr Probleme als frueher...
    Als reine Karte funktioniert Google maps - aber das war es dann auch schon.

    Die mobile Version kann ich nur als erbaermlich bezeichnen - 100% nutzlos.
    Karten navigieren - nicht moeglich. Ansicht auswaehlen - nicht moeglich...
    Man kann eine Adresse suchen und dann eventuell eine vaage Karte bekommen, oder eben auch nicht... nur kann man damit nichts anstellen.
    Google hat zwar eine Kartenanwendung - aber warum soll ich mir die installieren (wenn es sie fuer mein Geraet ueberhaupt gibt). Ich habe schonen einen standardmaesigen Kartendienst auf dem Handy - von TomTom und der funktioniert gut.
    Aber zurueck zu Webdiensten - ich wollte mal schauen was Microsoft so treibt, und siehe da, navigieren auf dem Mobiltelefon ist in Bing Maps durchaus moeglich - im Browser (!) ohne dedizierte Anwendung.

    Na ja, google halt... "Aussen hui, innen Pfui"...

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    Google Maps funktioniert auf meinem Androidphone wunderbar. Ich lass mich davon immer überall hinnavigieren.

  2. Ich kann den Kommentar von DetlevCM nicht nachvollziehen. Hier in China funktioniert GoogleMaps gut. Auch ÖPNV-Verbindungen werden gut gefunden. Probleme bereiten Überlandverbindungen und ab und an die Positionen der Haltestellen. Die stimmen ab und an nur auf 200m.

    Ich freue mich schon auf die offline-Variante. Dann brauch man wohl keine extra pre-paid-SIM-Karte im nicht-EU-Ausland mehr...

    • mark13
    • 07. Juni 2012 16:20 Uhr

    Ich habe mit Google Maps auf dem iPhone schon in Berlin, Leipzig und London verwendet und Straßen, Banken, Fahrradläden, Musikgeschäfte, usw. gesucht und gefunden.

    Das Problem zwischen Apple und Google war wohl, dass die iOS Version an Features hinter der Android Version zurückgeblieben ist. So kann z.B. die Android Version Kartendaten zwischenspeichern.

    Schön dass Google das nun ändert, auch wenn Apple hier erst mit der Openstreetmap-Keule wedeln musste.

  3. Google Maps funktioniert auf meinem Androidphone wunderbar. Ich lass mich davon immer überall hinnavigieren.

  4. sh z.B.
    http://www.bing.com/maps/?v=2&cp=51.18312456108736~6.805917063823443&lvl...

    (heranzoomen und am Reiter “Luftbild” auf „Vogelperspektive“ einstellen).

    ist offenbar weniger bekannt, hat aber schon seit längerem Schrägluftbilder aus vier Richtungen (Echte Fotos keine 3D-Attrappen ) zu bieten, flächendeckend und lückenlos bis in die Vororte hinein.
    Damit lassen sich wunderbar virtuelle Stadtrundgänge machen, wie ich finde besser als mit „Google Street“, das sich Google deshalb von mir aus hätte sparen können.

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    Und wie willst du damit Hausnummern oder Ladenschilder erkennen?

  5. Und wie willst du damit Hausnummern oder Ladenschilder erkennen?

    Antwort auf "„Bing Maps“"
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    mit „Bing Maps“ nicht erkennbar. Das ist für den der es braucht natürlich ungünstig. Daran habe ich nicht gedacht.

    Jedoch finden sich auf diversen „Steet View“ Strassenzügen mittlerweile regelrechte Verpixelungsorgien, wohl durch Nachahmungseffekte verursacht, denn wenn’s andere vormachten kostete es die Nachbarn weniger Überwindung ebenso Unkenntlichmachung zu beantragen und fühlen sich dabei nicht so allein.

    Google „Steet View“ ist zumindest in Deutschland so gut wie unbrauchbar geworden. Der Verpixelung wegen, aber auch
    weil Google, wohl frustriert, vor einem Jahr eine Ausweitung gestoppt hat. Somit sind zu den anfänglich 20 „verviewten“ Städten offenbar seither keine neuen mehr hinzugekommen.

  6. mit „Bing Maps“ nicht erkennbar. Das ist für den der es braucht natürlich ungünstig. Daran habe ich nicht gedacht.

    Jedoch finden sich auf diversen „Steet View“ Strassenzügen mittlerweile regelrechte Verpixelungsorgien, wohl durch Nachahmungseffekte verursacht, denn wenn’s andere vormachten kostete es die Nachbarn weniger Überwindung ebenso Unkenntlichmachung zu beantragen und fühlen sich dabei nicht so allein.

    Google „Steet View“ ist zumindest in Deutschland so gut wie unbrauchbar geworden. Der Verpixelung wegen, aber auch
    weil Google, wohl frustriert, vor einem Jahr eine Ausweitung gestoppt hat. Somit sind zu den anfänglich 20 „verviewten“ Städten offenbar seither keine neuen mehr hinzugekommen.

    Antwort auf "Hochauflösend?"
  7. Also Google Maps ist ja echt cool, aber ich habe so was ähnliches auf Heliview.de gesehen. Die haben ganze Küstenabschnitte und Hotelanlagen gefilmt. Gute Qualität und sieht echt sehr gut aus. Ist zwar nur Spanien und Portugal, aber mal schauen was die sonst noch machen.

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  • Schlagworte Google | Microsoft | Android | Steve Jobs | Bing | Eric Schmidt
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