SmartphoneMicrosoft lässt Nokias Lumia 900 schon jetzt alt aussehen

Das neue Nokia Lumia 900 ist ein gelungenes Spitzen-Smartphone, wird aber zum Auslaufmodell, sobald Windows Phone 8 erscheint. Der Preisverfall beginnt schon jetzt.

Das Nokia Lumia 900

Das Nokia Lumia 900

Es hat schon etwas von einer klassischen Tragödie, würdig eines Shakespeare. Da kämpft ein einstiger König ums nackte Überleben, nennen wir ihn Nokia. Der große Bruder Microsoft, übermächtig und eigensinnig, schmiedet seine eigenen Pläne. Im Grunde genommen marschieren die Geschwister gemeinsam, ziehen ins Feld gegen Konquistadoren aus Kalifornien und Korea. Doch etwas ist faul im Staate Finnland. So beginnt das Drama namens Lumia 900.

Rückblick: Zur Markteinführung des neuen Spitzenmodells in den USA feiert Nokia im April eine furiose Party. Das Unternehmen lässt dazu sogar den New Yorker Times Square sperren und gigantische Lichtwände installieren. Das Lumia 900 ist der Stolz von Nokia. Und nicht zu Unrecht.

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In den USA unterstützt das Smartphone auch LTE. Das Funknetz der vierten Generation verspricht mobiles Internet mit DSL-Tempo. Und selbst ohne LTE, wie es hierzulande seit einigen Wochen verkauft wird, stellt das Lumia 900 ein ansehnliches Stück Technik dar. Die groben Daten: großer Touchscreen mit 4,3 Zoll und brillanter Amoled-Technik, GPS-Navigation, aktuelles WLAN n, 16 Gigabyte interner Speicher und Empfangsraten in UMTS-Netzen von nominal bis zu 21 Megabit pro Sekunde.

Oberdrauf setzt Nokia etliche hauseigene Dienste wie zum Beispiel die App Bus & Bahn für öffentliche Verkehrsmittel, einen Shop für elektronische Bücher und den kostenlosen Musikstreaming-Dienst Mix Radio, bei dem der Kunde Songs vorab etwa im WLAN herunterladen und später anhören kann. Bei Spotify müssten sie für so etwas knapp 10 Euro pro Monat berappen. Nicht zuletzt schießt die 8-Megapixel-Kamera ordentliche Fotos und der MP3-Player produziert einen runden, natürlichen Klang. Lediglich die Videos können nicht ganz überzeugen.

Nokia ließ zur Markteinführung des Lumia 900 in den USA den New Yorker Times Square für eine spektakuläre Show sperren.

Nokia ließ zur Markteinführung des Lumia 900 in den USA den New Yorker Times Square für eine spektakuläre Show sperren.

Das Lumia hätte also durchaus das Zeug zum Verkaufsschlager – würde es nicht unter dem Betriebssystem Windows Phone 7.5 laufen. Schwachheit, dein Name ist Microsoft!

Wenige Tage nach dem Verkaufsstart des Lumia 900 bestätigte die Telekom nämlich die längst kursierenden Gerüchte: Mobiltelefone unter dem aktuellen Betriebssystem Windows Phone 7.5 werden sich nicht auf die neue Version 8 aktualisieren lassen. Windows Phone 8 wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zusammen mit Windows 8 für Desktop- und Tablet-Rechner im Oktober an den Start gehen. Deshalb will die Telekom das Lumia 900 nicht ins Programm nehmen. Seither ist jedem klar: Windows Phone 7 ist eine Sackgasse.

Leserkommentare
    • negve
    • 17.07.2012 um 0:11 Uhr

    Ich bin ein Android-User erster Stunde. Aber ehrlicherweise muss ich gestehen, mir gefällt die Oberfläche von Windows Mobile. Die Kacheln und deren Informationsgehalt finde ich persönlich überzeugend. Ähnlich wie Widgets, aber reduzierter.

    Eine Leserempfehlung
  1. Nachdem für mein WM 6.5 kein Update auf 7 möglich war, hab ich mir ein Android aufgespielt - und dabei werde ich jetzt bleiben. Hab alle Apps, die ich brauche, bin wunschlos glücklich.

    Ich verstehe nicht, warum Nokia nicht eine offene Hardwareplattform anbietet, auf der man ganz einfach das OS installieren kann, das man haben möchte. Würden sie die Lumias mit Android anbieten, die Dinger würden wie geschnitten Brot weggehen!

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    Offen sauber schnell und noch d dazu Muse von Android

    Offen sauber schnell und noch d dazu Muse von Android

  2. Offen sauber schnell und noch d dazu Muse von Android

  3. Ich habe seit einigen Wochen das LUMIA 900 im Einsatz und bin SEHR ZUFRIEDEN! Windows phone 7.5 kann und macht alles, was ich von einem Smartphone erwarte. Welche Verbesserungen soll WP 8 bringen, die unentbehrlich sein sollen? Alle Apps, die ich für sinnvoll erachte und benötige, gibt es und funktionieren bestens. Ich würde mir darüber hinaus allerdings wünschen, dass sich der Verfasser eines ZEIT-Artikels mit einem Gerät tatsächlich einmal beschäftigt und es in die Hand nimmt, bevor er ein Urteil darüber fällt. Als lobend stellt der Verfasser die Nokia-App "Bus&Bahn" heraus - eine Meinung, die ich inzwischen schon in vielen LUMIA-Beurteilungen gelesen habe - die App stellt in D allerdings nur Daten für Berlin bereit, darüber hinaus für viele Städte in den USA und Kanada. Kurz und gut, diese App ist in D Nonsens. Allerdings ist die App der Deutschen Bahn für diesen Zweck viel besser und deckt alle von mir bisher getesteten Gebiete ab, so dass "Bus&Bahn" getrost vernachlässigt werden kann. Von den insgesamt angebotenen Apps (egal für welches Betriebssystem) sind m. E. 90% "Spielkram", ob es davon also 1.000 oder 100.000 gibt, ist irrelevant, nicht die Quantität macht es, sondern die Sinnhaftigkeit und der tatsächliche Nutzen der Zusatzanwenungen, also die Qualität der Apps ist wesentlich.
    WP 8 kann ruhig kommen, das Lumia 900 bleibt ein tolles Smartphone - redet es mit solchen Artikeln nicht klein!

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