Google Nexus 7Sieben Zoll werden der neue Standard

Google verkauft sein Sieben-Zoll-Tablet Nexus 7 nun auch in Deutschland. Apple und Amazon dürften spätestens zum Weihnachtsgeschäft in dieser Geräteklasse nachlegen. von 

Nexus 7

Das Tablet Nexus 7 von Google wird nun auch in Deutschland verkauft  |  © Google

Das beste Tablet seiner Preisklasse – so lautet die Meinung vieler Experten und Tester von Googles Tablet Nexus 7. Zwei Monate nach seinem Verkaufsstart in den USA ist das Gerät mit dem Sieben-Zoll-Display nun auch in Deutschland erhältlich, für 199 beziehungsweise 249 Euro, je nach Speicherplatz.

Seit der vergangenen Nacht bietet Google es unter play.google.com an. Es ist die einzige Hardware, die Google hierzulande selbst verkauft. Und das Nexus-Tablet ist der Start ins Weihnachtsgeschäft mit Bildschirmen dieser Größe. Apple und Amazon dürften schon bald mit neuen Sieben-Zoll-Geräten nachlegen.

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Das Nexus 7 ist in zwei Varianten erhältlich: mit acht und mit sechzehn Gigabyte internem Speicher. Ansonsten unterscheiden sich die Modelle nicht. Hinzu kommen knapp zehn Euro Versandgebühren. Zumindest zum Start des Angebots bietet das Unternehmen dafür einen Gutschein über zwanzig Euro für Inhalte von Google Play wie Leihfilme oder Apps.

Die Lieferzeit wird mit drei bis fünf Tagen angegeben. Ab dem 3. September wird das Nexus 7 auch bei "ausgewählten Handelspartnern" verkauft, wie Google mitteilt. Das dürften vor allem MediaMarkt und Saturn sein.

Die Hardware kommt von Asus, das viel gelobte Betriebssystem Android in der Version 4.1 alias Jelly Bean kommt natürlich von Google. Die weiteren technischen Daten des Nexus 7: Die Auflösung beträgt 1.280 mal 800 Pixel, der Prozessor ist ein Nvidia Tegra 3 mit vier Kernen. Mit dem Internet verbindet sich das Gerät via WLAN nach dem Standard 802.11b/g/n, also nur im Frequenzbereich von 2,4 Gigaherz. Mobilfunk gibt es nicht. Das Tablet wiegt 340 Gramm, eine Akkuladung soll nach Angaben von Google beim Abspielen von Videos acht Stunden lang halten.

Patrick Beuth
Patrick Beuth

Patrick Beuth ist Redakteur im Ressort Digital bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Einen Steckplatz für Speicherkarten hat das Nexus 7 nicht, trotz der kleinen Festplatte. An diesem Detail wird deutlich, dass man das Gerät immer auch als Paket verstehen muss: Hardware plus Google-Dienste plus Google-Inhalte plus Googles Online-Speicher.

Denn natürlich sind Gmail, der Chrome-Browser, Google Plus und YouTube vorinstalliert. Wird das Gerät bei der Anmeldung mit einem Google-Konto verknüpft, stehen dem Nutzer alle seine Inhalte aus diesen Anwendungen zur Verfügung. Alle Daten lassen sich über die Cloud automatisch synchronisieren.

Google setzt offenbar darauf, dass die Nutzer das auch tun und ihre Musik et cetera in der Cloud abgelegen, beim Online-Speicherdienst Google Drive . Das zeigt sich am Beispiel Google Play. Der Onlineladen wurde gerade erst um E-Books und Leihvideos erweitert, nur Musik und Magazine fehlen noch. Spätestens dann aber sind die maximal sechzehn Gigabyte Speicher zu wenig.

Nachteil für die Nutzer: Was dort abgelegt wird, ist nur bei einer bestehenden WLAN-Verbindung abrufbar.

Leserkommentare
  1. warum ist das Ding so haesslich und warum nimmt das cover soviel Platz weg?

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    Klar, wenn man auf Apple-Produkte geeicht ist, wird man dieses Tablet vermutlich in seiner Ästhetik zumindest etwas schmähen können (oder sich einreden).

    Aber ganz im Ernst, soviel designtechnischen Spielraum haben heutige Tablet ohnehin kaum, um überhaupt irgendwie "hässlich" zu sein.

  2. warum sollten 7 zoll der neue standard werden?

    7 zoll haben sich schon bei netbooks nicht durchgesetzt und taugen maximal zum ebooks lesen, wo man sich die schriftgröße beliebig anpassen kann.

    ansonsten möchte man ein tablet-pc gern auf dem schoss benutzen und da sind schon 10 zoll herzlich wenig, um hier unbeschwert etwas auf dem screen erkennen zu können.

    ferner ist es seitens Apple ziemlich arm, wenn sie sich dem markt unterwerfen: Steve Jobs hatte sich einst gegen ein kleineres iPad ausgesprochen ...

    Eine Leserempfehlung
  3. Aber die großen "bezels" gibt´s damit das komfortable halten kann, wenn man z.B. nen Film schaut.

    Anyway, ist ein gutes Produkt. Aber warum sowas kaufen? Ist als Media Player ausgelegt, aber wirklich?
    - Musik? Ist MP3-player oder Phone doch viel praktischer.
    - Filme? Sorry aber da sind sieben oder 10 Zoll doch zu wenig.
    - Bücher? Ist jetzt nicht sonderlich augen-freundlich, da nehm ich doch lieber ein richtiges Buch oder einen eInk eReader
    - Internet? Das ist die einzige Existenzberechtigung und selbst da gibt es eReader die nciht soviel nachstehen wie das Pocketbook Touch 622
    - Arbeiten? Wirklich, sorry Tablets sind dafür nur sehr bedingt geeignet. Naja, ändert sich vielleicht mit Win8 und den ganzen Ultrabook-Tablet-Hybrid-Geräten wie dem MS Surface.

    Ich versteh Tablets nicht. Kann´s mir wer erklären?

    Eine Leserempfehlung
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    > Ich versteh Tablets nicht. Kann´s mir wer erklären?

    Einfach: sie sind gute Computer um sie auf dem Sofa, in einem Sessel oder im Bett zu bedienen, sprich: zuhause im Sitzen, wenn man nicht gerade an einem Tisch sitzt.

    Es geht nicht primaer darum, was die Technologie machen kann, sondern wo man es macht. Auf dem Sofa, in einem Sessel oder im Bett stoert eine Tastatur, ein 20 Zoll Bildschirm ist unhandlich, und ein Stift geht leicht verloren. Deswegen sind Tablets mit Touch-Bedienung so beliebt.

    Der User-Interface-Guru Bill Buxton hoert nicht auf zu betonen, wie wichtig die Umgebung fuer Interfaces sind, z.B. in diesem Video http://channel9.msdn.com/... um 1:52.00 .

    • porph
    • 27. August 2012 21:02 Uhr

    Mir kommt da eine Anwendung in den Sinn, für die diese Geräte perfekt wären und die nicht wirklich komfortabel durch ein anderes Gerät abgedeckt werden kann: Lesen und Verwaltung von wissenschaftlicher Literatur (Zeitschriftenartikel, "Paper").

    Ein durchschnittlicher Wissenschaftler wird im Jahr sicher Duzende, wenn nicht Hunderte Paper lesen und diese auch verwalten wollen. Das ganze ständig auszudrucken und in echte "Ordner" einzusortieren ist unglaublich mühselig, vor allem wenn man dann wirklich mal etwas sucht und kein perfektes System für diverse Anforderungen hat. Elektronisch ist das um WELTEN einfacher (z.B. auch durch Verschalten diverser Suchparameter (AUTOR + JAHR + STICHWORT). Dafür gibt es inzwischen sehr gute Software (ich selbst nutze z.B. Mendeley), allerdings für den PC. Ich weiß nicht genau, ob diese Art von Software auf mobilen Geräten vorhanden ist. Zum Lesen eines Papers wär ein Bildschirm in 7-9 Zoll Größe sicher optimal. Mit den Fingern könnte man Text markieren. Durch Online-Synchronisation wären alle Paper MIT Annotationen der persönlichen "Bibliothek" jederzeit zugänglich (das oben erwähnte Mendeley kann das schon, aber getestet, wie gesagt, nur an PCs).

    Das ist eine ziemliche Killeranwendung, wenn auch zugegebenermaßen ein bisschen Nische. Ich überlege mir aber, mir ein Tablet nur dafür zuzulegen. Alle anderen Anwendungen (die in Ihrem Kommentar genannt wurden) finde ich ebenfalls nicht optimal für diese Art Gerät, da stimme ich voll und ganz zu.

  4. Klar, wenn man auf Apple-Produkte geeicht ist, wird man dieses Tablet vermutlich in seiner Ästhetik zumindest etwas schmähen können (oder sich einreden).

    Aber ganz im Ernst, soviel designtechnischen Spielraum haben heutige Tablet ohnehin kaum, um überhaupt irgendwie "hässlich" zu sein.

    Antwort auf "so haesslich!"
  5. Jelly Bean ist das erste Android, das wirklich sauber läuft - keine Ruckler, kein Aussetzer, kein Probleme beim Touch. Geht also doch ...

    Ich hab das Nexus mal in der Hand gehabt, wirkt ... hmhm ... billig. Plastikfeeling. Schlecht verarbeitet. Aber es ist ja auch billig, warum sich drüber beschweren? UMTS fehlt, das Display ist das schlechteste, was ich in letzter Zeit gesehen habe, ansonsten wirkt's aber recht solide. Halt ein Gebrauchsgegenstand.

    Ich denke es findet seine Käufer. Das OS ist inzwischen richtig gut, der Preis ist sensationell, es ist kein Apple. Das sieben Zoll der neue Standard wird, ist aber Quatsch, dazu ist die Größe viel zu limitierend. Mal ZEIT online auf sieben Zoll gelesen ... das wird dann entweder richtig klein, oder man muss ständig hin und her scrollen. Nervt. Und was nervt, wird auf Dauer nicht gekauft werden.

  6. Dieses liegt wohl im 8 Zoll Bereich, weil dann die Touchelemente noch groß genug wären, um sie sauber bedienen zu können, was bei 7 Zoll nicht mehr so richtig der Fall ist.

    Ich werde das Nexus 7 mal testen, weil es müsste seine Daseinsberechtigung haben. Evtl. werde ich bald eines besseren belehrt.

    • Infamia
    • 27. August 2012 17:33 Uhr

    Mir ist schon klar, warum alle Anbieter inzwischen alles in der Cloud gespeichert sehen wollen. Man kann daran prächtig verdienen. Nur ist mir das als Verbraucher ehrlich gesagt zu teuer.

    Die Preise für 25GB bei Google-Drive liegen bei 2,49 Dollar monatlich. 25GB ist inzwischen lächerlich gering. Eine TB Festplatte liegt irgendwo bei 80 Euro. Ein TB Speicherplatz bei Google-Drive liegt bei monatlich 49,99 Dollar. Frage, wieviele Festplatten kann ich mir pro Jahr für den Preis kaufen, wenn ich meine Daten bei Google-Drive ablege?

    Als Privatanwender sehe ich, außer dass ich von überall auf meine Daten zugreifen kann, wenig Nutzen, sondern hohe Kosten. Insofern wäre ein Tablet-Computer ohne Speicherplatz und Anschlussmöglichkeiten für mich kein Thema. Verursacht dauerhaft Kosten und ich bin jemand, der seine laufenden Kosten möglichst gering halten möchte. Man verliert schnell den Überblick. Viele Kleinbeträge machen irgendwann einen großen Betrag.

  7. > Ich versteh Tablets nicht. Kann´s mir wer erklären?

    Einfach: sie sind gute Computer um sie auf dem Sofa, in einem Sessel oder im Bett zu bedienen, sprich: zuhause im Sitzen, wenn man nicht gerade an einem Tisch sitzt.

    Es geht nicht primaer darum, was die Technologie machen kann, sondern wo man es macht. Auf dem Sofa, in einem Sessel oder im Bett stoert eine Tastatur, ein 20 Zoll Bildschirm ist unhandlich, und ein Stift geht leicht verloren. Deswegen sind Tablets mit Touch-Bedienung so beliebt.

    Der User-Interface-Guru Bill Buxton hoert nicht auf zu betonen, wie wichtig die Umgebung fuer Interfaces sind, z.B. in diesem Video http://channel9.msdn.com/... um 1:52.00 .

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