Google ist für sein Tablet Nexus 7 viel gelobt worden. Nach einigen Tagen des regen Gebrauchs und nach dem Vergleich mit der Konkurrenz auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin lässt sich feststellen: Das Lob ist verdient. Für 200 respektive 250 Euro dürfte es derzeit kein besseres Sieben-Zoll-Tablet zu kaufen geben – was vor allem am gelungenen Betriebssystem, am guten Display und am leistungsfähigen Vierkernprozessor liegt.

Natürlich kann man einiges beim Nexus 7 bemängeln: den fehlenden HDMI-Ausgang und den fehlenden Speicherkarten-Slot zum Beispiel, ganz sicher auch die Tatsache, dass es vorerst keine 3G-Version für mobiles Surfen gibt. Aber entscheidend dürfte das für die Zielgruppe nicht sein. Google verkauft ein Entertainment-Tablet für Einsteiger, zum Lesen, Spielen oder Filme Schauen auf dem heimischen Sofa oder auf Reisen.

Wer bereits eine Gmail-Adresse hat, kann das Nexus 7 bequem in drei Minuten so weit einrichten, dass es funktionstüchtig ist. Für Einsteiger sei hinzugefügt: Wer zumindest schon Erfahrungen mit einem Smartphone hat, findet alles Nötige intuitiv. Einzig nach Details wie dem automatischen Drehen des Bildschirminhalts, wenn das Tablet quer gehalten wird, muss man etwas suchen. Diese hilfreiche Funktion ist standardmäßig deaktiviert, was beim Surfen und beim Tippen auf der virtuellen Tastatur mitunter stört. Ändern lässt sie sich in den Einstellungen unter "Bedienungshilfen".

Sobald der WLAN-Zugang eingerichtet ist, kann sich der Nutzer im Google-Universum umsehen: Bereits installiert sind zahlreiche Dienste des Konzerns, vom Browser Chrome über Google Earth bis Google+, Google Mail, Maps, Talk und YouTube. Einsteiger dürfte diese Konzentration von Google-Apps kaum stören, denn die tun vor allem eines: Sie funktionieren, und zwar nahtlos. Dafür sorgen das Betriebssystem Android 4.1 alias Jelly Bean und der Nvidia-Prozessor Tegra 3 mit seinen vier Kernen.

Für weniger Erfahrene ist das wichtiger als für Experten, weil sie in der Regel nicht wissen, welche alternativen Apps sie sich herunterladen können. Ein Beispiel wäre der Browser: Wer möchte, kann sich bei Google Play den Firefox-Browser herunterladen, einen Opera-Browser oder sogar die weniger bekannte Alternative namens Dolphin. So schnell wie der vorinstallierte Chrome-Browser ist allerdings keiner von ihnen. Wer nicht hochgradig besorgt über Googles Datensammelpraxis ist, wird wohl auf Chrome vertrauen.

Neben den Google-Anwendungen machen Filme, Bücher und Spiele das Tablet erst zu dem, was es sein soll: eine Unterhaltungsmaschine. E-Books etwa lassen sich auf dem Nexus einigermaßen gut lesen, sofern man sich nicht in der Sonne aufhält. In dem Fall spiegelt das Display zu stark – wie bei allen Tablets. Der Kontrast könnte stärker sein, die Hintergrundbeleuchtung strengt die Augen mit der Zeit an. Fazit: Einen E-Reader mit elektronischer Tinte kann das Nexus nicht ersetzen. Wer aber nicht stundenlang am Stück lesen will, sollte mit dem kleinen Tablet klarkommen.

Beim Ansehen von Filmen beziehungsweise Videos überzeugt das Nexus 7 mit einer Bildqualität, an die zum Beispiel die Minibildschirme in Flugzeugen nicht heranreichen. Um sich auf Reisen für eine Weile zu beschäftigen, eignet es sich also bestens.

Auch als mobile Konsole ist das Nexus 7 geeignet – jedenfalls in Sachen Grafik, Akkulaufzeit, aber auch Spielauswahl. Für die Steuerung mithilfe der Lage- und Bewegungssensoren, also über das Kippen und Drehen des ganzen Tablets, muss das jeweilige Spiel allerdings gut genug programmiert sein. Bei einem Rennspiel wie Asphalt 7 kann es passieren, dass die Lenkbewegungen nicht schnell genug umgesetzt werden, was andere Gamer bestätigen können .