Samsung hat am Mittwochabend im Berliner Tempodrom versucht, mehreren Hundert Journalisten und Bloggern in einer pompösen Show ein riesiges Smartphone namens Samsung Galaxy Note II schmackhaft zu machen. Viel Überzeugungsarbeit war dabei aber gar nicht nötig. Denn es handelt sich um die Fortsetzung einer unerwarteten Erfolgsgeschichte. Die erste Version dieser Mischung aus Smartphone und Tablet hatte, als sie vor ziemlich genau einem Jahr bei der IFA vorgestellt wurde, noch für reichlich zweifelnde Blicke gesorgt. Wer würde sich ein Handy mit den Maßen eines Frühstücksbrettchens kaufen? Mittlerweile weiß man: zehn Millionen Menschen haben genau das getan .

Diese zehn Millionen haben das Galaxy Note sicherlich nicht gekauft, weil sie damit telefonieren können. Studien wie die von Mobilfunkbetreiber O2 legen nahe, dass diese Funktion bei Smartphone-Nutzern nur eine untergeordnete Rolle spielt. Das Riesensmartphone dürfte ein Musterbeispiel dafür sein, dass sie Wert auf ganz andere Fähigkeiten legen – nämlich die eines Tablets.

Diese werden beim Galaxy Note II noch stärker betont. Das liegt in erster Linie am Bedienungskonzept. Natürlich ist das mit 5,55 Zoll noch einmal vergrößerte Display ein Touchscreen. Aber wenn es nach Samsung geht, wird der eher selten mit den Fingern berührt. Stattdessen haben die Entwickler den integrierten Stift, den S-Pen, verfeinert.

Vorschaufunktion

Mit ihm werden Schaltfläche angetippt oder handschriftliche Eingaben gemacht – die Schrifterkennung wandelt diese in Getipptes um. Die Funktion ist bekannt vom ersten Galaxy Note sowie vom Zehn-Zoll-Tablet Galaxy Note 10.1 . Neu ist die Möglichkeit, beliebige Bilder oder Teile davon auszuschneiden und in jedem gewünschten Kontext wieder einzufügen – zum Beispiel in einer E-Mail.

Ebenfalls neu ist die Funktion Air View: Wer mit dem Stift über dem E-Mail-Posteingang schwebt, bekommt ein Pop-up mit einer kurzen Vorschau der E-Mail. Das reicht, um die ersten Zeilen und damit den Inhalt zu erkennen. Das funktioniert auch mit Bildern in einem Ordner – und sogar mit Videos: Die Vorschaufunktion erlaubt es, einzelne Frames in einem Video hervorzuheben, um eine bestimmte Stelle des Videos zu suchen.

Das erste, was auffällt, wenn man das neue Galaxy Note in die Hand nimmt, ist aber – natürlich neben der schieren Größe – die Darstellungsqualität. Das HD Super Amoled Display mit 1280 mal 720 Pixeln beeindruckt durch Schärfe und satte Farben.

Die Größe erlaubt Multitasking. So ist es möglich, ein Video in einem kleinen Fenster im Vordergrund laufen zu lassen, während man eine Nachricht oder einen Kalendereintrag schreibt. Zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und ein auf 1,6 Gigahertz getakteter Vierkernprozessor sollen dann trotzdem für ein ruckelfreies Erlebnis sorgen. Im kurzen Test nach der Samsung-Präsentation klappte das problemlos.