App-Test Maxthon : Ein Browser abseits der üblichen Verdächtigen

Der chinesische Browser Maxthon ist eine gute Alternative zu Firefox, Chrome oder Safari. Als App für Android und iOS ist er schnell, praktisch und personalisierbar.
Der Browser Maxthon auf einem Nexus 7-Tablet von Google © ZEIT ONLINE

NameMaxthon

Inhalt : Internet Explorer, Firefox, Chrome, Safari und Opera kennen die meisten. Doch gibt es noch viel mehr gute Browser. Maxthon etwa wurde weltweit nach Angaben des Herstellers schon 600 Millionen Mal heruntergeladen, trotzdem zählt er – wie auch Dolphin – zu den eher unbekannten Browsern. Unter dem Namen MyIE wurde er erstmals vor zehn Jahren veröffentlicht, 2004 wurde er in Maxthon umbenannt. Mittlerweile gibt es ihn auch als App für mobile Geräte.

Die chinesische Freeware erfindet das Browsen nicht neu, aber der Blick über den Tellerrand der populärsten Browser kann auch nicht schaden. Auf dem iPhone zum Beispiel ist die Maxthon-App nicht langsamer als der Standardbrowser Safari und bietet im Gegenzug zu Apples Darstellungssoftware die Möglichkeit, weitere Seiten in Tabs statt in neuen Fenstern zu öffnen.

Privates Browsen, also ohne dass gespeichert wird, welche Seiten besucht wurden, ist bei Maxthon ebenso möglich wie bei der Konkurrenz.

Die Tablet-App bietet noch einige weitere Optionen und Einstellungen. Im Test auf dem Nexus 7 gefiel etwa, dass eben geschlossene Tabs mit einer einfachen Wischgeste noch einmal geöffnet werden können.

Ein App Center listet die verfügbaren Erweiterungen für den Browser auf, die Auswahl ist allerdings gering – das gilt auch für Add-ons. Immerhin gibt es ein Screenshot-Werkzeug, einen RSS-Reader und ein Add-on zum Erstellen eigener Gesten, mit denen zum Beispiel bestimmte Seiten geöffnet werden können. Auch optisch lässt sich der Maxthon-Browser individuell anpassen.

Wer sich einen Account anlegt, kann seine Favoriten über verschiedene Geräte hinweg synchronisieren. Im Test funktionierte das problemlos. Wünschenswert wäre aber, auch zuletzt geöffnete Tabs synchronisieren zu können.

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Kommentare

18 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Eine weitere GUI für das WebKit

Leider fehlt im Artikel komplett die Info, dass Maxthon aktuell das WebKit als RenderingEngine benutzt. Genau wie Safari, Google Chrome, Midori, Omniweb, usw.

Die Darstellung und Renderingperformance kann sich darum praktisch nicht von den anderen Browsern unterscheiden. Inwieweit man den auf der Maxthon-Homepage beworbenen "200% schneller als Google Chrome" Versprechungen Glauben schenken möchte, sollte der geneigte Leser selber entscheiden.

Ob man diesem Browser den Vorzug gibt, sollte also nur an den gebotenen "Komfort-Features" entschieden werden. Wer einen möglichst ressourcenschonenden Browser für ältere Rechner oder auch Netbooks sucht, sollte sich den oben genannten Midori anschauen

Quelle:
http://de.wikipedia.org/w...
http://de.wikipedia.org/w...
http://de.wikipedia.org/w...

Was bedeutet das?

Aus dem Artikel:
"Beim Download für Android ist eine längere Liste der erforderlichen Berechtigungen für den Browser zu sehen. Zum Beispiel kann die App die Telefonnummer und Geräte-ID eines Smartphones erfassen und auf eine SD-Karte schreiben, sofern die im Gerät steckt."

Lese ich das richtig, dass sich dieser Browser nicht benutzen lässt, wenn man die entsprechenden Rechte verweigert? Da es wohl keinen technischen Grund gibt, warum der Browser "Telefonnummer und Geräte-ID" kennen muss, ist das doch ein klarer Hinweis auf gezieltes Sammeln von Nutzerdaten. Unter "Bewertung" taucht das Ganze dann aber nicht auf. Sind Datenschutz und Transparenz keine wesentlichen Kriterien für Software, die auf Kommunikationsgeräten läuft oder hab' ich den Text missverstanden?

Sie haben da was Anderes falsch verstanden.

"Lese ich das richtig, dass sich dieser Browser nicht benutzen lässt, wenn man die entsprechenden Rechte verweigert?"

Ja. Nur kann man keine Rechte (im Originalzustand des Gerätes) verweigern. Bei der Installation wird man gefragt ob man der App die Rechte geben will oder nicht. Wenn nicht wird sie nicht installiert. Als Programmierer lege ich fest welche Rechte ich haben will und der User wird bei der Installation gefragt. So funktioniert Android.

Berechtigungen

Immer, wenn Sie eine Android-App aus Google Play herunterladen, bekommen Sie angezeigt, welche Zugriffsrechte die App verlangt. Google stellt dafür eine Liste von Zugriffsrechten zur Verfügung, auf deren Formulierung der App-Anbieter keinen Einfluss hat.

Das bedeutet, es handelt sich um "Kann"-Formulierungen, aber es ist nicht gesagt, dass eine App alle diese Zugriffsrechte auch ausnutzt.

Einzelne Rechte können Sie aber auch nicht ablehnen - entweder akzeptieren Sie alle Zugriffsrechte, oder Sie können die App nicht herunterladen.

Es gibt wege, einzelne Rechte "auszuknpisen", aber das ist aufwändig. Hier ein Beispiel: http://www.pcwelt.de/ratg...

Ansonsten geben Sie mal "App Zugriffsrechte einschränken" in eine Suchmaschine Ihres Vertrauens ein.

Googles Ertragsmodell setzt auf Datenausforschung

" ... lege ich fest welche Rechte ich haben will und der User wird bei der Installation gefragt. So funktioniert Android."

So funktioniert das Ertragsmodell, dass sich Google im Zusammenhang mit den Apps ausgedacht hat und dass dafür sorgt, dass viele dieser Apps scheinbar "umsonst" sind.

Man verlässt sich darauf, dass der Anreiz, eine Anwendung zu nutzen, für die Mehrheit der Benutzer stärker ist als der Wunsch nach Datenschutz und informationeller Selbstbestimmung. Und vermutlich trifft das zu. Die Leute bezahlen mit ihren Daten, mit Wissen über ihre Persönlichkeit.

Deshalb hat man sich bei Google für das "alles oder nichts"-Modell entschieden. Und wenn der Nutzer das ein paar Mal geübt hat, ist das Einräumen sämtlicher auch abwegiger Rechte an Programmanbieter keine Entscheidung mehr, sondern nur noch ein Klick. So wie es erwünscht ist.

Gefördert wird dies z.B. durch psychologische Tricks wie der Tatsache, dass die "Play Store"-App die erforderlichen Berechtigungen erst anzeigt, wenn der Installationsprozess schon gestartet wurde, also die Entscheidung bereits getroffen wurde.

Folgerichtig hatte die Fa. Google kein Interesse daran, den SRT AppGuard im Play Store zu belassen. Diese Anwendung ermöglicht es, selektiv Rechte zu vergeben, ohne Root. Bisher mit einigen Unbequemlichkeiten, aber das muss jeder selber wissen, was ihm seine Privatsphäre wert ist.

Interessante Theorie ...

... aber aus Entwicklersicht falsch. Es ist richtig, dass man im Gesamtpaket alle Rechte annehmen muss - aber das hat vorranging damit zu tun, die meisten Applikationen lauffähig zu lassen. Wenn ein Programmierer eine Applikation progammiert und beispielsweise den Zugriff auf das Internet will, dann fordert er dieses Recht ein und denkt kein weiteres Mal darüber nach, was passiert, wenn es ihm nicht zugestanden wird, etc., weil es ihm garantiert wird, dass dieses Recht bei der Anwendung der Applikation gegeben ist! Die Verwendung des AppGuards ist letztendlich ein Spiel mit dem Feuer. Nur bei allen Rechten kann der Programmierer garantieren, dass sie auch läuft. Außerdem sind viele sensible Rechte unvermeidbar - schon allein um an Werbung Geld verdienen zu können, werden Internetrechte gebraucht.

Außerdem ist das Unfug mit dem "alles oder nichts"-Modell. Nur weil man dafür nicht zahlt, heißt das nicht, dass man anderswertig bezahlt. Bei Apple zahlt man, und bezahlt trotzdem mit seinen Daten, dahinkt ja Ihre Aussage schon. Außerdem werden 99% aller Applikationen von freien Entwickelern oder Firmen und NICHT Google programmiert.

Apps ..

"Nur bei allen Rechten kann der Programmierer garantieren, dass sie auch läuft."

Seltsamerweise gibt es aber auch einwandfreie Apps, die mit den nötigsten Rechten auskommen. Da scheint dann ein fähigerer Programmierer am Werk gewesen zu sein.

Ich würde lieber ein paar Euro mehr zahlen, und dafür von Taschenlampen-Apps verschont bleiben, die den Anrufstatus wissen wollen, Standortdaten erfordern, uneingeschränkten Internetzugriff usw..

Danke für die Klarstellung - volkommen klar ist es noch nicht...

Damit bin ich schonmal schlauer, was die Wahlmöglichkeiten des Nutzer angeht.

Sie schreiben
"Immer, wenn Sie eine Android-App aus Google Play herunterladen, bekommen Sie angezeigt, welche Zugriffsrechte die App verlangt. Google stellt dafür eine Liste von Zugriffsrechten zur Verfügung, auf deren Formulierung der App-Anbieter keinen Einfluss hat."

In Kommentar Nr. 4 heist es abweichen:
"Als Programmierer lege ich fest welche Rechte ich haben will und der User wird bei der Installation gefragt."

Tatsächlich scheint es so zu sein, dass nicht jede App alle Rechte hat sondern der Progammierer durchaus wählen kann (schließlich werden nicht bei jeder App alle denkbaren Rechte verlang). Bloß der Kunde kann dann nicht mehr wählen.

Damit bleibt die Frage, warum das Programm "Telefonnummer und Geräte-ID" sehen will bzw. was mit diesen Daten gemacht wird.

Andersrum wird ein Schuh draus

" aber Sie können nicht von jedem Entwickler erwarten, jeden denkbaren Fall durchzugehen und diesen abzufangen. In der Programmierung läuft nur dann etwas, wenn man daran gedacht hat."

Wenn ein Programmierer über etwas nicht nachdenkt, weil er auf die betreffenden Daten garnicht zugreift, braucht er auch die dazugehörigen Rechte eher nicht.

Wenn eine App also umfassende Rechte fordert, ist das schon ein Hinweis, dass davon Gebrauch gemacht wird.