App-TestHistorypin führt Geschichte vor Augen

Die App Historypin zeigt historische Fotos als "Augmented Reality", wenn der Nutzer am entsprechenden Ort ist. Wer mag, kann die weltweite Sammlung selbst erweitern. von 

Ronald Reagan vor dem Brandenburger Tor

Bilder wie dieses von Ronald Reagan vor dem Brandenburger Tor (12. Juni 1987) zeigt die App "Historypin".  |  © MIKE SARGENT/AFP/Getty Images

Name : Historypin von We Are What We Do und Google

Inhalt : Der Himmel über Berlin ist heute, am 20. September 2012, ein wenig grau. Fast so grau wie am 12. Juni 1987, als Ronald Reagan vor dem Brandenburger Tor den berühmten Satz sagte "Mr. Gorbachev, tear down this wall!" Wer sich heute mit seinem Smartphone vor das Bauwerk stellt, kann mit der App Historypin einen Blick zurück auf den historischen Tag werfen und mit dem heutigen Anblick vergleichen.

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Historypin ist eine Sammlung von alten und sehr alten Fotos aus aller Welt, die mit Zeitstempeln und Geodaten versehen wurden. Die App öffnet eine Google Map (bei iOS 6 die neue Apple-Map), auf der Bilder von Orten angezeigt werden, die sich in der Nähe des Benutzers befinden. Vom Brandenburger Tor etwa zeigt die App Bilder aus den Jahren 1957, 1978 oder eben 1987. Andernorts werden sogar Bilder aus der Mitte des 19. Jahrhunderts angezeigt.

Mit einer "Augmented-Reality"-Funktion kann sich der Nutzer das jeweilige Foto auch transparent im Smartphone-Display anzeigen lassen – während das reale Gebäude von der Kameralinse eingefangen und daruntergelegt wird. Im Test am Brandenburger Tor funktionierte das mit einigen Fotos gut, der Vergleich der Szenerie von 1987 und 2012 war durchaus eindrucksvoll. Beim Aufruf anderer Fotos stürzte die App (in der iOS-Version) allerdings immer wieder ab.

Viele Bilder sind in thematisch sortierten Kollektionen sowie in Touren zum Nachlaufen zusammengefasst.

Erfolg hängt von den Nutzern ab

Die Bilder und erklärende Texte, Videos und Audiodateien werden von großen Institutionen wie Museen, Archive und Bibliotheken zur Verfügung gestellt, vor allem aber von den Nutzern der App. Auf der zugehörigen Website haben sie eine rege Community gebildet.

Die Popularität und Nützlichkeit des Fotoarchivs hängt stark davon ab, wie viele Menschen mitmachen. Noch sind in Deutschland vergleichsweise wenige Orte mit historischen Fotos angereichert worden. Derzeit beinhaltet Historypin nach Angaben der Entwickler mehr als 100.000 Dateien. Wer die Sammlung erweitern möchte, kann alte Fotos mit seiner Handykamera fotografieren und anschließend hochladen.

Hinter Historypin stecken übrigens Google und die nicht-kommerzielle Bewegung We Are What we Do beziehungsweise das gleichnamige Unternehmen.

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