Solche Bilder entstehen mit der Panoramawurfkamera

Die Idee kam Jonas Pfeil während eines Urlaubs auf Tonga . Er wollte das großartige Panorama fotografieren und machte dazu viele Einzelaufnahmen, um sie nachher am Computer wieder zusammenzusetzen. "Die Mitreisenden waren ziemlich genervt, weil es so lange gedauert hat", berichtet der 29-Jährige. Da kam ihm die Idee zur Panoramawurfkamera.

Die runde Kamera, fast so groß wie ein Fußball und 750 Gramm schwer, besteht aus 36 Kameramodulen geschützt durch Schaumstoff. Wirft man sie in die Luft, macht sie genau am Wendepunkt 360-Grad-Aufnahmen. "Sogar der Fotograf ist darauf zu sehen", sagt Pfeil.

Sein Team von der TU Berlin ist eines von fünf Gewinnern des mit je 30.000 Euro dotierten Hauptpreises im "Gründerwettbewerb – IKT innovativ" des Bundeswirtschaftsministeriums . Ziel ist, das Gründungsgeschehen in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) zu unterstützen. Weitere 13 Preisträger erhielten je 6.000 Euro Startkapital. Insgesamt waren 242 Gründungsideen eingereicht worden.

"Wir konnten auf hohem Niveau viel Interesse wecken", sagte Andreas Goerdeler vom Bundeswirtschaftsministerium auf der Preisverleihung im Rahmen der Technikmesse IFA . Der Preis bringe den Unternehmen neben der finanziellen Unterstützung Bekanntheit.

Unter den Preisträgern waren auch einige Teams aus Berlin und eines aus Brandenburg . Das Potsdamer Team Yogegu hat eine Smartphone-Anwendung entwickelt, die erstmals Hörende als auch Gehörlose nutzen können. Dabei werden unter anderem Videoguides für Museen oder Stadtführungen in Gebärdensprache angeboten.

Großes Interesse weckte auch das Team von Kinematics aus Leipzig , das ein Robotik-Baukastensystem für Kinder erfunden hat. Die farbigen Würfel mit etwa drei Zentimeter Kantenlänge sind mit Prozessoren ausgestattet. Klickt man aktive und passive Bausteine zusammen, lassen sich Tiere oder Fahrzeuge bauen, die Purzelbäume schlagen oder über den Teppich brausen. Kinematics befindet sich noch in der Gründungsphase. Die 30.000 Euro Preisgeld sind aber im Grunde schon ausgegeben – für Patentanmeldungen.

Jonas Pfeil hat für seine Panoramawurfkamera schon viele Interessenten. "Privatleute, die in einem wichtigen Moment die Atmosphäre einfangen wollen, aber auch die Polizei für Tatortaufnahmen, der Katastrophenschutz oder Werbeagenturen", sagt er.

Partner, die die Hardware bauen, hat er bereits gefunden. Zwei Millionen Euro werde es etwa kosten, die Panoramawurfkamera marktreif zu machen.

Erschienen im Tagesspiegel