AndroidGoogle zeigt die ersten Motorola-Smartphones

Motorola hat gerade neue Geräte vorstellt, so wie kurz zuvor Nokia. Sie haben vor allem einen starken Akku, was halbwegs langes Surfen im Standard LTE ermöglichen soll. von 

Vorstellung neuer Motorola-Geräte in New York

Vorstellung neuer Motorola-Geräte in New York  |  © Spencer Platt/Getty Images

Die Großen im Geschäft mit Smartphones sind – wenn es um die Geräte an sich geht – derzeit Apple und Samsung . Zusammen produzierten sie mehr als 50 Prozent aller weltweit verkauften Smartphones, schreibt die New York Times unter Berufung auf Studien des Marktbeobachters Gartner, wobei Samsung in Führung liege. Beide Konzerne bekriegen sich dementsprechend heftig vor Gerichten weltweit .

Doch wo zwei sich streiten, ist vielleicht auch Platz für einen Dritten. Zwei der potenziellen Bewerber um diesen Platz haben am Mittwoch neue Geräte vorgestellt. Zum einen Nokia , zum anderen Motorola.

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Beide Konzerne haben eine große Vergangenheit hinter sich und eine unklare Zukunft vor sich. Beide sind inzwischen Kooperationen mit Anbietern von Betriebssystemen eingegangen. Beide wollen nun offenbar zeigen, dass sie mithalten können – und beide müssen das auch, wenn die Marken nicht verschwinden sollen.

Den bislang letzten Erfolg hat der Mobilfunkhersteller Motorola im Jahr 2004 gehabt, mit einem Klapphandy namens Razr. Klappen kann man an den nun in New York vorgestellten Geräten nichts, aber an den großen Namen will das Unternehmen offensichtlich anknüpfen. Die neuen Modelle heißen in absteigender Reihenfolge Droid Razr Maxx HD, Droid Razr HD und Droid Razr M.

480 Millionen Android-Geräte

Motorola gehört inzwischen zu Google . Die Smartphones sind die ersten, die unter der Regie des neuen Partners entwickelt wurden, und so war Eric Schmidt bei der Vorstellung dabei, der Chef des Verwaltungsrates von Google. Er sagte, inzwischen liefen 480 Millionen Geräte mit dem Betriebssystem Android und jeden Tag kämen 1,3 Millionen neue hinzu.

Damit hat Motorola, wenn es um die Verbreitung seines Systems geht, den besseren Partner als Nokia und die größeren Chancen auf Platz drei. Denn Nokia setzt auf Windows Phone 8, die neue Ausgabe des Mobilsystems Windows Phone von Microsoft . Dessen Verbreitung ist eher marginal.

Die von Motorola vorgestellte Hardware kann mit der von Nokia mindestens mithalten, in einem Punkt ist sie sogar eindeutig besser: Batterielaufzeit. Im teuersten Modell von Motorola, dem Droid Razr Maxx HD, ist ein Akku mit einer Leistung von 3.300 Milliamperestunden verbaut, ein Drittel mehr als Nokias Lumia 920 bietet. Er ist, wie inzwischen offensichtlich üblich, fest im Gerät installiert und kann nicht gewechselt werden.

Leserkommentare
  1. ".....sich nach 2 Jahren die überübernächste Generation neuer Produkte kaufen, anstatt ihr altes weiterzubenutzen - weil die Kosten eines fälligen Akkutausches den Restwert zu diesem Zeitpunkt deutlich übersteigen....."

    ein Iphone 3G 16 GB bringt nach 4(!) Jahren noch um die 100 € (ebay)
    ein Akkutausch ist für 35 € zu haben (örtl. Reparaturwerkstatt)

    so what?

  2. 3. Akku?

    Nun ja, die meisten meiner Geräte haben noch den Originalakku - nach 2 Jahren hat der zwar ein paar Prozent Kapazität verloren, bis er aber auf deutlich merkliche 75% gefallen ist (was hier immer noch 2400mAh sind!) dürften 4-5 Jahre vergehen.
    Was mich als Bastler mehr interessiert: sind die Bootloader bei Motorola immer noch gesperrt oder hat die Übernahme durch Google in diesem Punkt etwas gebracht? Der Support was Updates auf aktuelle Android-Versionen anbelangt ist bei Motorola nämlich grottenschlecht - die Geräte kommen mit einer veralteten Version (sieht man ja im Artikel) und bekommen mit Glück noch ein Update auf die zum Zeitpunkt der Gerätevorstellung aktuelle Version, die zum Zeitpunkt des Releases also auch schon veraltet ist. Helfen kann hier nur noch eine Custom-Firmware aus der Community (Cyanogen-MOD o.ä.).

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ihre Aussage zum Kapazitätsverlust deckt sich weder mit meinen Erfahrungen (Mobilfunk seit 1999), noch mit Angaben z.B. von
    > http://www.akku-abc.de/ak...

    Moderne Smartphones müssen jede Nacht ans Netz. Die anvisierten 300-500 Ladezyklen bei den fest verbauten Lipo-Akkus sind also nach 2 Betriebsjahren überschritten, und der Kapazitätsverlust liegt dann auch nicht bei "ein paar Prozent".

    Mir fällt auch keine gescheite Begründung ein, warum man dieses Verschleißteil überhaupt einschweißt - außer eben den Kunden zu kompletten Neuanschaffungen zu "motivieren".

    Zum Restwert: beim Apple-Produkten mag sich das tatsächlich u.U. noch rechnen (Zeitaufwand mal aussen vor), aufgrund der hohen Anschaffungskosten neuer Geräte, sowie des vergleichsweise hohen Restwerts alter Modelle. Bei allen anderen Herstellern sieht das aber schon wieder anders aus.

    Thema Firmware: ein berechtigter Problempunkt im Android-Lager. Selbst als IT-affiner Mensch ist es mir allerdings schleierhaft, warum Kunden überhaupt zu Produkten greifen, die bereits 6 Monate nach Markteinführung auf die Versorgung durch eine "Aftermarket-Firmware-Distribution" (Zitat Wikipedia zu CyanogenMod) angewiesen sind.

    Wer angesichts verfügbarer Alternativen (nämlich von Google selbst) zu HTC & Co. greift, darf m.E. nicht über fehlenden Support klagen. Gerade aus dieser Ecke kommt dann auch oft noch Häme über die teuren Apple-Produkte.

    Die einen haben halt Zeit, die anderen (subjektiv: zu viel) Geld ...

  3. "Er ist, wie inzwischen offensichtlich üblich, fest im Gerät installiert und kann nicht gewechselt werden."

    Zum Glück ist Samsung mit seinen Smartphones noch nicht auf diesen Zug gesprungen. Auch das neue Note 2 wird einen austauschbaren Akku besitzen.

    Fest verbaute Akkus sind nicht nur für mich - sondern zu über 80% auch unter Freunden und Kollegen - ein 'No Go'.

  4. Ihre Aussage zum Kapazitätsverlust deckt sich weder mit meinen Erfahrungen (Mobilfunk seit 1999), noch mit Angaben z.B. von
    > http://www.akku-abc.de/ak...

    Moderne Smartphones müssen jede Nacht ans Netz. Die anvisierten 300-500 Ladezyklen bei den fest verbauten Lipo-Akkus sind also nach 2 Betriebsjahren überschritten, und der Kapazitätsverlust liegt dann auch nicht bei "ein paar Prozent".

    Mir fällt auch keine gescheite Begründung ein, warum man dieses Verschleißteil überhaupt einschweißt - außer eben den Kunden zu kompletten Neuanschaffungen zu "motivieren".

    Zum Restwert: beim Apple-Produkten mag sich das tatsächlich u.U. noch rechnen (Zeitaufwand mal aussen vor), aufgrund der hohen Anschaffungskosten neuer Geräte, sowie des vergleichsweise hohen Restwerts alter Modelle. Bei allen anderen Herstellern sieht das aber schon wieder anders aus.

    Thema Firmware: ein berechtigter Problempunkt im Android-Lager. Selbst als IT-affiner Mensch ist es mir allerdings schleierhaft, warum Kunden überhaupt zu Produkten greifen, die bereits 6 Monate nach Markteinführung auf die Versorgung durch eine "Aftermarket-Firmware-Distribution" (Zitat Wikipedia zu CyanogenMod) angewiesen sind.

    Wer angesichts verfügbarer Alternativen (nämlich von Google selbst) zu HTC & Co. greift, darf m.E. nicht über fehlenden Support klagen. Gerade aus dieser Ecke kommt dann auch oft noch Häme über die teuren Apple-Produkte.

    Die einen haben halt Zeit, die anderen (subjektiv: zu viel) Geld ...

    Antwort auf "Akku?"
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    >Mir fällt auch keine gescheite Begründung ein, warum man dieses Verschleißteil überhaupt einschweißt - außer eben den Kunden zu kompletten Neuanschaffungen zu "motivieren".

    Ein gewichten Grund gibt es - die Bauform. Durch einen festgelöteten Akku spart man, in einem Gerät das eh schon mehr als Kompakt ist, erheblich Platz.

    Um es einfach und überspitzt auszudrücken:
    Es gibt Android mit Aktualisierungen – Google Nexus Geräte. Und es gibt Android ohne Aktualisierungen – alle anderen Hardware-Anbieter.

    Apple hat erkannt, dass Menschen bei Entscheidungsfreiheit oft überfordert sind. Deswegen gibt es ein Telefon und mehr nicht. Da Apple Hardware und Software kontrolliert, bekommt man Aktualisierungen zeitnah, unkompliziert und für einen mehr oder weniger sinnvollen Zeitraum nach Erscheinen des Telefons. (Außer man hat ein kaum zwei Jahre junges IPad1, dafür gibt es dann kein iOS6 mehr.) Wie Apple in der Lage wäre Aktualisierungen etc. zu handhaben, wenn es mehrere Anbieter für iOS-Hardware gäbe, weiß keiner.

    Was Android angeht, so gibt es mindestens genau den gleichen Komfort und Umfang was Aktualisierungen angeht – wenn man sich das Google Smartphone kauft. Anbieter von Hardware und Software in einem, schnelle, unkomplizierte Aktualisierungen, auch für Geräte, die schon über ein Jahr alt sind.

    ABER, bei Android hat man die Wahl sich auch einen anderen Anbieter der Hardware auszusuchen, z.B. weil dieser billiger ist – und genau da scheitern viele mit einer sinnvollen Entscheidung und meckern/wundern sich später über die Konsequenzen.

  5. >Mir fällt auch keine gescheite Begründung ein, warum man dieses Verschleißteil überhaupt einschweißt - außer eben den Kunden zu kompletten Neuanschaffungen zu "motivieren".

    Ein gewichten Grund gibt es - die Bauform. Durch einen festgelöteten Akku spart man, in einem Gerät das eh schon mehr als Kompakt ist, erheblich Platz.

    Antwort auf "Ladezyklen; Firmware"
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    Ein gewichten Grund gibt es - die Bauform. Durch einen festgelöteten Akku spart man, in einem Gerät das eh schon mehr als Kompakt ist, erheblich Platz.

    Soweit die Theorie, in der ein Lithium-Polymer-Akku auch die letzte Ritze ausfüllt. In der Praxis sieht es aber eben doch anders aus.

    Beispiel: iPhone 4
    > http://www.tech.sc/gizmod...

    Wenn ich die Rückenabdeckung meines sehr flachen Google Nexus oder auch die Androiden der Kollegen (z.B. Droid/Milestone, Desire) öffne, sehe ich auch nicht, was ein fest eingebauter Akku da in Bezug auf Platz-Nutzung signifikant mehr hätte "rausquetschen" können.

    Geben Sie doch mal ein beliebiges Handy oder auch Tablet samt dem Wort "dissected" bei Google ein und schauen Sie sich Bilder der zerlegten Geräte an, womöglich fällen Sie anschließend auch ein anderes Urteil.

    Ich schliesse mich jedenfalls Kommentar 4 an:
    Fest verbaute Akkus sind ein 'No Go'.

  6. Ein gewichten Grund gibt es - die Bauform. Durch einen festgelöteten Akku spart man, in einem Gerät das eh schon mehr als Kompakt ist, erheblich Platz.

    Soweit die Theorie, in der ein Lithium-Polymer-Akku auch die letzte Ritze ausfüllt. In der Praxis sieht es aber eben doch anders aus.

    Beispiel: iPhone 4
    > http://www.tech.sc/gizmod...

    Wenn ich die Rückenabdeckung meines sehr flachen Google Nexus oder auch die Androiden der Kollegen (z.B. Droid/Milestone, Desire) öffne, sehe ich auch nicht, was ein fest eingebauter Akku da in Bezug auf Platz-Nutzung signifikant mehr hätte "rausquetschen" können.

    Geben Sie doch mal ein beliebiges Handy oder auch Tablet samt dem Wort "dissected" bei Google ein und schauen Sie sich Bilder der zerlegten Geräte an, womöglich fällen Sie anschließend auch ein anderes Urteil.

    Ich schliesse mich jedenfalls Kommentar 4 an:
    Fest verbaute Akkus sind ein 'No Go'.

    Antwort auf "Platzersparnis"
  7. Um es einfach und überspitzt auszudrücken:
    Es gibt Android mit Aktualisierungen – Google Nexus Geräte. Und es gibt Android ohne Aktualisierungen – alle anderen Hardware-Anbieter.

    Apple hat erkannt, dass Menschen bei Entscheidungsfreiheit oft überfordert sind. Deswegen gibt es ein Telefon und mehr nicht. Da Apple Hardware und Software kontrolliert, bekommt man Aktualisierungen zeitnah, unkompliziert und für einen mehr oder weniger sinnvollen Zeitraum nach Erscheinen des Telefons. (Außer man hat ein kaum zwei Jahre junges IPad1, dafür gibt es dann kein iOS6 mehr.) Wie Apple in der Lage wäre Aktualisierungen etc. zu handhaben, wenn es mehrere Anbieter für iOS-Hardware gäbe, weiß keiner.

    Was Android angeht, so gibt es mindestens genau den gleichen Komfort und Umfang was Aktualisierungen angeht – wenn man sich das Google Smartphone kauft. Anbieter von Hardware und Software in einem, schnelle, unkomplizierte Aktualisierungen, auch für Geräte, die schon über ein Jahr alt sind.

    ABER, bei Android hat man die Wahl sich auch einen anderen Anbieter der Hardware auszusuchen, z.B. weil dieser billiger ist – und genau da scheitern viele mit einer sinnvollen Entscheidung und meckern/wundern sich später über die Konsequenzen.

    Antwort auf "Ladezyklen; Firmware"

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  • Schlagworte Google | Nokia | Microsoft | Motorola | Verizon | Android
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