Einst setzte Motorola Trends, heute haben die Smartphones der Amerikaner hierzulande Seltenheitswert. Der Marktanteil liegt im einstelligen Bereich. Nach der Übernahme durch Google wagt Motorola nun einen neuen Anlauf. Beim heute vorgestellten Modell Razr i setzt der Hersteller auf eine besonders lange Akkulaufzeit und auf Schnelligkeit. Sicherstellen soll die vor allem ein Prozessor von Intel.

Mit einer Akkuladung auch über einen arbeitsreichen Tag zu kommen, ist bislang eine Herausforderung für sämtliche Touchscreen-Telefone. Das Razr i soll das problemlos schaffen, dank eines Akkus mit immerhin 2.000 Milliamperestunden . Ob das realistisch ist, werden Tests mit den finalen Geräten zeigen müssen.

Darüber hinaus handelt es sich auch um das erste Smartphone mit Intel-Prozessor, das hierzulande erhältlich sein wird. Geräte wie das Lava Xolo 900 oder das K800 von Lenovo wurden bislang nur im Ausland verkauft. Und ZTE hat auf der Internationalen Funkausstellung Ifa zwar das Grand X IN mit Intel-Chip vorgestellt, aber nicht offiziell bestätigt, dass es nach Deutschland kommt – geschweige denn, wann es soweit sein soll.

Bisher steckt in Smartphones fast immer Chip, der auf der ARM-Architektur basiert, woraus Hersteller wie Qualcomm, Samsung , Nvidia oder Apple ihre eigenen Prozessoren entwickeln. Auch die kürzlich in New York vorgestellten Motorola-Telefone für den amerikanischen Markt arbeiten mit einem auf der ARM-Architektur beruhenden Prozessor. Intel will mit seinem späten Vorstoß in den mobilen Markt nun für Konkurrenz sorgen. Und Motorola hat damit wenigstens ein technisches Alleinstellungsmerkmal, um zwischen den vielen Konkurrenten ein wenig aufzufallen. Ohne solche Besonderheiten dürfte sich am mageren Marktanteil wenig ändern.

Mechanischer Auslöser für die Kamera

Das Razr i wird mit dem Betriebssystem Android 4.0 von Konzernmutter Google ausgeliefert. Ein Update auf die aktuelle Version 4.1 alias Jelly Bean hat Motorola zwar versprochen, ohne aber einen konkreten Termin nennen zu wollen. Dem ersten Eindruck nach laufen die Apps aus Google Play sauber und ruckelfrei, dennoch ist der Rückgriff auf die ältere Android-Version etwas enttäuschend.

Der Chip ist mit zwei Gigahertz getaktet und soll besonders schnell arbeiten, gleichzeitig aber wenig Energie verbrauchen. Motorola verspricht eine Gesprächszeit von 20 Stunden. Beim Stromsparen helfen sollen auch die sogenannten Smart Actions, die das Nutzerverhalten über mehrere Tage hinweg analysieren und selbständig Vorschläge für zeitgesteuerte Regeln machen. So würden zum Beispiel GPS und WLAN über Nacht automatisch ausgeschaltet werden, sobald der Tagesrhythmus der Nutzers bekannt ist. Zudem erinnert das Smartphone seinen Besitzer rechtzeitig daran, den Akku zu laden.

Die Kamera schießt Fotos mit acht Megapixeln, auf Wunsch auch zehn Stück pro Sekunde. Ein mechanischer Auslöser in der rechten Flanke soll sie binnen weniger als einer Sekunde starten. Das gilt auch für den Fall, dass der Touchscreen des Telefons gerade gesperrt ist. Dennoch gelangt der Nutzer ohne explizite Freigabe nicht in den restlichen Teil der Oberfläche: Nach dem Ausschalten der Kamera kehrt das Razr i in seinen Ausgangszustand zurück, also in die Tastensperre. Dadurch soll die Kamerafunktion an Eigenständigkeit gewinnen.