Windows Phone 8 : Nokia überzeugt mit neuem Smartphone

Das Lumia 920 ist das erste Nokia-Smartphone mit Windows Phone 8. Es setzt auf Design, eine gute Kamera und kabelloses Aufladen. Was es kosten soll, verriet Nokia nicht.
Microsoft Steve Ballmer und Nokia-Chef Stephen Elop bei der Vorstellung des Lumia © Spencer Platt/Getty Images

Nokia hat in New York sein neues Smartphone vorgestellt, das Lumia 920 mit dem Betriebssystem Windows Phone 8 , das Microsoft offiziell erst Ende Oktober veröffentlicht. Mit dem bunt designten Smartphone scheint Nokia vieles richtig gemacht zu haben.

Das Lumia 920 beherrscht den neuen Mobilfunkstandard LTE, und das sogar inklusive der in Europa verwendeten Frequenzen, was bei anderen Geräten mit 4G alles andere als selbstverständlich ist. Ein NFC-Chip ist ebenfalls im Gerät, außerdem eine Acht-Megapixel-Kamera.

Nokia spricht in diesem Zusammenhang von "PureView" und verbaut besonders leistungsfähige Bildsensoren. Gemeint ist damit aber nicht wie beim Nokia 808 PureView ein Oversampling, also das Aufnehmen mit bis zu 38 Megapixeln und anschließende Herunterrechnen auf acht Megapixel. Vielmehr verdient sich das Lumia 920 nach Meinung des Herstellers diesen Zusatz aufgrund des verwendeten BSI-Sensors. Der soll mehr Licht einfangen als reguläre Sensoren, weswegen Bilder nicht so sehr unter Farbrauschen leiden.

Neu für Mobiltelefone ist der Einsatz eines optischen Bildstabilisators: Das Linsensystem soll in einer Flüssigkeit gelagert sein und somit leichte Bewegungen wie das Zittern der Hand kompensieren. Als Folge dessen führen längere Verschlusszeiten nicht mehr zu verwackelten Bildern. Handy-Aufnahmen in geschlossenen Räumen oder am Abend wären damit zumindest weniger schwierig.

Augmented Reality im Kamerabild

Ein erster, kurzer Test brachte tatsächlich recht beeindruckende Ergebnisse, auch bei Videos. Wo die Grenzen des Systems liegen, ließ sich in der Kürze der Zeit nicht ausloten, doch ein positiver erster Eindruck bleibt.

Integriert in die Kameratechnik ist auch eine Augmented-Reality-Funktion: Dabei wird das Live-Bild auf dem Display durch zusätzliche Informationen angereichert und beispielsweise das nächste Café oder Restaurant angezeigt. City Lense nennt Nokia das.

Der 4,5 Zoll große Touchscreen mit 1.280 mal 768 Pixeln soll eine Auflösung von 332 ppi erreichen, die Bildpunkte also enorm dicht packen. Und weil diese Auflösung leicht über dem HD-Standard von 1.280 mal 720 Pixeln liegt, nennt Nokia das im Werbesprech "PureMotion HD+". Der erste Teil der Bezeichnung spielt auf die Geschwindigkeit an, mit der das Display bewegte Bilder anzeigt. Nach eigenen Angaben soll es sich um den schnellsten LCD handeln, der je in einem Smartphone verbaut wurde, Nachzieheffekte soll es quasi nicht mehr geben.

Bedienen lässt sich der Touchscreen übrigens auch, wenn man Handschuhe trägt. Und wie bereits beim Lumia 800 ist die mit Gorilla Glas 2 beschichtete Oberfläche kissenförmig gewölbt und geht nahezu nahtlos in das Gehäuse über.

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Kommentare

37 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Interessant

Die Ladematte empfinde ich jetzt zwar eher als Spielerei, aber Windows Phone interessiert mich sehr als Betriebssystem bei Smartphones. Ich finde es ist ein guter Kompromiss zwischen der Freiheit von Android und der "Konsistenz" von iOS. Zwar werden mir die Techies jetzt den Kopf wahrscheinlich einschlagen, aber Android ist mir teilweise zu sehr "Baukasten".

Ladematten bitte überall -Flugzeug, Bahn, Autos, Flughäfen usw.

@ Hellmood1 05.09.2012 um 21:08 Uhr

"Die Ladematte empfinde ich jetzt zwar eher als Spielerei, ..." Nein tolle Sache ... vermutlich haben Sie das nicht richtig verstanden.
Die Ladematte ersetzt eine Ladestelle mit Kabel und Kontakten.
Technisch im Prinzip ein halbe Seite des Transformators. So was kommt auch bei E-Autos und wird weiterentwickelt.

Bereits mein guter Palm Pré hat das kontaktlose Laden mit einer als "Touchstone" bezeichneten Ladestelle gehabt. Nur drauflegen und los geht es. Kommt ein Gespräch und man nimmt ihn wieder in die Hand, wird sofort auf Gesprächsannahme geschaltet. Das Smartphone liegt etwas schräg wie auf ein Pult darauf beim Laden, so daß man auch so prima per Freisprechen telefonieren kann und seine Termine und Kontakte im Blick hat. Alternativ kann man noch über Micro-USB laden.

Einziger Nachteil ... das Ladeteil stand immer zu Hause oder im Büro.

Die "Ladematte", die technisch die gleiche Funktion hat, könnte nun praktisch überall in neuen Autos, am Flugzeug- bzw. Bahnsitz, In Flüghäfen-Wartebereichen, Arzt-Praxen Wartezimmern, Hotel-Zimmern und Lobbys usw. verbaut werden.

Ist die Verbreitung groß genug, kann man auf das Mitführen von Ladegeräten und Kabeln verzichten! Bei den Milliarden von Reisebewegungen kommt da Gewicht zusammen und unnütze Produktion von Ladegeräten wird auch gespart.
Ich persönlich wäre dafür, so etwas als Standard zu schaffen. Mal ein sinnvoller!

Ja, sehr überzeugend...

Ja, das Gerät hat derart überzeugt, dass die Nokia-Aktie zweistellig nach der Präsentation abgestürzt ist :D

Auf dem Smartphone-Markt gibt es zwei Lager - sexy (iPhone) und technisch orientiert (Android-Phones). Und Nokia schafft es, ein äußerlich absolut ermüdendes Plaste- und Elaste-Gerät mit einem Betriebssystem zu verbinden, das meiner Meinung nach wirklich toll aussieht, aber dem Nerd-Lager null Chancen auf technische Spielereien lässt. Da passt nichts, aber auch gar nichts zusammen - ich hoffe, Microsoft findet irgendwann einen Hardware-Partner, der in der Lage ist, ein zum iPhone in haptischer und designerischer Qualität gleichwertiges Gerät zu bauen. Ich würde mich über nichts mehr freuen, als Apple endlich den Rücken kehren zu können.

Nokia hechelt seit 5 Jahren Apples iPhone hinterher und ist in der Zwischenzeit von Samsung, HTC und wie sie alle heißen von rechts und links überholt worden. Wie mies muss ein Unternehmen aufgestellt sein, das als ehemaliger Weltmarktführer nicht in der Lage ist, innerhalb von fünf Jahren zwei bis drei überzeugende Smartphones für jeden Geschmack auf die Beine zu stellen??

iphone sex

ähem, sexy: naja, bei mir tut sich da nichts. Vielleicht, weil ich mich über 10 Jahre meines Lebens als Formgeber mit dem Ideal des mininalen Funktionalismus herumschlagen musste. Apple folgt einfach der Norm von Bauhaus und dann HFG Ulm etc. Ist nicht schlecht, aber doch etwas langweilig. Es krankt an seiner eigenen Klassizität. Es hat sich derart zur Norm entwickelt, dass Fernost es nachmacht, und die halbe Welt meint, es ginge nicht anders. Ich wiederhole: Nokia zeigt, dass die Telefone auch anders aussehen können. Endlich mal Abwechslung.

Gute Hardware

Nokia hat auch in seinen schweren Zeiten sehr gute Hardware in seinen Oberklassegeräten verbaut. Wenn jetzt Windwows Phone 8 eine gute Software ist hat Nokia hoffentlich wieder einen Gewinner im Programm.

Nokia ist der letzte relevante europäische Hersteller im Mobilfunkbereich. Schon traurig, wenn man bedenkt dass noch vor 10 Jahren die Europäer die Standards gesetzt haben und jedes Land einen namhaften Hersteller hatte.