Das HTC One X+ ist das neue Spitzenmodell des Herstellers aus Taiwan. © HTC

HTC wandelt mit seiner Modellpolitik auf einem schmalen Grat. Der taiwanesische Hersteller überzeugt immer wieder mit Android-Smartphones, die kaum einen Vergleich zu scheuen brauchen. Aber HTC übertrumpft sich selbst in dermaßen kurzen Abständen, dass die größte Konkurrenz immer wieder im eigenen Hause entsteht.

Es ist gerade erst ein halbes Jahr her, da stellte HTC stolz seine neue Smartphone-Reihe mit dem Titel "One" vor: Das One X, das One S und das One XL. Schon da hatte HTC im Prinzip zwei Spitzenmodelle: das One X mit Vierkernprozessor und das One XL mit nur zwei Kernen, aber dafür einem LTE-Modul.

Mitte Oktober wird es nun bereits ein neues Topmodell geben, das One X+. Das kleine, unscheinbare Pluszeichen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass HTC das One X kräftig umgebaut hat, wenn auch nur im Inneren. Das Gehäuse ist abgesehen von der aufgeschäumten und damit griffigeren Rückseite der Hülle praktisch unverändert. Auch mit dem 4,7-Zoll-Bildschirm ist HTC weiterhin sehr zufrieden. Es sind andere Zahlen, die viele Käufer des One X ärgern dürften, weil sie nicht noch ein halbes Jahr gewartet haben.

Android 4.1 installiert

So ist der Vierkernprozessor Nvidia Tegra 3+ im neuen Modell auf 1,7 Gigahertz getaktet – und soll rund 25 Prozent schneller sein als sein Vorgänger. Selbst im Energiesparmodus, der die Geschwindigkeit drosselt, soll das One X+ noch schneller sein als das One X. Es ist ein Smartphone "für Performance-Freaks", heißt es bei HTC. Der neue Akku ist mit 2.100 Milliamperestunden deutlich stärker als der bisherige. Statt Android 4.0 läuft das One X+ mit 4.1 alias Jelly Bean. Auf diese aktuelle Version des Betriebssystems warten Besitzer der bisherigen HTC-Topmodelle bislang vergeblich.

Die Speicherkapazität ist mit 64 Gigabyte außerdem doppelt so groß wie die des One X.

Hinzu kommen eine deutlich hochwertigere Frontkamera und diverse Neuerungen in der Software und der Benutzeroberfläche namens Sense 4+. Die fangen an bei der Flash-Fähigkeit des Browsers und reichen bis hin zur Möglichkeit, sich selbst geschossene Fotos auch nach Aufnahmeorten sortiert anzeigen zu lassen. Dazu nutzt HTC die Geodaten der Bilder. Keine Revolution, aber eine hübsche Idee.

Einzig LTE unterstützt das One X+ in Deutschland nicht, das kann bei HTC weiterhin nur das One XL.

Kosten soll das X+ ohne Vertrag 649 Euro. Zum Vergleich: Das ist genau so viel, wie Nokia (ab November) für das Windows-Phone-8-Modell Lumia 920 verlangen wird, und es ist 30 Euro günstiger als ein iPhone 5 mit 16 Gigabyte-Speicher. Das HTC One X kostet derzeit 600 Euro.