Der vor einem Jahr verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs hielt nichts von Tablets mit einem sieben Zoll kleinen Bildschirm. Sie seien "tweeners", nichts Halbes und nichts Ganzes also, sagte er 2010 : "Zu groß, um mit einem Smartphone zu konkurrieren und zu klein, um es mit einem iPad aufzunehmen." Das Erlebnis, das ein iPad biete, sei definitiv besser und die kleinen Tablets seien schon bei ihrem Erscheinen totgeboren, wörtlich "DOA", für dead on arrival.

Seitdem allerdings hat sich der Markt für Tablets verändert. Amazon , RIM , Samsung und Google verkaufen kleine Pads, vor allem die von Samsung und Amazon sind sehr erfolgreich. Denn die Bildschirme von Smartphones sind eigentlich zu klein, um darauf bequem zu surfen und zu spielen, und die Tablets im iPad-Format von zehn Zoll (genauer 9,7 Zoll) sind zu schwer und zu unhandlich, um sie bequem zu halten.

Also doch sieben Zoll, auch von Apple . So scheint es derzeit jedenfalls. Bislang sind es nur anonyme Quellen, die von Medien wie dem Wall Street Journal zitiert werden , aber die Gerüchte klingen glaubhaft: Apple werde noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft eine kleinere und billigere Version seines iPads ausliefern. Die Produktion sei bereits angelaufen, schreibt die Wirtschaftszeitung.

Besonders verwunderlich ist das nicht, denn dass sich der Markt verändert, haben längst auch die Verantwortlichen bei Apple erkannt. Im Rahmen des Patentkrieges gegen Samsung wurde eine E-Mail öffentlich , die Apple-Vize-Präsident Eddy Cue im Januar 2011 an Tim Cook geschickt hatte, der damals noch nicht Chef des Konzerns war.

"Surfen ist der schwächste Punkt"

In der E-Mail schrieb Cue, es gebe durchaus einen Markt für kleinere Tablets und Apple solle solche bauen, um der Konkurrenz nicht das Feld zu überlassen. Das habe er auch verschiedene Male Steve Jobs gesagt – "und er schien das letzte Mal dafür sehr empfänglich". E-Mails, Bücher, Facebook und Video würden auch auf einem Sieben-Zoll-Tablet sehr gut funktionieren, sagte Cue damals. "Im Netz damit zu surfen, ist definitiv der schwächste Punkt, aber es ist brauchbar."

Nun kommt es wohl tatsächlich. Das Gerät, dessen offizieller Name unbekannt ist, soll einen 7,85 Zoll großen Bildschirm haben. Damit wäre das kleine iPad immer noch erheblich größer als beispielsweise das Kindle Fire von Amazon und das Nexus 7 von Google . Es wäre nicht nur fast einen Zoll länger, sondern auch breiter – mit einem Seitenverhältnis von vier zu drei, wie das Blog Macrumors schon im Juli aufzeichnete. 

Bei 9to5mac glaubt man , dass es mehr wie ein iPod aussehen wird. Dahinter steckt die Vermutung, dass der Rahmen um den Bildschirm an den Seiten viel dünner ausfallen soll als oben und unten.