In Douglas Adams' Romanserie Per Anhalter durch die Galaxis sterben die Bewohner des Planeten Golgafrincham aus, weil sie nicht nur ihre vermeintlich überflüssigen Versicherungs- und Unternehmensberater ins All schicken, sondern auch ihre Telefondesinfizierer. Um dann an einer Seuche einzugehen, die über verkeimte Telefone übertragen wird.

Was Adams als Satire meinte, hat durchaus einen, sagen wir, Nährboden: Alle Dinge, die von vielen Menschen in die Hand genommen werden, tragen Bakterien. Smartphones und Tablets sind da keine Ausnahme.

Das Wall Street Journal hat gerade acht zufällig ausgewählte Smartphones in einem Labor auf Besiedelung mit Bakterien testen lassen . Das ist keine Studie, die wissenschaftlichen Kriterien standhält, aber es ist ein Hinweis. Das Ergebnis: Auf allen Geräten klebten Mikroben in hoher Zahl. Das Labor habe zwischen 2.700 und 4.200 Colibakterien gefunden, schreibt die Autorin.

Nebenbei: Sehr viel besser untersucht ist das Phänomen bereits bei Tastaturen und Mäusen .

Hinweis auf Fäkalien

Die Keimbelastung selbst muss nicht unbedingt sofort zu Krankheiten führen, deutet aber auf Fäkalien und damit auf ein altbekanntes Phänomen. Denn nicht die Smartphones sind Schuld – vielmehr waschen sich viele Menschen einfach nicht oft genug die Hände.

Die wiederholte Handreinigung gilt als bester Schutz vor Erkältungen, Grippe und anderen Krankheiten. Denn immer wieder führen wir unsere Hände zu Mund, Augen und Nase und tragen damit eventuelle an ihnen haftende Keime in den Körper. Wer sich fünf Mal am Tag die Hände wäscht, kann die Häufigkeit von Erkrankungen der Atemwege um bis zu 45 Prozent verringern, wie beispielsweise eine Studie an amerikanischen Rekruten nachwies .

Doch auch wenn Smartphones nicht die Ursache sind, eine Besonderheit der Geräte verstärkt diesen Zusammenhang: Sie lassen sich eher schlecht reinigen. Die berührungsempfindlichen Schirme sind beschichtet, damit Fingerspuren nicht den Durchblick stören. Deshalb aber raten alle Anbieter – hier beispielsweise Apple – davon ab, die Geräte mit Glasreiniger oder Alkohol abzuwischen, um die fettabweisende Schicht nicht zu zerstören.

Wasser hilft nicht

Hersteller empfehlen, Displays und Gehäuse mit einem angefeuchteten Tuch zu säubern. Das aber ist die Methode, die am schlechtesten hilft, heißt es im Wall Street Journal . Auch das wurde in dem Labor getestet.

Insgesamt wurden vier Reinigungsmethoden untersucht: Wasser, Alkohol, Glasreiniger und Reinigungstücher für elektronische Geräte. Alkohol eignete sich demnach am besten und vernichtete nahezu 100 Prozent der Keime. Wasser hingegen sei die am wenigsten effektive Methode gewesen.

Smartphones und Tablets haben wir nicht nur ständig in der Hand, wir nutzen sie auch beim Essen, im Bett und eben auf der Toilette . Gute Bedingungen für Keime also. Was angesichts der Eigenart der berührungsempfindlichen Schirme wieder zum ursprünglichen Rat zurückführt, den Hygieneexperten schon seit vielen Jahren geben: Hände waschen!