Txtr BeagleEin E-Book-Reader, der nur zehn Euro kosten soll

Die Berliner Firma Txtr hat einen simplen Reader entwickelt, der per Smartphone mit E-Books befüllt wird. Der Verzicht auf Extras soll sich im Preis niederschlagen. von Christian Klaß

Txtr Beagle

Der Txtr Beagle hat ein E-Ink-Display mit einer Bildschirmdiagonalen von fünf Zoll.  |  © Txtr

Txtr hat mit dem Beagle einen kompakten E-Book-Reader mit einem fünf Zoll kleinen E-Ink-Display vorgestellt. Das Besondere: Auf USB und Ladegerät wird komplett verzichtet, auch WLAN ist nicht integriert.

Stattdessen werden neue E-Books per Bluetooth mit einer Smartphone-App oder einem PC in den 4-GByte-Flashspeicher des Txtr Beagle übertragen, Sie werden dabei seitenweise vorgerendert, so dass dem Txtr Beagle ein schwächerer Prozessor ausreicht. Der muss dann nur noch auf Tastendruck die Seiten umblättern.

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Durch die Umrechnung ins neue Format passen allerdings auch nur ungefähr fünf Bücher in den E-Book-Reader. Man könnte ihn auch als dummen Bildbetrachter bezeichnen. Mehr muss er jedoch nach der Argumentation des Herstellers als Smartphone-Begleiter auch gar nicht sein.

Die abgespeckte Hardware ermöglicht die vom Hersteller versprochene lange Laufzeit von bis zu einem Jahr. Sie soll bei einem durchschnittlichen Lesebedarf von 12 bis 15 Büchern pro Jahr erreicht werden, die Nutzung von hochwertigen Batterien oder Akkus vorausgesetzt.

Für Strom sorgen zwei AAA-Zellen, die im unteren, wulstigen, 14 mm dicken Rand des ansonsten 4,8 mm flachen Gehäuses eingesteckt werden. Mit den Batterien beziehungsweise Akkus wiegt der Beagle 128 Gramm, ohne sind es 111 Gramm.

Mit Kantenmaßen von 140 x 105 mm soll der Txtr Beagle auch in kleinen Handtaschen oder in Hemd- und Hosentaschen verstaut werden können.

E-Books werden per App und Bluetooth übertragen

Die erste Beagle-Generation soll mit Android-Geräten und PCs genutzt werden können. Zur Übertragung der Bücher wird die txtr-App für Smartphones benötigt, die in ihrer derzeitigen Betaversion auch den Beagle unterstützt. Eine entsprechend erweiterte iOS-App soll es später auch geben, sagt Txtr.

Beim Vertrieb setzt das Berliner Unternehmen zunächst auf Partnerschaften mit Netzbetreibern. Die sollen den Txtr Beagle zum Preis von voraussichtlich weniger als zehn Euro als Smartphone-Zubehör günstig verkaufen können – und beim E-Book-Vertrieb über die Txtr-eigene Plattform mitverdienen. So stellt sich Txtr das jedenfalls vor, eine Einigung mit einem Mobilfunkbetreiber gibt es allerdings noch nicht. Txtr hatte bereits 2009 einen eigenen E-Reader angekündigt , der letztlich jedoch nie auf den Markt kam.

Bei großem Interesse am Txtr Beagle erwägt der Hersteller auch eine Selbstvermarktung des Geräts. Der Preis soll auch dann nicht wesentlich über zehn Euro liegen – und deutlich unter dem, was sonst für die günstigsten E-Book-Reader mit E-Ink-Display verlangt wird. Die gibt es teils schon für unter 60 Euro, sie können jedoch nicht einfach per Smartphone mit Büchern gefüllt werden.

Erschienen bei golem.de

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Leserkommentare
    • Garzun
    • 10. Oktober 2012 19:08 Uhr

    Ich finde die Idee sehr gut. Denn wenn man ehrlich ist: ein buch ist auch nicht schlauer als dieser Reader. Wozu soll man also noch ein "schlaues" und teures Gerät erwerben, wenn der Einsatzzweck dies eigentlich nicht nötig macht.

    Das einzige was mich ein wenig stört ist das relative kleine display. 6-7 Zoll wären vlt besser. Aber gut ansehen würde ich es mir auf jeden Fall. Und vermutlich auch kaufen...

  1. das neue günstige E-Book das Leseverhalten der Bürger positiv-egal ob Buch oder so lesen ist einfach eine schöne Angelegenheit die viel mehr genutzt werden sollte-

    Eine Leserempfehlung
    • lyriost
    • 10. Oktober 2012 19:51 Uhr

    Da ich kein Smartphone brauche und deshalb keines habe und ebenso keine Apps, ist das für mich uninteressant. Auch möchte ich eigene Texte von meinem PC laden und sie dort auch wieder speichern können.

    Eine Leserempfehlung
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    • Keshik
    • 11. Oktober 2012 16:09 Uhr

    Im Text stand, dass sie den "txtr" auch vom PC aus befüllen können. Das dürfte auch weitaus schneller gehen, wenn die Daten vorgerendert werden sollen (4GB nur etwa 5 Bücher!!!). Also wird es wohl auch einen Formatkonverter für ihre Bücher auf das Neue geben.

    Aber an den Autor: die Befüllbarkeit vom Rechner aus sollte vielleicht stärker gewichtet werden als das Umwandeln der ebooks per "App" auf dem Smartphone.

  2. Keiner braucht einen 10-Euro Ebook-Reader, sondern die Welt braucht endlich einen Ebook-Reader im Buch-Format bzw. Buchgröße. Am besten zweisetig und zuklappbar wie ein Buch.

    Der E-Ink-Display war der erste Fortschritt im digitalen Lesen. Der zweite Schritt wird nicht der Preis sein, sondern wirklich die Bildschirmgröße. Diese ist bei allen erstzunehmenden E-Book-Reader (Smartphones und Ipads gehören also nicht dazu) einfach noch zu klein.

    3 Leserempfehlungen
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    Gibt so einige eReader mit 9,7 Zoll Diagonale. Beispiel Kindle Graphite DX, Pocketbook Pro.

    habe ich ein altes Notebook als e-book-reader umgestaltet. Mir gefällt nicht, dass ich jetzt mit meinem Kauf nur noch einen Anspruch auf das Lesen erwerbe.
    Außerdem vermisse ich das Rascheln der Blätter und das Anfassen des Papiers und Umschlags. Und ich liebe einfach den Blick auf meine Bücher. Ich kann auf einen Reader verzichten. Und auch die Urlaubslektüre von drei oder vier Büchern passt immer noch in meinen Koffer.

  3. Kaufen würde ich ihn allerdings erst, wenn er direkt beim Hersteller erhältlich wäre.

  4. ... werde ich ganz sicher kaufen. Er ist auf das Wesentliche reduziert, und mehr als fünf Bücher gleichzeitig lese ich sicher nicht. Ein angenehmer Nebeneffekt ist auch, dass durch die fehlende Technik auch kein Ausspionieren der Lesegewohnheiten der Nutzer möglich ist.

    Die Kindle-Geräte von Amazon z.B. schauen nämlich dem Leser zu jeder Zeit über die Schulter, welches Buch er liest, weiss Amazon ohnehin, darüber hinaus registrieren sie, wie lange er auf welcher Seite verweilt, welche Hervorhebungen er vornimmt usw.. Es mag Nutzer geben, die das begrüßen, ich zähle nicht dazu.

    https://netzpolitik.org/2...

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    System Requirements

    txtr: "To get more books from user's library requires (1) pairing via Bluetooth of smartphone (2) txtr Android app with beagle support"

    Kindle: "Keine, der eReader funktioniert drahtlos und benötigt keinen Computer"

    Zielgruppe vom Beagle sind damit offenbar ausschließlich Android-User. Eine Möglichkeit, per Mac oder PC Bücher zu kaufen, konvertieren und übertragen scheint zu fehlen. Und wir erinnern uns: Android ist bei Web-Aktivität und App-Kauf weit hinter Apple. Ich kenne bei Android-Usern persönlich auch nur entweder Voll-Nerds, die gerne alles ausprobieren und konfigurieren, aber keine Bücher lesen, und Normalos, die das Android vom Händler als neues Telefon haben und es genauso (also nicht) nutzen wie ihr altes und gerne auf Papier lesen. Die Zielgruppe für den Beagle wirkt auf mich damit eher klein.

  5. Für mich klingt der angekündigte Preis von wenig mehr als 10 Euro interessant. Bücher würde ich mir aber sicher nicht darüber kaufen, die würde ich weiterhin in Papier lesen. Viel attraktiver erscheint mir die Möglichkeit, Texte, die ich sonst am Computer lesen würde (/müsste), zum Lesen mit in die Schule nehmen zu können. Voraus setzt dies natürlich die Möglichkeit, das Gerät per Copy-and-Paste mit einfach Texten bestücken zu können. Endlich Dinge aus dem Internet unterwegs lesen – ohne Smartphone und Papier- und Tintenverschwendung.

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    Befüllt auch den Kindle. Automatisch, täglich, mit den Dingen, die man sich zwischendurch gemerkt hat.

    http://www.taptoplay.de/p...

    • Titule
    • 10. Oktober 2012 22:13 Uhr

    Aus dem Artikel:
    "Die [Netzbetreiber] sollen den Txtr Beagle zum Preis von voraussichtlich weniger als Euro als Smartphone-Zubehör günstig verkaufen können"

    Wieviel ist denn "weniger als Euro"?

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    weniger als Euro ist Cent - ganz einfach ;-)

    Ein Ebook im epub-format ist idr kleiner als 1mb. Das sollte kein Problem sein dieses mb per bluetooth zu übertragen.

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  • Schlagworte Euro | Akku | App | Bluetooth | E-Book | E-Book-Reader
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