Txtr BeagleEin Billig-E-Reader mit Schwächen

Der Txtr Beagle ist ein handlicher E-Reader, der über ein Smartphone mit E-Books befüllt wird. Ein Test verdeutlicht allerdings die Grenzen des pfiffigen Konzepts. von Jörg Thoma

Txtr Beagle

Den Txtr Beagle soll es in verschiedenen Farben geben.  |  © Txtr

Klein, handlich und ohne Kabel oder Ladegerät: Der E-Book-Reader Txtr Beagle wiegt etwa 132 Gramm, ist nur etwas größer als ein aktuelles Smartphone und soll damit ideal sein für alle, die viel unterwegs sind.

Das E-Ink-Display des Txtr Beagle ist nur 100 mal 75 Millimeter groß, das Gehäuse hat die Abmessungen von 140 mal 105 Millimetern und ist 4 Millimeter dünn. Trotz der geringen Größe lässt sich gut darin lesen. Das Berliner Unternehmen Txtr ordnet den E-Book-Reader als Smartphone-Zubehör ein. Tatsächlich passen beide nebeneinander in die Hosentasche.

Anzeige

Weil Txtr die Akkulaufzeit verlängern und deshalb die Prozessorleistung gering halten will, hat sich das Unternehmen für eine ungewöhnliche Lösung entschieden: Die E-Books werden auf dem Smartphone in Raw-Bilder übersetzt und per Bluetooth auf den Reader übertragen. Das erspart ein Rendern der Texte, die Bilder sind aber nicht durchsuchbar und verbrauchen naturgemäß mehr Speicherplatz als E-Books, die normalerweise nur eine Größe von mehreren Hundert Kilobyte haben. Deshalb passen auf den 4 Gigabyte großen Flash-Speicher des Txtr Beagle maximal 15 konvertierte elektronische Bücher. Der Hersteller wirbt aber nur mit Platz für fünf umfangreiche E-Books. Die Anzahl hängt vom Seitenumfang der Originale ab.

Auf dem fast quadratischen E-Ink-Display mit einer Auflösung von 800 mal 600 Pixeln lesen sich die konvertierten E-Books wie auf einem herkömmlichen E-Book-Reader. Selbst die acht Graustufen werden beim Seitenwechsel invertiert. Die Schrift wirkt zwar nicht so scharf wie etwa auf einem Kindle, lesbar ist sie trotzdem recht gut, auch bei direktem Lichteinfall. Es gibt fast keine Spiegelung, denn das Display ist matt.

Die Navigation ist auf wenige Schaltflächen reduziert: Über einen Home-Button erfolgt die Auswahl des E-Books, zwei Schalter gibt es für das Vor- und Zurückblättern. Auf der Rückseite versteckt sich der Ein- und Ausschalter. Eingaben per Touch sind nicht möglich.

Stecker und Kabel, mit dem der kleine Reader mit dem Smartphone verbunden wird, gibt es keine. Die Datenübertragung der auf dem Smartphone konvertierten E-Book-Bilder erfolgt über Bluetooth.

In Verbindung mit einem Android -Smartphone muss der Anwender zunächst die kostenlose App Txtr E-Books über Google Play installieren. Laut Txtr soll es später auch eine Anwendung für Windows geben. Außerdem wartet eine iOS-App auf die Zertifizierung durch Apple.

Leserkommentare
  1. … zu verwenden.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Prozessor, der pro Seite 1 Megabyte Grafikdaten transportieren muss, nicht auch den Dampf hätte, um ein simples Vektorformat mit Vektor- oder Bitmapschriften auf den Schirm zu bringen.

    Seiten-/Absatz-/Zeilenumbruch hätte ebenfalls bereits im Smartphone stattfinden können. Der Weg zu veränderbaren Schriftgrößen wäre um Vieles Kurzer gewesen.

    Auf mich macht das einen sehr uneleganten Eindruck. Bücher als Bitmaps, das würde ich heutzutage nicht mal mehr bei Pearl erwarten.

    • lxththf
    • 25. Oktober 2012 18:00 Uhr

    ist schon ein Grund, davon abzuraten. Mal ehrlich. Wer will schon einen 500Seitigen Roman im Smartphoneformat lesen.

  2. Mehr fällt mir dazu nicht ein.

  3. Nunja, erst hat sich das Ganze wie ein grotesk positiv geschriebener Horrorbericht gelesen, aber dann stand es da:
    10€
    Also wenn das mal kein Kampfpreis für einen E-Reader ist.

    Allerdings ist er halt nicht mehr als eine batteriesparende Lese-App fürs eigene Smartphone, dessen Auflösung das Lesen vermutlich angenehmer gestalten würde...

  4. Wenn man schon ein Smartphone hat, dann kann man gleich auf dem Smartphone lesen. Wozu das kleine Gerät?

  5. Die 10€ sind ja nicht für den freien Erwerb gedacht. Man kann also nicht in einen Laden gehen und für 10€ das Gerät erwerben. Wie auch immer, die Idee ist gut, aber dennoch: wen man einen eInk Reader haben möchte, dann sollte man überlegen, ob man einen unabhängigen Reader möchte oder einen Reader, der ausnahmslos nur mit einem Smartphone zusammenarbeiten kann....

  6. Ich würde mir das Teil sofort kaufen, z.B. für den Urlaub ist das doch perfekt. E-ink ist echt viel wert.
    ABER: Der große Vorteil bei eBooks ist für mich als Student die Volltextsuche, die ist hier nicht vorhanden. Ansonsten sofort!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Schlagworte Google | App | Bluetooth | E-Book | E-Book-Reader | MIT
Service