SmartphonesApple und HTC beenden Patentkrieg

Ein erster Friedensvertrag im weltweiten Patentkrieg: Apple und HTC wollen sich nicht länger verklagen. Eine Einigung mit anderen Android-Herstellern ist nicht in Sicht. von dpa

Smartphones von Apple und HTC

Als der Patentstreit begann: Smartphones von Apple und HTC aus dem Jahr 2010  |  © Nicky Loh / Reuters

Im weltweiten Patentkrieg auf dem Smartphone-Markt haben Apple und HTC einen der wichtigsten Konflikte beigelegt. Beide Konzerne haben sich auf ein zehnjähriges Lizenzabkommen geeinigt. Dieses soll alle laufenden und künftigen Patente einschließen. Die gegenseitigen Klagen werden fallengelassen. Weitere Bedingungen des Deals wurden zunächst nicht bekannt.

Apple und HTC hatten sich in den vergangenen zwei Jahren gegenseitig Patentverletzungen vorgeworfen, allein in Deutschland gab es vier Verfahren. Die Chefs der beiden Unternehmen, Tim Cook und Peter Chou, erklärten unisono, dass sie sich über das Ende des Streits freuten und sich nun auf Innovationen konzentrieren wollen.

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Dass es überhaupt zu einer Einigung kommen konnte, liegt zum einen daran, dass Cook ein erklärter Gegner von langwierigen Klagen ist. Zum anderen hatte HTC zur Unterstützung mehrere Patente von Google bekommen und zudem für rund 300 Millionen Dollar das Unternehmen S3 Graphics wegen ihres Portfolios gekauft. Ein weiterer Zukauf war möglicherweise sogar noch wichtiger: HTC übernahm für 75 Millionen Dollar Patente der Firma ADC Telecommunications für den superschnellen Datenfunk LTE . Apple versuchte, diese vor der ITC für nichtig erklären zu lassen, das gelang jedoch nicht. So hatte HTC möglicherweise auch ein Druckmittel gegen Apple in der Hand.

Der Streit der beiden war der Auftakt zum großen Patentkrieg zwischen Apple und Herstellern von Geräten mit dem Google-Betriebssystem Android. Besonders erbittert ist der Konflikt mit Samsung . Und seit der Handy-Pionier Motorola von Google gekauft wurde, ist Google auch direkt in den Streit verwickelt.

Steve Jobs und der "thermonukleare Krieg"

Losgetreten hatte den Streit der damalige Apple-Chef Steve Jobs . Er hatte einen "thermonuklearen Krieg" gegen Android ausgerufen, um das Google-Betriebssystem aus dem Markt zu schlagen. Jobs war wütend, weil er Bedienung und Aussehen von Android-Geräten vom iPhone abgekupfert fand. "Ich werde Android vernichten, weil es ein gestohlenes Produkt ist", drohte der vor gut einem Jahr verstorbene Apple-Gründer laut seinem Biografen Walter Isaacson . 2010 reichte Apple die ersten Klagen ein.

Zuletzt wurde jedoch immer deutlicher: Apple kann Android vor Gericht nicht besiegen. Vielleicht einzelne Geräte bremsen, Funktionen entfernen lassen oder Herstellern das Leben schwerer machen. Auch Verbraucher bekamen den Patentkrieg schon mit einigen Verkaufsstopps zu spüren. Aber die langsamen Mühlen der Gerichte sind nicht in der Lage, mit der Dynamik des Systems Android mit seinen vielen Herstellern und unzähligen Modellen mitzuhalten.

Leserkommentare
    • towely
    • 12. November 2012 12:25 Uhr

    Sieht man genau hin, erkennt man neben Cydia auch 5 Apps im Dock ^^

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, rtr, pb
  • Schlagworte Google | Steve Jobs | Samsung | Android | Apple | Gericht
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