"Was ist denn mit Apple los?", hat sich so mancher gefragt, der gerade erst das "neue" iPad gekauft hat. Inzwischen nämlich gibt es ein "noch neueres" Modell, das wir zur Vereinfachung auch iPad 4 nennen. Erst Mitte März 2012 hatten wir das nun nicht mehr neue iPad getestet . Mit einem Nachfolger nach nur acht Monaten hat kaum einer gerechnet – auch wir nicht.

Nun sind die Veränderungen zwischen dem iPad 3 und dem iPad 4 nicht so wesentlich, weswegen wir nicht alles noch einmal testen. Wir beschränken uns auf die wesentlichen Unterschiede: das neue System on a Chip (SoC) A6X mit seinen zwei CPU-Kernen, den Lightning-Anschluss und die neue Facetime-Kamera.

Rein äußerlich hat sich beim iPad 4 fast nichts getan. Es ist weiterhin ein 9,7-Zoll-Tablet mit iOS und einer Auflösung von 2.048 mal 1.536 Pixeln. Mittlerweile holt jedoch die Android-Fraktion auf. Das Nexus 10 hat sogar noch mehr Pixel , sodass das sogenannte Retina-Display langsam seine Besonderheit verliert. Hier zeigt sich, wie Konkurrenz das Geschäft beleben kann.

Dem Nexus 10 fehlen aber einige Dinge, die bei Apple Standard sind: Dual-Band-WLAN (802.11a/n und b/g/n) gibt es bei Google ebenso wenig, wie eine maximale Speicherausstattung von 64 Gigabyte. Apples iPad 4 bleibt also ausstattungstechnisch auf dem hohen Niveau der Vorgänger. Dazu gehört optional ein LTE-Modem , das wir aber noch nicht testen konnten; ein iPad 4 mit Mobilfunkmodem soll erst in ein paar Wochen verfügbar sein.

Facetime-Kamaera überarbeitet

Neben der praktisch identischen Ausstattung haben wir diverse Einzelkomponenten des iPad 4 kurz angeschaut, um sicherzustellen, dass unsere Ergebnisse des iPad-3-Tests übertragbar sind. Das ist in den meisten Fällen tatsächlich der Fall. Unter anderem auch deshalb, weil sich keine Unterschiede beim Betriebssystem ausmachen ließen. Das iPad 4 kommt mit dem aktuellen iOS 6.0.1, das es auch für das iPad 3 gibt.

Bei der Hauptkamera und der Tonausgabe konnten wir keine Unterschiede ausmachen. Die zum Nutzer gerichtete Facetime-Kamera wurde hingegen deutlich verbessert. Das Bild des iPad 4 rauscht hier verglichen mit dem Vorgänger deutlich weniger. Außerdem sind mehr Details zu sehen.

Das Display ist wie gewohnt fettabweisend und spiegelnd sowie hell genug, um tagsüber gut mit dem iPad 4 arbeiten zu können. Wie gehabt ist zudem der Energiebedarf des Displays sehr hoch, weil durch die vielen Pixel eine stärkere Lichtquelle aktiv sein muss. Es ist uns auch beim iPad 4 passiert, dass es an einem älteren Macbook Pro nicht mehr laden wollte, wenn bereits ein anderes Gerät aufgeladen wird. Die 2,5 Watt des USB-Standards sind nicht ausreichend, weswegen Apple ein 12-Watt-Netzteil beilegt und an Macs den Energiebedarf aushandelt. Das beherrschen andere Netzteile und Computer nicht.

Alte Micro-SIM statt neuer Nano-SIM

Am Rande verwundert uns, dass Apple laut Datenblatt nicht die Nano-SIM, sondern eine Micro-SIM voraussetzt. Beim iPhone 5 und dem iPad Mini wird auf die vierte SIM-Generation gesetzt. Das iPad 4 bleibt bei der dritten Generation. Das bedeutet, wer gelegentlich SIM-Karten zwischen seinen Geräten tauscht, braucht bei aktueller Apple-Hardware trotzdem einen Adapter. Das Problem dürfte jedoch nur wenige betreffen.

Der größte äußerliche Unterschied zum Vorgängermodell ist der neue Lightning-Anschluss, der mit dem iPhone 5 eingeführt wurde und auch beim iPad Mini Verwendung findet. Der ist schön klein und hat einen Vorteil, der bei Computeranschlüssen selten ist: Wie herum er eingesteckt wird, ist egal. Wer viel mit USB herumhantiert, weiß, wie nervenschonend das sein kann.

Dank Lightning sollte die Synchronisation von Daten deutlich schneller vonstatten gehen. Allerdings haben wir kaum Unterschiede zwischen iPad 3 (30-Pin), iPad 4 und iPad Mini entdecken können. Wir haben etwas über 10 Gigabyte synchronisiert und brauchten jeweils aufgerundet 11 Minuten. Das iPad 4 und die Miniversion brauchten nur 10 Sekunden weniger als beim gleichen Versuch mit einem 30-Pin-Anschluss.