Apples Tablets und Smartphones öffnen sich dem normalbegabten Bastler nicht, zu fest sind sie verschlossen. Daher haben die Schrauber des Technikblogs iFixit praktisch ein Monopol darauf, etwas genauer in das Innenleben der Rechner zu schauen. Sie haben auch das neue iPad-Mini so schnell wie möglich aufgeschraubt .

Beziehungsweise in diesem Fall eher aufgeschmolzen. Denn das 7,9 Zoll messende Tablet wird nicht von Schrauben zusammengehalten, sondern hauptsächlich von Klebstoff. Das, so sagen die Reparaturexperten von iFixit , sei unter Reparaturkriterien nie eine gute Idee. Nur mit Heißluftpistole, flachen Plastikspachteln und viel Fingerspitzengefühl könne das Gehäuse geöffnet werden.

Doch es gibt auch positive Aspekte beim iPad-Mini: Die berührungsempfindliche Glasoberfläche und der eigentliche Bildschirm sind nicht wie bei anderen iPads miteinander verklebt oder verschweißt. Das Glas zumindest lässt sich also vergleichsweise preiswert ersetzen, da nicht eine ganze Baugruppe weggeworfen werden muss. Wenn man das Gerät denn aufbekommt.

Der Akku kommt ebenfalls gut weg, vor allem die Möglichkeit, ihn auszutauschen. Verbaut ist ein Akku mit einer Leistung von 16,3 Watt und einer Nennladung von 4.400 Milliamperstunden. Das ist sehr viel weniger als bei anderen iPads. Trotzdem hält das Gerät nach übereinstimmenden Testberichten ( hier ein ausführlicher von Engadget ) vergleichsweise lange durch. Der Akku selbst ist zwar wie alles andere auch eingeklebt, doch ist er nicht wie beim iPod Touch auch noch festgelötet, sodass er mit einigem Gefummel getauscht werden kann.

Noch ein Vorteil im Vergleich zu großen iPads: Da er nicht so viel Leistung zieht, lässt sich der Akku auch mit dem kleinen, nur fünf Watt leistenden Ladegerät aufladen und damit auch über einen USB-Anschluss am Rechner. Das große iPad hingegen zieht dem Rechner den Akku leer, selbst wenn dieser gleichzeitig an einem Netzteil hängt.

Ein anderer Punkt hingegen ist weniger kundenfreundlich. Kaputte Stecker seien neben gesprungenen Displays eines der häufigsten Probleme bei Apple-Geräten, so iFixit . Daher sei es "sehr ärgerlich", dass der Ladestecker bei dem kleinen iPad direkt mit der Hauptplatine verlötet sei. Das mache Reparaturen sehr teuer, müsse doch das gesamte Motherboard getauscht werden, wenn der Stecker defekt ist. Man könne nur hoffen, dass der neue, schmale Stecker zuverlässiger sei als der alte, lautet das Urteil der Tester.

Die Platine selbst sei ebenfalls nicht leicht zu entfernen, da sie eingeklebt ist. Ein Wechsel des Bauteils gelinge nur, wenn man alles erwärme und es dann vorsichtig heraushebele. Insgesamt erteilen die Bastler dem iPad-Mini die Note zwei, wenn es um seine Reparierbarkeit geht. Das ist die zweitschlechteste auf der Skala, die von eins für gar nicht bis zehn für sehr gut reicht.