Archos GamepadEin Tablet für den anspruchslosen Gamer

Das Archos Gamepad kostet zwar nur 150 Euro und bietet eine recht gelungene Steuerung für Spiele. Trotzdem dürften passionierte Gamer mit dem Gerät nicht zufrieden sein. von Tobias Költzsch

Archos Gamepad

Das Gamepad von Archos, ein Sieben-Zoll-Tablet für Gamer  |  © Archos

Mit dem Gamepad hat der französische Hersteller Archos ein Android-Tablet mit physischen Steuerelementen vorgestellt. Diese können über eine eigene Software mit der virtuellen Steuerung vieler Android-Spiele verknüpft werden. Für den niedrigen Verkaufspreis von 150 Euro müssen Käufer bei der Hardware allerdings einige Kompromisse eingehen.

Im Inneren des Sieben-Zoll-Tablets arbeitet ein Prozessor mit zwei Cortex-A9-Kernen, die mit 1,6 Gigahertz getaktet sind. Der Arbeitsspeicher ist ein Gigabyte groß, der Flash-Speicher lediglich acht Gigabyte. Ein Steckplatz für Micro-SD-Karten bis maximal 64 Gigabyte ist vorhanden. Da aktuelle Spiele teilweise viel Speicherplatz einnehmen, ist dieser auch nötig.

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Das Gehäuse aus Kunststoff ist gut verarbeitet und misst 229,8 mal 118,7 Millimeter. Das Gamepad wiegt 328 Gramm, 12 Gramm weniger als das Google Nexus 7. Natürlich ist das Tablet von Archos durch die seitlichen Bedienungselemente länger als übliche Sieben-Zoll-Tablets. Wird das Gamepad als normales Tablet genutzt, erfordert dies eine gewisse Gewöhnung.

Single-Band-WLAN unterstützt das Archos Gamepad auf der Frequenz 2,4 Gigahertz, ein UMTS-Modem ist nicht verbaut. Auch einen GPS-Empfänger hat das Tablet nicht und auf Bluetooth muss der Nutzer ebenfalls verzichten. Die eingebaute VGA-Frontkamera reicht für Videotelefonie, schöne Fotos können damit eher nicht gemacht werden. Über einen Mini-HDMI-Anschluss kann das Gamepad an einen Monitor oder Fernseher angeschlossen werden.

Der Bildschirm hat eine Auflösung von 1.024 mal 600 Pixeln. Dies ergibt eine Pixeldichte von knapp 170 ppi. Googles Nexus 7 hat hier bei gleicher Displaygröße und einer Auflösung von 1.280 mal 800 Pixeln eine Pixeldichte von 216 ppi. Wie bei Android auf Tablets üblich, wird die Statuszeile nicht ausgeblendet, während ein Programm läuft. Dadurch verringert sich der Platz auf dem Display entsprechend.

Das Multitouch-Display reagiert gut und verzögerungsfrei auf Touch-Eingaben. Auch der Lagesensor reagiert ohne Verzögerung. Ein Helligkeitssensor ist nicht eingebaut.

An der falschen Stelle gespart

Beim Display hat Archos einige Abstriche gemacht, um den Preis des Tablets niedrig zu halten. Die maximale Helligkeit ist gering, bei starkem Licht sind die Bildschirminhalte schwer zu erkennen. Das Display des Testmodells hat zudem einen etwas geringen Kontrast, leicht flaue Farben und wirkt durch einen grobkörnigen Schleier über dem Bildschirm immer etwas unscharf. Bei Filmen oder Spielen fällt dieser Schleier zwar weniger auf, sichtbar ist er dennoch. Surft der Nutzer im Internet oder liest ein Buch, stört das körnig wirkende Bild stark.

Zudem ist das Display des Gamepads nicht blickwinkelstabil. Insbesondere wenn das Tablet nach hinten geneigt wird, invertieren die Farben und die Helligkeit nimmt stark ab. Das stört besonders, wenn der Anwender das Tablet im Hochkantmodus benutzt.

Hier wurde an der falschen Stelle gespart: Ein speziell für mobiles Gaming entwickeltes Tablet sollte einen ausreichend hellen, blickwinkelstabilen Monitor haben, da der Nutzer es sicherlich nicht nur in Innenräumen benutzen wird. Verwendet der Anwender das Gamepad als normales Tablet, stört die schlechte Bildschirmqualität besonders. Mit dem körnigen, flauen Display macht es bereits nach kurzer Zeit keinen Spaß mehr, im Internet zu surfen oder Bücher zu lesen. Mit dem Display des Nexus 7 kann der Bildschirm des Archos Gamepad definitiv nicht mithalten.

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