SmartphonesBlackberrys sollen auch Spaß machen
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Arbeit und Vergnügen strikt getrennt

Alles ist auf Effizienz getrimmt, auf Zeitersparnis. Zum Verfassen von Nachrichten reicht der Daumen: Über jedem Buchstaben der virtuellen Tastatur erscheint ein Vorschlag für das ganze Wort. Mit einer Daumenbewegung nach oben wird es in den Text geschoben. Der Kalender zeigt die Teilnehmer der nächsten Meetings an, inklusive der Informationen, die sie zum Beispiel bei LinkedIn veröffentlicht haben. Blackberrys sollen also auch in Zukunft für Firmenkunden interessant bleiben.

Patrick Beuth
Patrick Beuth

Patrick Beuth ist Redakteur im Ressort Digital bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Die Funktion Balance soll beweisen: Blackberrys können auch Spaßgeräte sein. Mit einer einfachen Wischgeste und einem Klick können Nutzer zwischen einer privaten Oberfläche und einer Firmenoberfläche wechseln. Auf der Firmenoberfläche liegen die Apps, die der Arbeitgeber freigegeben hat. Auf der privaten Oberfläche ist Platz für Games, Musik, Videos und andere Apps. Die Ebenen sind strikt voneinander getrennt, auch ein Kopieren von Dateien von einer Seite auf die andere ist nicht möglich.

Die Kamera-App beinhaltet eine Bildbearbeitung mit Effekten, Filtern und der Möglichkeit, Fotos zurechtzuschneiden. Mit "Story Maker" können Blackberry-Nutzer aus ihren Fotos, Videos und Hintergrundmusik eine Art Slideshow erstellen und mit anderen teilen.

Um auch für Privatanwender interessant zu sein, braucht die Plattform aber auch attraktive Apps von Drittanbietern. Mehr als 70.000 sind es zum Start, sagte Heins. Sein Unternehmen habe zudem Verträge mit den größten Filmstudios und Plattenfirmen abgeschlossen, um in der Blackberry World, dem App Store von Blackberry, aktuelle Videos und MP3s anbieten zu können.

Heins sagte aber auch: "Heute haben wir nicht die Ziellinie erreicht, sondern die Startlinie." Zunächst hat er getan, was er konnte. Der Rest ist Marketing und Psychologie.

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Leserkommentare
  1. Wenn dann aber 'nur' ohne Vertrag und mit Tastatur!!!!!

    Wer/was Erfolg haben will, muss auch erhältlich sein.

    Eine Leserempfehlung
    • js.b
    • 30. Januar 2013 23:58 Uhr

    Glückwunsch im doppelten Sinne! Was man so liest bisher, klingt sehr vielversprechend, sowohl was Betriebssystem als auch die beiden Geräte betrifft. Hoffentlich ist es nicht schon zu spät für RIM bzw. Blackberry - der Abstieg der letzten Jahre ist wirklich eine Schande und wahrscheinlich ohne Beispiel.

    Mich interessiert ebenfalls das Q10 deutlich mehr als das Z10. Denn trotz Android- und Apple-Fremdgehen vermisse ich schon irgendwie die QUERTZ-Tastatur und die grandiose lange Akkulaufzeit... (Bei Heise Online klingt es auch nicht danach, als könne das Q10 in Deutschland evtl. nicht erhältlich sein, es soll nur länger dauern als beim Z10.)

  2. Guter Artikel, die Software scheint in der Tat das große Highlight zu sein. Ob das allerdings reicht zweifle ich stark an. Marketingwirksame Spezifikationen wie Quad Cores oder große Full-HD Displays fehlen, das Design wirkt auf den ersten Moment auch nicht unbedingt als eye-catcher und die Materialauswahl (Plastik) tut sein übriges dazu.

    Dazu kommt, dass mit Windows Phone 8 bereits eine starke Alternative für IOS und Android abgeneigte vorhanden ist. Und hier ist auch die Hardware konkurrenzfähig.

    Ich wünsche BB, dass sie mit dem neuen OS erfolgreich werden. Dennoch bin ich mir sicher, dass das ein ganz mühsamer weg wird, denn zumindest die ersten beiden Geräte müssen ausprobiert werden um zu erzeugen - eine riesen Barriere für den schnellen Aufstieg.

  3. 4. Prima

    Als langjähriger BB-User bin ich gespannt auf das, was da kommt. Mein erster BB hat über vier Jahre solide seinen Dienst getan und hätte es wohl auch noch weiterhin getan, wäre ich geneigt zu gewesen, den Akku zu tauschen (denn das geht relativ leicht, im Gegensatz zu anderen Phones). Aber irgendwann ist genug dann genug.

    Der Unterschied zwischen einem BB und einem anderen Phone ist, dass es ein Arbeitsgerät ist mit dem man das tun kann, für was es gedacht ist. Gut arbeiten. Mein zweiter BB tut ebenso solide seinen Dienst und lenkt mich kaum von meiner Arbeit ab, weil er eben das tut, wofür er gedacht ist.

    Mein Privat-Smartphone ist eher ein Spaßgerät. Wäre ich Chef, wüsste ich, was meine Mitarbeiter dienstlich bekommen würden. Einen BB. Punkt!

    Allerdings ist mir auch klar, dass damit hals Hersteller (BB) kaum ein Staat zu machen ist. Interessant wird also sein, wie man die Gradwanderung hinbekommt, ein solides Arbeitsgerät zu basteln, was auch Spaß machen kann. Ich hoffe, es gelingt BB. Ich hänge an ihm.

  4. Es gibt offensichtlich keine Obergrenze zum Fremdschämen für Marketingkampagnen.

  5. Wenn ich so in meinem Umfeld beobachte, was dort an Smartphones genutzt wird und wofür, dann ist die Idee zwar gut, aber vermutlich werden die Dienst-Blackberries den privaten Bereich komplett gesperrt haben.
    Spaß während der Arbeit? Sich mal die Zeit nur vertreiben, um sich zu entspannen? Undenkbar, das ist doch faul und unproduktiv. Leider hat man die Veränderungen, die auf uns zukommen in DE noch nicht bemerkt, deshalb schätze ich, werden die neuen Blackberries nicht der gewünschte Erfolg. Denn für den privaten Markt stehen sie dazu nicht im Fokus.

    • 29C3
    • 31. Januar 2013 21:33 Uhr

    neben der soliden Hardware und einem ausgereiften Bedienungskonzept. Aber genau die Trennung bringt ihre Tücken mit: Arbeitgeber mit Geheimhaltungsvorschriften (R&D) erlauben genau das nicht, was einen heutigen Smartphone so erfolgreich macht: Multimedia-Aufnahmefähigkeit (Kamera/Video/Ton). Deshalb wird die private Seite von diesem Konzept beschnitten bleiben.

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  • Schlagworte Microsoft | Android | Vodafone | Apps | Bildbearbeitung | Blackberry
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