Das Motiv von Facebook dürfte der Wunsch sein, die vielen Facebook-Nutzer noch länger im eigenen Umfeld zu halten. In vielen Ländern ist der Markt gesättigt, Facebook kann zum Beispiel in den USA kaum noch neue Nutzer hinzugewinnen. Um mehr Werbung verkaufen zu können, muss das Unternehmen also das Engagement der Mitglieder im Netzwerk erhöhen. Da liegt es nahe, jede Kommunikation, die derzeit noch außerhalb von Facebook abläuft, ins Netzwerk hereinzuholen. Josh Constine drückt es so aus: "Facebook wants to kill the phone part of the smartphone" – Facebook will das Telefon im Smartphone überflüssig machen.

In der Messenger-App gibt es keine Werbung, aber wenn jemand die Nachrichten auf dem Desktop oder über die eigentliche Facebook-App abruft, bekommt er auch Anzeigen eingeblendet.

Vodafone gestattet VoIP nicht immer

Damit VoIP über Facebook funktioniert, müssen allerdings die Mobilfunkanbieter mitspielen – obwohl der neue Dienst auch für sie ein direkter Konkurrent ist. VoIP-Nutzer telefonieren über die Netze der Telekoms, so lange kein WLAN in der Nähe ist, zahlen aber keine Telefongebühren. Deshalb sind einige Mobilfunkfirmen dazu übergegangen, im Kleingedruckten ihrer Nutzungsbedingungen die Verwendung von VoIP-Diensten zu untersagen. So steht es etwa im LTE-Tarif MobileInternet Flat 50,0 von Vodafone, der 45 Euro im Monat kostet.

Ob Vodafone auch eine VoIP-Funktion im Facebook-Messenger in bestimmten Tarifen ausschließen würde, konnte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage nicht sagen.