Ähnliche Ansätze hat zuletzt auch Google verfolgt, als es seinen Browser Chrome zu einem Betriebssystem für Tablets weiterentwickelte.

Diesen Weg geht nun auch Firefox OS. Allerdings noch ein Stückchen weiter. Denn jede Seite wird von dem Betriebssystem zu einer App umgebaut. Damit verbinden sich Netz- und Anwendungsebene. Christian Heilmann, Mozillas leitender Entwickler für Firefox OS, sieht darin einen entscheidenden Wechsel. Gegenüber ZDNet sagte er: "Die App Stores sind heute wie der einstige Yahoo-Katalog, bevor Google kam und alles umwälzte."

Probleme bei der Rechnerleistung, die bei Web-Apps häufig auftreten, will Mozilla lösen, indem das Netz schneller gemacht wird und nicht, indem höhere Anforderungen an Smartphones gestellt werden. Auch hier steht HTML5 im Fokus der Entwickler.

In vielen Ohren klingen die Pläne von Mozilla nach einer tollen Geschichte. Eine ordentliche Internetverbindung ist aber bei der ausschließlichen Verwendung von Web-Apps unausweichlich. Die mobile Netzabdeckung ist jedoch gerade in Ländern wie Brasilien und Indien oft lückenhaft. Mozilla will dieses Problem lösen, indem es die Apps auch offline zugänglich macht und so niedrigere Bandbreiten erlaubt.

Der chinesische Technologiekonzern ZTE hat bereits erklärt, noch 2013 ein Smartphone mit Firefox OS zu veröffentlichen. Es soll aber nicht in Schwellenländern, sondern in Europa erscheinen. Kooperationspartner sind unter anderem die Deutsche Telekom und die spanische Telefonica.