Offene SoftwareFirefox als Betriebssystem für Smartphones

Mozilla entwickelt sein eigenes Betriebssystem, Firefox OS. Es wird das erste offene Betriebssystem für Smartphones – ein Konkurrent für Android und iOS aber wohl nicht. von 

Das Maskottchen der Mozilla-Stiftung bei einer Veranstaltung in Cannes

Das Maskottchen der Mozilla-Stiftung bei einer Veranstaltung in Cannes  |  © Gareth Cattermole/Getty Images for Mozilla

Die gemeinnützige Mozilla Foundation wird in den kommenden Tagen die Entwicklung eines eigenen Betriebssystems für Smartphones abschließen. Das System soll Firefox OS heißen und wurde vor einer Woche auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas vorgestellt. Das Neue daran: Firefox OS wird das erste komplett offene Betriebssystem für Smartphones sein. Jeder soll es verändern können.

Mozilla hat Firefox OS vor allem für Nutzer in aufstrebenden Ländern wie Brasilien, Nigeria, Indien und China entwickelt. Das ist anspruchsvoll, denn bisher wird dieser Markt von Android dominiert, dem kostenlosen Betriebssystem von Google.

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Marktanalysten beurteilen die Pläne von Mozilla denn auch skeptisch. Apple bedient mit seinem iPhone das Premium-Segment, Google mit Android den Massenmarkt. Da bleibt nicht viel Platz. Deshalb spekulieren einige bereits, dass Microsoft mit der Mozilla Foundation zusammenarbeiten könnte. Bisher haben sich allerdings weder Microsoft noch Mozilla dazu geäußert.

Der Mozilla-Stiftung kann das eigentlich auch egal sein, sie ist nicht auf maximalen wirtschaftlichen Erfolg ausgerichtet. Es kommt ihr vor allem auf die Verbreitung des Open-Source-Gedankens an. Mit der Entwicklung des offenen Firefox OS würde sie dabei ein ganzes Stück weiterkommen. Mit dem Ende der Entwicklung in der kommenden Woche kommt man dem Projekt von Canonical zuvor, das mit Ubuntu Phone ebenfalls ein Betriebssystem entwickelt.

Web-Apps statt nativer Apps

Aber Firefox OS will nicht nur offen sein, sondern auch anders. Bisher setzten viele Entwickler und Plattformen auf sogenannte native Apps. Diese werden aus einem virtuellen Laden, dem Appstore, heruntergeladen und installiert. Firefox hingegen will jede Website als sogenannte Web-App betrachten. Die muss nicht heruntergeladen werden, sondern wird einfach per Browser angesteuert, verhält sich aber wie eine App.

Solche Programme gibt es bereits, sie spielen aber bislang kaum eine Rolle. Denn noch sind sie oft langsamer und hässlicher als ihre nativen Kollegen. Das will Mozilla ändern.

Der Schlüssel dafür ist die Programmiersprache (genauer: Auszeichnungssprache) HTML5. Mit HTML5 können Internetseiten interaktiv und nutzerfreundlich gestaltet werden. Die Sprache bündelt zudem viele Funktionen, für die bisher mehrere Skriptsprachen nötig waren. Die Idee von Mozilla ist, mit Firefox OS die Seiten im Netz enger mit dem Telefon zu verbinden, als das bisher der Fall war.

Leserkommentare
  1. Innovative Idee, innovativ umgesetzt!
    sobald es auf dem Markt ist, werde ich meinen 4 Jahre alten Dinosaurier von Nokia durch ein Smartphone mit Firefox OS ersetzen!

    ich freue mich schon!

    4 Leserempfehlungen
    • DerDude
    • 16. Januar 2013 19:32 Uhr

    Persönlich tendiere ich dann aber trotzdem eher zum Ubuntu-Phone. Selbst wenn ich darauf länger warten und am Ende mehr Geld für die Hardware hinlegen muss.
    Bis es soweit ist, wird mir mein Androide hoffentlich noch gute Dienste erweisen.

    2 Leserempfehlungen
  2. bald von Ubuntu oder Firefox Konkurrenz bekommen, weil mir alle 3 oben genannten Systeme zu viel in meinen Daten rumschnüffeln.

    Anforderungen an Firefox und Ubuntu wären also, das sie die Privatsphäre des Benutzers besser schützen und einfach zu bedienen sind. 100.000 Apps brauche ich eigentlich nicht, die wichtigsten 100 würden reichen. Wenn Ubutuntu dann auch noch auf einen second Hand Smartphon laufen würde, ähnlich wie bei Pcs wäre es auch noch eine gute Sache für die Umwelt. Auf dem Fair Trade Handy der niederlänischen Designer fände ich so ein Betriebssystem auch besser als das angedachte Android.

    2 Leserempfehlungen
  3. Man sollte in diesem Zusammenhang IMMER Openwebos erwähnen, das einzige wirkliche BS, das die Nutzer mitentwickeln.
    Bei Firefox (Mozilla) und Ubuntu (Canonical) nehmen immer noch Firmen direkten Einfluß auf die Entwicklung. HP sponsort zwar die Entwicklung, überlässt aber im Grunde alles den Anwendern. Grundlage ist das eigentlich fantastische WebOS das Palm entwickelte, aber leider vor die Wand setzte.
    Ich nutze immer noch WebOS und kenne auch die Alternativen (Android, iOS) und BLEIBE bei WebOS.
    Portiert wurde Openwebos bereits auf verschiedene Telefone, leider ohne Treiberunterstützung, so daß es in den verfügbaren Videos so ausschaut, als wäre die Performance schlecht. Was fehlt ist ein Hardware-Hersteller, der Openwebos nutzen will. Da hat ZTE sich für FF entschieden. Ich hoffe es findet sich noch jemand für Openwebos!

    http://www.openwebosproje...

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