PatentGoogle Glass könnte virtuelle Tastatur bekommen

Googles Brille wird über Touchpads im Bügel und Spracheingabe bedient. Google hat sich aber auch eine per Laser auf den Unterarm projizierte Tastatur patentieren lassen. von Andreas Donath

Virtual Keybord von VKB

Das Virtual Keybord von VKB aus dem Jahr 2004 – so ähnlich könnte auch die Bedienung von Google Glass funktionieren.  |  © Steve Marcus /rtr

Ein kleiner Laserprojektor soll bei Googles Project Glass eine virtuelle Tastatur auf den Unterarm des Brillenträgers werfen, die dann als Eingabegerät dient. Eine in der Datenbrille eingebaute Kamera erkennt nicht nur das Muster, sondern auch die Finger des Benutzers, die auf die Bedienflächen tippen und interpretiert das als Tasteneingabe. Das sieht ein Patentantrag von Google vor, den das Unternehmen in den USA eingereicht hat.

Die Technik ließe sich anstelle eines Touchpads im Brillenbügel einsetzen, das derzeit noch als Eingabegerät für Google Glass genutzt wird. Auch an einer Sprachsteuerung arbeitet Google.

Ob alternativ die Laserprojektor-Eingabe in den Serienmodellen von Project Glass zum Einsatz kommt, ist nicht bekannt. Es handelt sich schließlich nur um einen Patentantrag.

Anfang 2013 werden erst einmal Prototypen von Google Glasses an Entwickler ausgeliefert, die die 1.500 US-Dollar teuren Modelle auf Googles I/O vorbestellen konnten.

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Lasertastaturen für Handys und PCs gibt es schon lange

Eine virtuelle Tastatur mit Laserprojektor ist grundsätzlich nichts Neues - nur im Zusammenhang mit Datenbrillen gab es sie noch nicht. Samsung hatte 2006 eine Projektionstastatur für Handys zum Patent angemeldet. Samsung nannte die Projektionsfläche "Virtual Screen". Dabei wird die Bedienoberfläche auf eine ebene Fläche projiziert, um darüber mit einem Stift etwa Daten einzugeben. Die Position des Stiftes wird dazu mit einem Sensor ermittelt. Eine Handbedienung war nicht vorgesehen.

Bereits auf der Cebit 2004 präsentierte Siemens eine vergleichbare Studie eines Mobiltelefons mit Lasertastatur, die ein Jahr später um eine stark überarbeitete Variante ergänzt wurde. Sie wurde mit dem Finger bedient. Zum Serieneinsatz kam es nie.

Ohne Handy kam die Lasertastatur Virtual Keyboard aus, die ursprünglich von der israelischen Firma VKB entwickelt wurde. Sie wurde 2002 vorgestellt und projiziert eine Tastatur auf glatte Oberflächen und ermöglicht so eine komfortable Texteingabe über Handys, PDAs oder auch PCs. Mit rotem Laserlicht projizierte das Gerät eine vollständige Tastatur auf eine beliebige glatte Oberfläche. Dabei werden die Bewegungen der Finger von dem Infrarotsystem an den Chip übertragen, der daraus die Folge der getippten Buchstaben ermittelt und an das angeschlossene Gerät meldet. Die Tastatur wird in abgewandelter Form immer noch von diversen Versendern vertrieben und kostet mittlerweile unter 150 Euro. Für den mobilen Einsatz an einer Brille ist das Virtual Keyboard mit 75 mal 37 mal 29 Millimeter allerdings viel zu groß. 

Erschienen bei golem.de

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Leserkommentare
    • Derdriu
    • 18. Januar 2013 13:39 Uhr

    ... wenn sämtliche Leute diese Brillen aufhaben und ständig irgendwo gegenrennen, weil sich nicht mehr aufpassen.

    Aber so eine Tastatur ist was feines.

    Eine Leserempfehlung

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