HTC setzt große Hoffnungen in sein neues Top-Smartphone. "Die Konsumenten werden uns über das HTC One definieren", sagt Deutschland-Geschäftsführer André Lönne. Das One ist tatsächlich ein schickes, leistungsstarkes Android-Smartphone mit einigen spaßigen Funktionen und einer zumindest auf dem Papier sehr guten Kamera.

Die Fakten: Dank seiner Aluminiumhülle wiegt das HTC One nur 143 Gramm und liegt gut in der Hand. Das 11,9 Zentimeter (4,7 Zoll) große Touchdisplay lässt sich gerade noch mit einer Hand beziehungsweise einem Daumen bedienen. Die Auflösung beträgt 1920 mal 1080 Pixel, die Pixeldichte von 468 ppi ist viel größer als beim iPhone 5. Das Gerät hat einen auf 1,7 Gigahertz getakteten Vierkernprozessor, zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und 32 oder 64 Gigabyte Massenspeicher. Es beherrscht den schnellen LTE-Funkstandard, ein NFC-Chip ist ebenfalls vorhanden.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Kamera. HTC will den Megapixel-Wahnsinn beenden, der die Smartphone-Hersteller mittlerweile dazu gebracht hat, Kameras mit einer Auflösung von 13 Megapixeln zu verbauen, etwa im neuen Sony Experia Z oder dem LG Optimus G. Dabei ist seit Jahren klar, dass mehr Megapixel nicht automatisch eine bessere Bildqualität ergeben.

Auf dem Bildsensor des HTC One befinden sich weniger Pixel als auf dem Sensor etwa des Nokia Lumia 920, dessen Kamera bislang als die beste in einem Smartphone galt. Die Pixel des One sind aber größer, die Kantenlänge beträgt zwei Mikrometer statt der üblichen 1,4 Mikrometer. Dadurch können sie mehr Licht aufnehmen, und das soll die Bildqualität insbesondere bei schwierigen Lichtverhältnissen dramatisch verbessern und das Bildrauschen verringern. Aussagekräftige Tests waren bei der Vorstellung des Geräts aber nicht möglich.

Der Nachteil der geringeren Pixelzahl: Wer Fotos auf ein Posterformat vergrößern will, stößt bei der Auflösung des HTC One an Grenzen. HTC geht aber davon aus, dass die meisten Bilder gemacht werden, um sie mit Freunden zu teilen und um sie auf kleinen bis mittelgroßen Bildschirmen zu betrachten. Hierfür hat die Kamera eine weitere Funktion: Es lassen sich mit ihr sehr einfach Serienaufnahmen anfertigen, Bilder also, die Motive in Bewegung erfassen und daraus ein einziges Bild zusammensetzen.

Eine hübsche Spielerei ist die Zoe genannte Bildfunktion: Ist sie aktiviert, nimmt die Kamera kein Einzelbild auf, sondern ein dreisekündiges Video. Es entsteht ein bewegtes Bild, einem animierten GIF nicht unähnlich. Zoe erstellt aus den aufgenommenen Bildern zudem ein 30-sekündiges Video mit Bildübergängen und Hintergrundmusik. HTC denkt dabei an Nutzer, die kleine Geschichten erzählen wollen und dafür mehr als ein Foto verwenden möchten.

Warum HTC – aber auch Nokia, Apple und BlackBerry – so großen Wert darauf legen, gute Kameras und kreative Bildbearbeitungsmöglichkeiten in ihre Smartphones zu bauen, ist klar: Aus vielen Studien geht hervor, dass die Kamera eine der meistgenutzten Funktionen von Smartphones ist; und dass Smartphones Kompaktkameras immer mehr ersetzen. Eine gute Kamera dürfte zu einem entscheidenden Kaufargument für ein Top-Smartphone werden.