AndroidHTC macht die Kamera zum Argument

Das HTC One ist ein Smartphone für spielerische Experimente mit Fotos und Videos. Im Kampf um Marktanteile braucht HTC Alleinstellungsmerkmale – und mehr Aufmerksamkeit. von 

Vorstellung des HTC One

Vorstellung des HTC One  |  © Brendan McDermid / rtr

HTC setzt große Hoffnungen in sein neues Top-Smartphone. "Die Konsumenten werden uns über das HTC One definieren", sagt Deutschland-Geschäftsführer André Lönne. Das One ist tatsächlich ein schickes, leistungsstarkes Android-Smartphone mit einigen spaßigen Funktionen und einer zumindest auf dem Papier sehr guten Kamera.

Die Fakten: Dank seiner Aluminiumhülle wiegt das HTC One nur 143 Gramm und liegt gut in der Hand. Das 11,9 Zentimeter (4,7 Zoll) große Touchdisplay lässt sich gerade noch mit einer Hand beziehungsweise einem Daumen bedienen. Die Auflösung beträgt 1920 mal 1080 Pixel, die Pixeldichte von 468 ppi ist viel größer als beim iPhone 5. Das Gerät hat einen auf 1,7 Gigahertz getakteten Vierkernprozessor, zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und 32 oder 64 Gigabyte Massenspeicher. Es beherrscht den schnellen LTE-Funkstandard, ein NFC-Chip ist ebenfalls vorhanden.

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Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Kamera. HTC will den Megapixel-Wahnsinn beenden, der die Smartphone-Hersteller mittlerweile dazu gebracht hat, Kameras mit einer Auflösung von 13 Megapixeln zu verbauen, etwa im neuen Sony Experia Z oder dem LG Optimus G. Dabei ist seit Jahren klar, dass mehr Megapixel nicht automatisch eine bessere Bildqualität ergeben.

Auf dem Bildsensor des HTC One befinden sich weniger Pixel als auf dem Sensor etwa des Nokia Lumia 920, dessen Kamera bislang als die beste in einem Smartphone galt. Die Pixel des One sind aber größer, die Kantenlänge beträgt zwei Mikrometer statt der üblichen 1,4 Mikrometer. Dadurch können sie mehr Licht aufnehmen, und das soll die Bildqualität insbesondere bei schwierigen Lichtverhältnissen dramatisch verbessern und das Bildrauschen verringern. Aussagekräftige Tests waren bei der Vorstellung des Geräts aber nicht möglich.

Patrick Beuth
Patrick Beuth

Patrick Beuth ist Redakteur im Ressort Digital bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Der Nachteil der geringeren Pixelzahl: Wer Fotos auf ein Posterformat vergrößern will, stößt bei der Auflösung des HTC One an Grenzen. HTC geht aber davon aus, dass die meisten Bilder gemacht werden, um sie mit Freunden zu teilen und um sie auf kleinen bis mittelgroßen Bildschirmen zu betrachten. Hierfür hat die Kamera eine weitere Funktion: Es lassen sich mit ihr sehr einfach Serienaufnahmen anfertigen, Bilder also, die Motive in Bewegung erfassen und daraus ein einziges Bild zusammensetzen.

Eine hübsche Spielerei ist die Zoe genannte Bildfunktion: Ist sie aktiviert, nimmt die Kamera kein Einzelbild auf, sondern ein dreisekündiges Video. Es entsteht ein bewegtes Bild, einem animierten GIF nicht unähnlich. Zoe erstellt aus den aufgenommenen Bildern zudem ein 30-sekündiges Video mit Bildübergängen und Hintergrundmusik. HTC denkt dabei an Nutzer, die kleine Geschichten erzählen wollen und dafür mehr als ein Foto verwenden möchten.

Warum HTC – aber auch Nokia, Apple und BlackBerry – so großen Wert darauf legen, gute Kameras und kreative Bildbearbeitungsmöglichkeiten in ihre Smartphones zu bauen, ist klar: Aus vielen Studien geht hervor, dass die Kamera eine der meistgenutzten Funktionen von Smartphones ist; und dass Smartphones Kompaktkameras immer mehr ersetzen. Eine gute Kamera dürfte zu einem entscheidenden Kaufargument für ein Top-Smartphone werden.

Leserkommentare
  1. ... das wir Smartphones ohne ihren Hersteller-eigenen Software-Müll wollen, sondern die reine, unverfälschte Android-Erfahrung, wie sie Google vorgesehen hat?

    Tut mir leid, Samsung, HTC, LG, aber: Google kann besser programmieren als ihr. Ja, ist hart, ich weiß.

    5 Leserempfehlungen
    • zippi
    • 22. Februar 2013 17:13 Uhr

    ... wenn das Stückchen Plastik / Glas, welches die Linse schützen soll ständig verschmutzt oder zerkratzt ist.

    Nicht umsonst gibt man im SLR Bereich mehr Geld für Objektive aus als für die Kamera.

    Eine Leserempfehlung
  2. Sie schmeissen zwei völlig unterschiedliche Gerätekategorien, in einen Topf. Was genau, möchten Sie uns denn mitteilen?

  3. "Das 11,9 Zentimeter (4,7 Zoll) große Touchdisplay lässt sich gerade noch mit einer Hand beziehungsweise einem Daumen bedienen."

    ... wenn man große Hände hat und das Gerät mit den restlichen Fingern hin- und herwackelt. Mit sicherem Griff ist nach meiner Erfahrung schon bei 3,5-Zoll Schluss.

    • JoeJack
    • 23. Februar 2013 14:06 Uhr

    Darüber kann man streiten, ich persönlich halte die des Nokia Pureview 808 für wesentlich besser als die des Lumia 920, und zwar nicht nur, weil sie mehr Megapixel hat, sondern einfach bessere Bildqualität hat.

  4. Ich habe ein BlackBerry Z10 und die Kamera ist für ein Mobiltelefon durchaus beeindruckend, aber:
    - Ein Mobiltelefon besitzt keine Kontrolle der Tiefenschärfe, das kann sogar eine Kompaktkamera besser.
    - Ein Mobiltelefon hat keinen optischen Zoom, den haben Kompaktkameras. (Der digitalkram ist sinnlos, das geht auch am PC.)

    Also wozu braucht man die Kamera? Um Dokumente zu photographieren oder umd Preisschilder zu photographieren...
    Wer wirklich Photos schießen will sollte sich eine Spiegelreflexkamera zulegen - mit der entsprechenden Optik kann man dann wirklich photographieren.

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  5. Ein wirklich tolles Argument. Könnte ich auch schreiben, die Bremsen an meinem Fahrrad, verzögern schlechter, als die vom 911GT3 Cup RS. Ja, und jetzt? Sollen wir alle nie mehr Fahrrad fahren? Das Argument ist doch so unsinnig, wie es lahm ist. Es will doch niemand die DSLR ersetzten, mit einem Smartphone, lediglich _erweitern_. Es gibt 1000 Momente in meinem Alltag, in denen ich ein Schnappschuss machen möchte, mit einem Gerät, dass immer dabei ist. Das ist bestimmt nicht die Spiegelreflex. Und wenn diese Bilder immer besser werden, weil die Technik in Smartphones immer besser wird, dann ist das doch zu begrüssen.

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Sony | Apple | Nokia | Samsung | Blackberry | HTC
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