ZTEStromsparendes Smartphone für Einsteiger

ZTE hat im "Grand X In" einen Intel-Chip verbaut, der für eine vergleichsweise lange Akkulaufzeit sorgt. Das günstige Smartphone ist vor allem für Einsteiger interessant. von Tobias Költzsch

ZTE Grand X In

Das ZTE Grand X In mit Intel-Prozessor kostet 230 Euro.  |  © golem.de

Das Grand X In des chinesischen Herstellers ZTE ist eines von wenigen in Deutschland erhältlichen Android-Smartphones mit Intel-Prozessor. Das System-on-a-Chip (SoC) verspricht im Vergleich zu anderen Geräten mit ARM-Prozessoren eine längere Akkulaufzeit, da es im Standby-Modus den Stromverbrauch reduziert. Mit einem Preis von unter 230 Euro im Onlinehandel ist das Grand X In zudem günstig. Ausstattung und Leistung sind dem Preis entsprechend ordentlich.

Zur Ausstattung: Das TFT-Display des ZTE Grand X In ist 4,3 Zoll groß und hat eine Auflösung von 960 mal 540 Pixeln. Das ergibt eine Pixeldichte von 256 ppi. Der Arbeitsspeicher ist ein Gigabyte groß, der Flash-Speicher vier Gigabyte, von denen dem Nutzer aber lediglich 1,6 Gigabyte zur Verfügung stehen. Zusätzlich gibt es knapp über 500 Megabyte Telefonspeicher. Ein Steckplatz für Micro-SD-Karten bis maximal 32 Gigabyte ist vorhanden. Auf der Rückseite ist eine 8-Megapixel-Kamera mit Autofokus und LED-Fotolicht angebracht, die Frontkamera für Videotelefonie hat 0,3 Megapixel.

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Das Smartphone unterstützt Quad-Band-GSM und UMTS. Bluetooth wird in der Version 3.0 unterstützt, ein GPS-Modul ist eingebaut. Das Display des Grand X In gibt Bilder scharf wieder und ist blickwinkelstabil.Das Gehäuse misst 127,1 mal 64,8 Millimeter und ist 10 Millimeter dick. Das Smartphone wiegt 142 Gramm.

Der Touchscreen reagiert weitgehend gut, mitunter werden jedoch Eingaben nicht sofort erkannt. Die nicht näher benannte Glasabdeckung des Displays ist empfindlich für Fingerabdrücke. Die für einen Touchscreen üblichen Schmierspuren lassen sich schwer wegwischen, selbst mit einem Mikrofasertuch.

Unterhalb des Bildschirms sind vier Hardware-Touch-Tasten angebracht. Mit ihnen kann der Nutzer durch das Betriebssystem navigieren. Neben den üblichen Schaltflächen für Zurück, Home und Menü gibt es eine Taste, mit der die Google-Suche direkt aufgerufen werden kann.

Der Intel-Prozessor des Grand X In ist ein Atom Z2460 (Medfield) mit einer Taktung von 1,6 Gigahertz. Das SoC hat nur einen Kern, arbeitet allerdings bei Bedarf wie ein Dual-Core-Prozessor. Das soll die Leistung bei Anwendungen, die mehr als einen Kern verwenden, erhöhen.

Der Prozessor regelt die elektrische Leistungsaufnahme stufenweise auf ein Minimum herunter, wenn das Smartphone in den Standby-Modus versetzt wird. Dadurch erhöht sich die Laufzeit des 1.650-mAh-Akkus im Vergleich zu Geräten mit ARM-Prozessor deutlich. So blieben im Text am Abend noch mehr als 30 Prozent Akkuladung übrig, nachdem wir tagsüber bei voller Bildschirmhelligkeit und aktiviertem WLAN unter anderem E-Mails gelesen, Wartezeiten mit Spielen überbrückt und zwei Stunden Musik per Streaming gehört hatten sowie bei Twitter und Facebook aktiv waren.

Bei Dauernutzung des Smartphones kommen die stromsparenden Eigenschaften des Intel-Prozessors nicht mehr zum Tragen, da die Leistungsaufnahme dann nicht mehr minimiert wird. Dies macht sich sofort bei den Akkulaufzeiten bemerkbar. Der Akku hält bei Dauerbelastung des Prozessors und voller Helligkeit des Bildschirms 2,5 Stunden durch – ein durchschnittlicher Wert. Eher schlecht schneidet das Grand X In im Vergleich zu anderen Smartphones ab, wenn der Nutzer ein Video abspielt.

Die auf der Rückseite angebrachte Kamera hat acht Megapixel, Autofokus und ein LED-Fotolicht. Die aufgenommenen Fotos haben bei Kunstlicht einen leichten Blaustich, bei Tageslichtaufnahmen einen Rotstich. Bei den Kunstlichtaufnahmen zeigen die Bilder durchweg deutliche Artefakte, bei den Tageslichtaufnahmen sind diese hauptsächlich in schattigen oder dunkleren Bereichen sichtbar. Der Kontrast der Aufnahmen ist generell etwas niedrig, die Bilder sind etwas weniger scharf als etwa beim Samsung Galaxy S3. Details werden dennoch gut dargestellt.

Für gelegentliche Schnappschüsse reicht die Kamera des Grand X In also allemal aus. Angesichts des niedrigen Preises des Smartphones muss sie mit der Fotoqualität eines iPhones oder Galaxy S3 auch nicht mithalten können.

Das Grand X In wird mit Android 4.0.4 alias Ice Cream Sandwich ausgeliefert. ZTE hat das Android-System kaum sichtbar verändert. Der Homescreen und die App-Übersicht sehen aus wie beim originalen Android 4.0, lediglich dem Benachrichtigungsmenü wurde eine zusätzliche Schnelleinstellungsleiste spendiert. Hier kann der Nutzer Funktionen wie WLAN, Bluetooth, GPS oder den Flugmodus direkt an- und ausschalten.

Selbst grafikintensive Spiele laufen flüssig

Der Hersteller hat einige Apps vorinstalliert, unter anderem einen Akkumanager, ein Systemupdate-Programm, einen Task-Manager und einen Dateimanager. Eine App, mit der Office-Dokumente auf dem Smartphone betrachtet werden können, ist ebenfalls installiert. Mit einer zusätzlichen Backup-App können Nutzer Daten wie Kontakte, SMS und die Systemeinstellungen sowie die installierten Apps sichern.

Die Tastatur ist eine Touchpal genannte Eigenentwicklung von ZTE. Die gewohnte Android-Tastatur kann weiterhin in den Einstellungen ausgewählt werden. Die Touchpal-Tastatur kann wie eine normale Tastatur verwendet werden, ermöglicht aber auch Swype-Eingaben. Diese Funktion nennt ZTE Touchpal Curve. Der Curve-Modus funktioniert gut, die meisten Wörter werden problemlos erkannt. Jedoch fällt bei der Texterkennung generell auf, dass einige einfache Begriffe wie Personalpronomen nicht im deutschen Wörterbuch vorhanden sind. Diese muss der Nutzer selbst abspeichern.

Das Grand X In reagiert zügig auf Eingaben und läuft flüssig in den Menüs. Wir konnten in den meisten Anwendungen keine nennenswerten Aussetzer feststellen, auch mit mehreren offenen Anwendungen kommt der Single-Core-Prozessor gut zurecht. Auch mit grafikintensiven Spielen hat das Grand X In keine Probleme: Der First-Person-Shooter Nova 3 zum Beispiel läuft sehr flüssig und ohne Aussetzer.

Internetseiten werden im Browser weitgehend ruckelfrei angezeigt. Die Seiten können ohne besonders auffällige Hakler gescrollt werden, andere Geräte mit Android 4.0 alias Ice Cream Sandwich zeigen hier stärkere Aussetzer. Ein Unterschied zu Smartphones und Tablets mit Android 4.1 alias Jelly Bean ist dennoch erkennbar.

Fazit

Mit dem Grand X In liefert ZTE ein Smartphone, das aufgrund des stromsparenden Prozessors, des guten Displays und der sauberen Verarbeitung nicht nur für Einsteiger interessant ist. Auch für fortgeschrittene Nutzer, die ihr Mobiltelefon nicht jeden Tag aufladen wollen oder können und trotzdem nicht auf die Funktionen eines Smartphones verzichten möchten, ist das Gerät reizvoll. Im alltäglichen Einsatz hält der Akku bei gleicher Anwendungsweise länger als bei anderen Smartphones durch.

Für den niedrigen Preis des Grand X In musste ZTE an einigen Stellen Kompromisse eingehen. So kann die Kamera nicht vollständig überzeugen, auch die Speicherausstattung ist alles andere als üppig. Trotz dieser Einschränkungen ist das Grand X In eine Kaufüberlegung wert.

Eine längere Version dieses Artikels ist bei golem.de erschienen.

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Leserkommentare
  1. ... die ARM- Prozessoren sind bei Smartphones erst im kommen

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • traude
    • 14. Februar 2013 23:56 Uhr

    Hö?
    Prozessoren auf ARM Basis sind doch in fast allen Smartphones verbaut.

    • traude
    • 14. Februar 2013 23:56 Uhr

    Hö?
    Prozessoren auf ARM Basis sind doch in fast allen Smartphones verbaut.

    Antwort auf "abwarten, denn ..."

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