Angela Merkel mit dem neuen abhörsicheren Telefon der Bundesregierung © Julian Stratenschulte/dpa

Sicherheit ist sexy – zumindest auf der Cebit. Wer durch die Messehallen läuft, dem fallen sofort die opulenten Stände der IT-Sicherheitsfirmen in Halle 12 auf. An jeder Ecke gibt es dort Redner, die das Publikum wie auf einer Kreuzfahrt unterhalten.

Einer der Aussteller dort ist Secusmart. Das Unternehmen muss nicht mit Animateuren werben, es reicht der Bundesadler. Der prangt groß auf den Wänden des Messestandes, darunter der Slogan: "Auf so viel Sicherheit fliegt der Bundesadler." Der Stand ist rammelvoll.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel schaute bei Secusmart vorbei und testete für die Presse schonmal das neue Regierungstelefon.

Denn Secusmart hat neben T-Systems die Ausschreibung für das neue Regierungstelefon gewonnen. Das soll künftig mit der Software namens SecuSuite Telefonie und E-Mails verschlüsseln und den Mitarbeitern der Behörden sicheres Kommunizieren ermöglichen.

Apps sind zu unsicher

Allerdings gibt es an dem Sicherheitskonzept auch Kritik. Secusmart ist nicht der einzige Anbieter, der an einem Cryptophon arbeitet. Hans-Christoph Quelle, Chef von Secusmart, sagte auf der Messe: "Wir bieten aber das erste sichere Smartphone an, das auch ein Smartphone bleibt – mit allen seinen Funktionen." Surfen im Internet oder Abhängen bei Facebook: Die Geheimnisträger des Bundes können also in Zukunft auch das.

Für andere Hersteller ist aber genau dieser Service zu unsicher. Stattdessen kappen sie die smarten Funktionen, da die meisten Apps mit ihren Updates und umfangreichen Rechten auf einem Smartphone ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Einer dieser Anbieter ist die Berliner Firma GSMK um Frank Rieger, einer der Sprecher des Chaos Computer Clubs. Die Firma stellt seit 2003 Cryptophones her und steht im Ruf besonders sichere Telefone anzubieten.

Auf der Cebit stellt das Unternehmen sein neues Modell CP 500 vor, im Gehäuse eines Samsung Galaxy S3. Dafür haben die Entwickler über mehrere Jahre den Quellcode des Betriebssystem Android untersucht und nach eigenen Angaben eine "gehärtete" Android-Version hergestellt. Diese dient als Oberfläche für das CP 500. Der Code dieser Version ist außerdem auf Nachfrage bei GSMK einsehbar und kann so auf Fehler oder Hintertüren kontrolliert werden.

Daneben hat GSMK ein eigenes Sprachprotokoll, das Cryptophone-IP, entwickelt. Das dient zur Übertragung der Sprachpakete im Netz. Anders als der bisherige Standard SIP (Session Initiation Protocol) lässt sich das Protokoll kaum von normalem Netzverkehr unterscheiden. Das ist in Staaten wie dem Bahrain ein entscheidender Vorteil. Dort wird Internet-Telefonie teilweise geblockt.