AppleiPhones könnten künftig wie Katzen fallen

Ein Apple-Patent beschreibt, wie Smartphones im freien Fall durch bewegliche Teile im Inneren oder Gaskartuschen so gedreht werden können, dass sie auf den Kanten landen. von Andreas Donath

Apples Patentbeschreibung liest sich wie ein Auszug aus einem Bionik-Buch: Wie bei einer Katze sollen sich iPhones künftig durch bewegliche Massen im Gehäuse oder mit kleinen Schüben aus Gaskartuschen beim Fallen so drehen, dass sie auf den unempfindlichen Kanten landen statt auf der Displayfläche. Die Katze ändert ihren Schwerpunkt beim Sturz mit dem Schwanz und ihrem angewinkelten Körper. Die Handy-Technik existiert bislang nicht – aber Apple hat in den USA einen Patentantrag eingereicht, in dem sie beschrieben wird.

Das Ende von Murphys Gesetz

Das iPhone soll den Sturz erkennen und dann darauf schnell reagieren. Das gleicht der Technik, die bei Festplatten eingesetzt wird. Sie sind mit Beschleunigungssensoren ausgerüstet, damit bei Stürzen die Schreib- und Leseköpfe vor dem Aufschlag schnell noch in eine sichere Position gebracht werden können. Apple hat diese Technik weitergedacht und schlägt vor, bewegliche Gewichte in die mobilen und teuren Geräte einzubauen, die durch Verlagerungen die Drehung des Geräts verändern können, während es fällt.

Damit sollen teure Reparaturen vermieden werden. Auch über den Einsatz von kleinen Öffnungen, durch die mit Hilfe von komprimierten Gasen ein Rückstoß erzeugt wird, hat Apple nachgedacht. Sie könnten wie Steuerdüsen eines Satelliten arbeiten und durch gezielte kurze Stöße das iPhone so drehen, dass es möglichst unbeschadet aufkommt.

Eine weitere Idee Apples, die in der Patentschrift erwähnt wird, soll den Sturz gänzlich verhindern. Der Schlüssel dazu sollen die Kopfhörerkabel sein, die in der Buchse des Smartphones stecken. Rutscht dem Anwender das Smartphone aus der Hand, sollen blitzschnell kleine Widerhaken die recht lose eingesteckten Kopfhörerstecker arretieren. So besteht die Chance, dass der Sturz vom Kopfhörerkabel aufgefangen wird.

Anzeige

Magnete gegen Abstürze bei Macbooks

Schon einmal hat Apple eine Technik zur Verhinderung von Stürzen in die Tat umgesetzt. Die Magsafe-Ladebuchsen der Macbooks verhindern, dass der Zug am Netzteilkabel das Notebook zu Boden reißt. Einfache Magneten halten das Stromkabel am Notebook fest. Ein leichter Zug reicht, damit sie sich lösen.

Inwieweit Apple tatsächlich die beschriebenen Techniken einsetzen will, um Smartphones vor Beschädigung und ihre Besitzer vor hohen Reparaturrechnungen zu schützen, ist schwer abzuschätzen. Einerseits profitiert Apple von defekten Geräten, andererseits könnte sich das Unternehmen damit von der Konkurrenz abheben.

Der Patentantrag 20130073095 wurde im September 2011 eingereicht und erst jetzt veröffentlicht.

Erschienen bei golem.de

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. ... sollen sich iPhones künftig durch bewegliche Massen im Gehäuse oder mit kleinen Schüben aus Gaskartuschen beim Fallen so drehen, dass sie auf den unempfindlichen Kanten landen statt auf der Displayfläche."

    Also unseren Katzen sind anständig und drehen sich nicht dank kleiner "kleiner Schübe aus Gaskartuschen. Und Kanten sowie Displayflächen haben unsere Katzen auch nicht.

    Eine Leserempfehlung
    • 可为
    • 22. März 2013 17:50 Uhr

    auch einfach robuster bauen...

    9 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    auch auf seine teuren Geräte aufpassen, und diese erst garnicht runterfallen lassen.

    Mom, gleich mal Patent anmelden darauf. Geht bestimmt im Amiland.

  2. In der Regel lässt man so ein Gerät aus ca. 1m Höhe fallen, d.h. das Gerät hat im Idealfall 0.5s Zeit:

    1. ... um zu erkennen, dass es fällt. Das wird schon schwierig weil das Gerät auch in normalem Zustand (im Gegensatz zur Festplatte) Beschleunigungen ausgesetzt ist. Selbst wenn es möglich ist, würde eine gewisse Messzeit benötigt werden um sicher zu stellen, dass das IPhone tatsächlich fällt und der Besitzer nicht einfach nur Joggen ist. Hier vergehen also mind. schon mal 0.2-0.3s

    2. ... um die Lage, Eigenrotation und den Abstand zum Boden zu bestimmen. Eine Lagesensor ist ja schon an Bord mit dem sich auch die Rotationsgeschwindigkeit bestimmten ließe. Der Abstand zum Boden ist schon schwieriger, da es dafür mehrere Sensoren je nach Lage bräuchte.

    3. ... um die Lage durch den Mechanismus zu beeinflussen. Hierfür wäre ganz schön viel Schub notwendig. Für den Fall der Düsen kaum machbar, da das IPhone ja weiterhin schön flach sein soll. Zudem unterliegt ein solches System auch einer gewissen Trägheit, wodurch die verbleibende Zeit nach den Punkten 1. und 2. nicht reichen wird. Mit den Gewichten klappt es schon eher, allerdings müssen diese dann eine signifikante Masse im Vergleich zum Eigengewicht des Gerätes haben. Dadurch wird es signifikant schwerer. Fraglich ob Apple das will.

    Vermutlich fehlt es aber gerade massiv an Innovation, so dass solche Schlagzeilen als mögliche Neuerungen herhalten müssen.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • minhen
    • 22. März 2013 20:44 Uhr

    Die Erkennung des freien Falls ist schon seit Jahren Standard. Die Beschleunigungssensoren sind auf den freien Fall geeicht. Das ist nicht unbedingt intuitiv (ein liegendes Gerät meldet die der Schwerkraft entgegenwirkende Zentrifugalkraft), aber physikalisch solide und praktisch: Sobald auf jeder Achse der Wert Null ermittelt wird, befindet sich das Gerät im freien Fall. Dafür muss es nicht hunderte Millisekunden messen und auch nicht die Fallhöhe oder anderen Unsinn bestimmen.

    Oh, wow...hat sich Apple schon bei Ihnen gemeldet? Klingt, als hätten Sie denen einiges mitzuteilen.

  3. Also zumindest das erste samsung galaxy i9000 hat sehr viele stürze unbeschadet überstanden. Auch auf Asphalt. War sehr beeindruckend aber ich glaube auch hier wurde dem design zu liebe nachgelassn (zb gorilla glas 2 beim s3).

  4. ... das haben die Apple-Ingenieure noch nicht hingekriegt.

    5 Leserempfehlungen
  5. Wenn man schon lieber solch ausgefallene (werbewirksame) Techniken nutzt, anstatt einfach mal solide Materialien zu verbauen, dann lieber richtig.

    Daher, für's neue I-Phone: kleine Raketentreibsätze samt Fallschirm; außerdem sollten Hochleistungslaser eingebaut werden, die scharfe Kanten vor dem Aufprall wegschmelzen.

    Für mich jedenfalls eine weitere Bestätigung der Hypothese, daß Apple-User in der großen Mehrheit einfach kein technisches Verständnis haben.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • minhen
    • 22. März 2013 21:01 Uhr

    "Für mich jedenfalls eine weitere Bestätigung der Hypothese, daß Apple-User in der großen Mehrheit einfach kein technisches Verständnis haben."

    Ihnen ist hoffentlich klar, dass die große Mehrheit egal wovon kein nennenswertes technisches Verständnis hat. Und das ist auch in Ordnung. Apple-User können immerhin von sich behaupten, dass sie in der Regel Spitzengeräte der technischen Avantgarde besitzen. Windows-User und Android-Nutzer können das in der Masse nicht von sich behaupten. Und das ist einfach eine triviale Konsequenz daraus, dass Apple nur das Premium-Segment bedient.

  6. Wie sind wohl die nächsten Iphone-Modelle beschaffen?

    Das nächste ist wie eine Katze: es fällt durch Gaskartuschen oder sonstwas so, dass es beim Landen mit geringerer Wahrscheinlichkeit kaputt geht.

    Das nächste ist wie eine Schwebfliege: es fällt durch eingebaute Gaskartuschen überhaupt nicht mehr runter, sondern bleibt in der Luft stehen.

    Das nächste ist wie eine Schmeißfliege: es kommt nicht mehr zum Verlust, da es dem rechtmäßigen Besitzer notfalls einfach überall hin folgt.

    Das nächste ist wie ein Herpesvirus: einmal zugelegt, nicht mehr vom Nutzer trennbar...

    ;)

    6 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Hermez
    • 22. März 2013 22:44 Uhr

    hehehe...sowas ähnliches wollte ich auch kommentieren.....ist doch wahr:)

    • minhen
    • 22. März 2013 20:44 Uhr

    Die Erkennung des freien Falls ist schon seit Jahren Standard. Die Beschleunigungssensoren sind auf den freien Fall geeicht. Das ist nicht unbedingt intuitiv (ein liegendes Gerät meldet die der Schwerkraft entgegenwirkende Zentrifugalkraft), aber physikalisch solide und praktisch: Sobald auf jeder Achse der Wert Null ermittelt wird, befindet sich das Gerät im freien Fall. Dafür muss es nicht hunderte Millisekunden messen und auch nicht die Fallhöhe oder anderen Unsinn bestimmen.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Schlagworte Apple | Bionik | Gas | Körper | Murphys Gesetz | Notebook
Service