Samsung Galaxy S4Samsung nimmt sich selbst zum Vorbild

Beim neuen Galaxy S4 orientiert sich Samsung am erfolgreichen Riesensmartphone Galaxy Note. Das fünf Zoll große Gerät lässt sich zum Teil auch ohne Berührung bedienen. von 

Das Samsung Galaxy S4

Das Samsung Galaxy S4  |  © Don Emmert/AFP/Getty Images

Samsung hat in New York das Galaxy S4 vorgestellt, die lang erwartete Antwort auf das iPhone 5. Die Erwartungen an das neue Spitzen-Smartphone waren hoch, weil schon der Vorgänger S3 zu den besten Modellen auf dem Markt gehörte. Was Samsung nun zeigte, dürfte die meisten Erwartungen erfüllen, auch wenn sich nicht alle Gerüchte, die im Vorfeld zu hören waren, als wahr erwiesen.

Rein optisch hat sich wenig verändert. Das Galaxy S4 erinnert mit seinen abgerundeten Ecken an den Vorgänger und die meisten anderen aktuellen Modelle aus dem eigenen Hause, wie etwa das Galaxy Note oder auch das Galaxy Nexus. Das Gerät wird es sowohl in einer schwarzen wie in einer weißen Ausführung geben. Weiterhin besteht die Rückseite aus Polycarbonat, also Plastik. Erste Berichte warnen bereits vor kratzanfälligen Stellen.

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Hochauflösendes Display und Kamera

Dass Samsung weiterhin auf Kunststoff setzt, erklärt sich vermutlich aus der Größe des Geräts. Denn mit einer Bildschirmdiagonalen von 5 Zoll und einer Länge von 136 Millimetern ist das S4 noch etwas größer als der Vorgänger und deutlich größer als das iPhone 5. Allerdings ist es etwas schmaler und mit knapp 130 Gramm ähnlich leicht wie das S3.

Die Größe dürften einige Nutzer dennoch skeptisch sehen. Schon der Vorgänger ist einhändig nur schwer zu bedienen, wenn man kleine Finger hat. Das neue Gerät passt auch nur in größere Hosentaschen. Samsung beruft sich offensichtlich auf den Überraschungserfolg des Galaxy Note 2, das sogar 5,5 Zoll groß ist, dafür aber vor allem mit einem Stift bedient wird.

Der Vorteil des großen Super-Amoled-Displays: Bei einer Auflösung von 1920 mal 1080 Pixeln kann das Galaxy S4 Full-HD-Inhalte anzeigen. Mit der Punktdichte von 441 Pixeln pro Zoll können zurzeit nur das ähnlich gebaute Sony Xperia Z und das HTC One mithalten.

Auch die Kamera hat ein Upgrade spendiert bekommen. Die Nutzer können künftig Aufnahmen mit 13 Megapixeln machen, die Kamera auf der Vorderseite bringt es immerhin noch auf zwei Megapixel.

Der erste Achtkern-Prozessor in einem Smartphone

Wenig Details gab Samsung in der Präsentation dagegen zum Prozessor bekannt. Vieles deutet aber darauf hin, dass es das Galaxy S4 je nach Region entweder mit einem Quadcore-Prozessor und einer Taktfrequenz von 1,9 Gigahertz gibt oder mit Samsungs neuem Exynos5-Chip, der mit acht Kernen bei einer Taktfrequenz von 1,6 Gigahertz arbeitet. Das sind dann doppelt so viele Kerne wie im S3 und viermal so viele wie im iPhone 5. Allerdings ist die Anzahl der Kerne nicht mit der Rechenleistung gleichzusetzen. So war das iPhone 5 in den meisten Benchmark-Tests schneller als das S3.

Zudem muss Samsung die richtige Mischung aus Leistung und Energieverbrauch finden. Damit das gelingt, sind vier Kerne für rechenintensive Anwendungen reserviert, während die anderen vier im Normalgebrauch weniger Strom benötigen. Den bezieht das Gerät aus einem Akku mit einer Kapazität von 2.600 Milliamperestunden, der auch weiterhin austauschbar ist. Der interne Speicher ist je nach Ausführung 16, 32 oder 64 Gigabyte groß, und kann mit einer optionalen SD-Karte erweitert werden.

In Sachen Mobilfunkstandards unterstützt das Galaxy S4 erwartungsgemäß UMTS und LTE in allen Frequenzen sowie die Nahfunktechnik NFC, GPS und das russische Satellitensystem Glonass. Als zusätzliche Gimmicks hat Samsung das Smartphone mit einem Infrarot-, einem Temperatur- und einem Luftfeuchtigkeitssensor ausgestattet.

Den Großteil der Präsentation widmete Samsung den neuen Softwarefunktionen. Wie erwartet wird das Galaxy S4 mit der aktuellen Android-Version 4.2.2 alias Jelly Bean ausgeliefert. Die ist mit Samsungs Touch-Whiz-Oberfläche versehen und bietet damit einige Besonderheiten.

Leserkommentare
    • Robo T
    • 15. März 2013 8:32 Uhr

    ....ist das S4 jetzt aber auch nicht. Nette Features mit starker Hardware aber letztendlich nur ein verbessertes S3.

    Eine Leserempfehlung
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    • gs06
    • 17. März 2013 18:12 Uhr

    So kommt nun also ein neues Galaxy S4 heraus. Damit sinken meine Hoffnungen, dass Samsung den Fehler in der WLAN-Software noch behebt. Zahlreiche Besitzer (inkl. mir) leiden unter dem Problem, dass sich das Telefon nach einer Weile nicht mehr in WLANs einbuchen kann.
    Wer es nicht glaubt google mal nach "WLAN problem galaxy s3". Samsung macht seit Monaten nichts und gibt in seinem Consumer Support wenn überhaupt nur nutzlose Ratschläge, die sich bei Public Hotspots oder fremdbetriebenen WLANs nicht umsetzen lassen. Das Problem ist vermutlich ein Software-Fehler (mindestens) seit Android 4.1, der von Samsung konsequent totgeschwiegen wird. Eigentlich schade, da das Gerät von der Hardware her wirklich hervorragend ist, aber ohne WLAN ist so ein Smartphone relativ uninteressant.
    Da wird mir nur Rückgabe/Verschrotten und Umsteigen auf ein Gerät eines anderen Herstellers bleiben, wenn Samsung lieber ständig neue Hardware entwickelt, als dafür zu sorgen, dass die bereits verkaufte ordentlich funktioniert. Einbuchen in ein WLAN sollte ja eigentlich kein Hexenwerk sein und zu den unbedingt zu gewährleistenden Grundfunktionen gehören...

  1. vom apple marketing Chef. An solchen ignoranten Fehleinschätzungen kann man jetzt schon erkennen wer demnächst die Nase von/hinten hat.

    7 Leserempfehlungen
    • CorinK
    • 15. März 2013 8:50 Uhr

    ... oder unerwartetes von Samsung. Im vergleich zum S3 nur das erwartete Upgrate von Prozessor, Display und Kamera. Aber selbst der Prozessor des S3 stößt eigentlich kaum an seine Grenzen (bei mir im Alltag im Energiesparmodus ohne spürbare Probleme). Die höhere Auflösung sieht man kaum und die Display Technologie bleibt die gleiche. Die Kamera wird weiter nur für Schnapschüsse gut sein und für richtige Bilder bei weitem nicht an gute Kompaktkameras ran kommen.
    Sonst ein Paar gimmicks, die meist Softwaretechnisch beim S3 auch machbar wären und vermutlich durch ein kommendes Update auch werden. Bis auf die IR Fernbedinung und den Temperatursensor.

    Warum wird aber die eingangs erwänte "Smart Stay" Funktion als neu angepriesen, die hatte das S3 auch bereits von seiner Einführung an.

    Und das iPhone 5 als Maßstab, wirklich? Da sollten eher das HTC One, bei dem trotz einer ähnlichen Größe Aluminium kein hinderniss zu sein scheint, oder das Xperia Z von Sony herhalten.
    Das iPhone 5 schneidet in den meisten Tests auch gegen das S3 negativ ab. Wer ein iPhone will kauft sich ein iPhone und kein S4, da sind andere, eher emotionale Gründe entscheident.

    • doof
    • 15. März 2013 9:05 Uhr

    piepst wenn der Nutzer nicht wenigstens zwei Stunden pro Tag Zeit mit ihm verbringt.....

    10 Leserempfehlungen
  2. mehr als 600 Euro...

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    Redaktion

    Mich würde interessieren, was Sie und viele andere, die vom S4 eher unterwältigt sind, von einem neuen Smartphone der Oberklasse erwarten. Sowohl beim iPhone 5 als nun auch beim S4 bleibt der "Wow-Effekt" aus – die Geräte sehen mehr oder weniger aus wie ihre Vorgänger und bieten vor allem mehr Leistung und mehr Gimmicks. Werden Smartphones langsam langweilig? Warten jetzt alle auf etwas Neues wie die iWatch oder Google Glass?

    Begeistert bin ich nur, wenn mir eine Technologie neue Möglichkeiten eröffnet. Die Geräteklasse Smartphone allerdings scheint mir vorerst weitestgehend definiert zu sein.

    Leistungsverbesserungen nehme ich positiv zur Kenntnis -- auch beim neuen Galaxy. Softwarefeatures, die mit einem Update aber auch locker auf dem knapp 300 Tage alten Vorgängermodell laufen könnten, sprechen allerdings eher gegen Samsung als für das S4.

    Google Glass wird sicherlich spannend. Insbesondere, weil mir dafür aus eigener Anstrengung keine realistischen Einsatzmöglichkeiten einfallen wollen ;)

    • Wyt
    • 15. März 2013 9:21 Uhr

    Was wurden doch Gerüchte gestreut, über die Revolution des Smartphones durch Samsung.

    Und wo ist jetzt die Revolution? Hat Samsung das Smartphone neu
    erfunden?

    Nö? Womit auch Samsung als "Revolutionär" des Smartphones entzaubert
    ist.

    Natürlich ist es kein schlechtes Smartphone. Natürlich hat Samsung
    technologisch was möglich ist eingebaut. Aber die Revolution ist
    verpufft, es bleibt ein bisschen Evolution.

    Also liebe Samsung Fanboys und Applehater kommt wieder auf den Boden
    der Tatsachen zurück.

    Die Zeit der Revolutionen ist vorbei, alle Hersteller kochen auch nur
    mit Wasser.
    Und langsam zeigen sich die Grenzen der Konzepte. Welche "Revolution"
    soll nun das S5 erhalten? Noch größer, 6,7,8 Zoll?

    Noch höhere Auflösung die keiner mehr sieht?
    26 MP Kamera? Sechszehn Kerne Prozessor?

    Apple wird auch dieses Jahr ein neues iPhone herausbringen.
    Und es wird ungefähr so Leistungsfähig wie das S4. Ist das
    revolutionär? Nein.

    Also zurück auf den Boden der Realität.

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  3. Redaktion

    Mich würde interessieren, was Sie und viele andere, die vom S4 eher unterwältigt sind, von einem neuen Smartphone der Oberklasse erwarten. Sowohl beim iPhone 5 als nun auch beim S4 bleibt der "Wow-Effekt" aus – die Geräte sehen mehr oder weniger aus wie ihre Vorgänger und bieten vor allem mehr Leistung und mehr Gimmicks. Werden Smartphones langsam langweilig? Warten jetzt alle auf etwas Neues wie die iWatch oder Google Glass?

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    mich würde interessieren ob man nichts erwarten darf und wenn man nicht viel erwarten darf, warum hersteller dann überhaupt ein neues gerät (mit großem tammtamm) auf den markt bringen? ;)

    "die Geräte sehen mehr oder weniger aus wie ihre Vorgänger"

    Ich hab die Erfahrung gemacht das es genau das ist, was alle enttäuscht. Was nutzt es notorischen Angebern das neueste Gerät zu haben wenn einen keiner Bewundernd darauf anspricht.
    Genau das ist der Grund wieso Google Glass einschlagen wird.

    Von der i Watch bin ich nicht so überzeugt. Aber wenn ich eins gelernt habe dann das Appel Jünger erst Kaufen um sich gegenseitig ihre Markentreue zu beweisen um dann irgendwann später darüber nachzudenken ob das wirklich nötig war. ;)

    • Boono
    • 15. März 2013 9:43 Uhr

    Herr Beuth, als Technik-affiner Mensch und ehemaliger "early adopter" beantworte ich Ihre Frage sehr gerne. Ich würde mich um ein Oberklasse-Smartphone reißen, wenn es
    - in einem wertigen, stabilen und nicht knarzenden Gehäuse daherkäme,
    - statt Leistungswahn eine richtig lange Akkulaufzeit hätte,
    - eine Größe deutlich unterhalb eines Frühstücksbrettchens hätte,
    - statt Pixelwahn eine gute Kamera hätte, die auch bei wenig Licht noch gute Ergebnisse erzielt,
    - einen wechselbaren Akku und einen Steckplatz für eine MicroSD-Speicherkarte hätte,
    - auf der Softwareseite statt immer neuer unausgereifter Gimmicks die wirklich wichtigen Funktionen zuverlässig und ohne Bugs bereitstellt, vor allem eine saubere und zuverlässige Outlook-Synchronisierung,
    - nach dem zweiten oder dritten automatischen System-Update noch ruckelfrei läuft und nicht verschlimmbessert wurde.

    Es gab mal eine Plattform, die - abgesehen von der Telefonfunktion - vieles davon realisierte, über Jahre solide weiterentwickelt wurde und bei der Zuverlässigkeit wichtiger war als Feature-Wahn: Palm Organizer. Leider ist diese Plattform den Bach 'runtergegangen.

    Ich denke den nächsten WOW Effekt wird mir das Ubuntu Smartphone liefern. Wenn es denn hält, was es verspricht.

    Mich ärgert, dass ich ein stark leistungsfähiges Handy habe (Galaxy 2), diese Leistung aber nur zum Teil nutze, weil ich damit nicht richtig arbeiten kann. Da ich aber Privat auch Ubuntu nutze, reizt es mich extrem, wenn ich einfach ein Monitor, Tastatur an mein Handy anschließen brauch und schon eine vollwertige Desktop Oberfläche habe. Kein Daten mehr synchronisieren, hin- und herschaufeln, ... . Alles auf meinem Handy. WOW

    Wahrscheinlich reduziert sich das Smartphone gerade wieder auf das, was es nun mal ist - letztlich ist es ein Telefon. Lange Zeit wurde das iPhone/Smartphone als Verlängerung des eigenen Ichs in einer Express-yourself-Mentalität angepriesen, dass einem schon fast schlecht werden konnte. Da nun mittlerweile (fast) jeder eins hat, ist der Alleinstellungsfaktor weg. Es wird zwar weiterhin medial versucht, das Smartphone zu einer Art ausgelagerter Persönlichkeit zu machen (siehe Apple-Werbung/Samsung-Werbung), aber auch das wird nicht ewig verfangen. Damit ist dann auch der Wow-Effekt weg, weil der Erwerb eines besseren Lebens und mehr Freunden und erfüllten Liebeslebens durch den Kauf eines Smartphones nicht mehr so überproportional ausgeprägt ist, bzw. die Realität wieder Einzug in die Köpfe der Android/iOS-Jünger hält.

    • hairy
    • 15. März 2013 11:46 Uhr

    gibts eigentlich nicht mehr. Es sei denn weit stärkere Batterien, aber sowas ist derzeit nicht zu erwarten. So bleibts bei allen Herstellern bei verbesserten Vormodellen.

    Wow für mich könnten niedrigpreisige aber doch gute Geräte mit FF-OS oder Ubunut sein, vielleicht auch das fairphone, sofern es dann echt mal fair produziert wird.

    werden viel zuviele Ressourcen in die Entwicklung slightly verbesserter Smartphones und größerer Flachbildfernseher gesteckt.

    Soviele sinnvollere Dinge könnten damit gemacht werden... Energiewende, sparsamere Autos, Raumfahrt... aber dafür gibt es ja keinen "Markt".

    "Idiocracy" lässt grüßen :-)

    Es ist ein Telefon! Warum überhaupt so ein Aufriss? Im Grunde ist es gerade zu lächerlich, dass manche Menschen ernsthaft glauben, sie bräuchten in ihrer Facebook-Taschenmaschine einen Quadcore-Prozessor mit 1,6 Ghz :uhammer:

  4. mich würde interessieren ob man nichts erwarten darf und wenn man nicht viel erwarten darf, warum hersteller dann überhaupt ein neues gerät (mit großem tammtamm) auf den markt bringen? ;)

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Google | Samsung | Apple | Sony | Full-HD | HTC
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