Galaxy S4 TestViel, vielleicht zu viel Spielerei

Samsung hat angekündigt, dass sein Galaxy S4 die Konkurrenz weit übertreffen wird. Das Übertreffen ist gelungen, nur weit ist es nicht. von Jörg Thoma

Samsungs Galaxy S4

Samsungs Galaxy S4  |  © Neilson Barnard/Getty Images for Samsung

Samsung will mit seinem Smartphone Galaxy S4 nicht nur mit der Konkurrenz gleichziehen, es will sie weit übertreffen. Seine kräftiger Vier-Kern-Prozessor, ein 5-Zoll-Display und eine aktuelle Kamera sollen es deutlich besser machen als die bisher unangefochtenen Spitzengeräte, das One von HTC und das Xperia Z von Sony.

Äußerlich unterscheidet sich das Galaxy S4 trotz größeren Displays nur marginal von seinem Vorgänger Galaxy S3. Es sind vor allem die verbauten Komponenten, die den Unterschied ausmachen.

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Beim Bildschirm setzt Samsung weiterhin auf die Amoled-Technik. Die sorgt für knalliger wirkende Farben als die LCD-Technik, die beispielsweise HTC im Display des One einsetzt. Bei einem weißen Hintergrund ist der Kontrast zu der Schrift auf dem Display des Galaxy S4 nicht ganz so hoch wie auf dem HTC One. Das Display des HTC ist darüber hinaus ein wenig heller. 

HTCs Display zeigt einen leichten Rotstich. Damit wirken helle Bereiche wärmer als auf dem Display von Samsungs neuem Smartphone, das einen leichten Blaustich aufweist, der blickwinkelabhängig schnell stärker wird, vor allem bei einem weißen Hintergrund. Insgesamt wirken die Farben auf dem HTC One etwas natürlicher, aber das ist Geschmackssache.

Kunststoff-Gehäuse

Apropos Geschmackssache: Das Gehäuse des Galaxy S4 wurde in ersten Tests angelsächsischer Medien kritisiert, Samsung habe wieder zu viel Kunststoff verwendet. Tatsächlich besteht die komplette Vorderseite aus Gorilla-Glas von Corning, und zwar in der neuen Version 3. Das Display kann daher auch mit herkömmlichen Handschuhen bedient werden. Der Rahmen ist aus Metall und im Gegensatz zum S3 nur an den Kanten abgerundet. Die Rückseite und ein dünner Rand auf der Vorderseite sind wie gehabt aus Kunststoff.

Zwar erscheint das Gehäuse im Vergleich zu dem Aluminiumgehäuse des HTC One weniger wertig. Die verwendeten Materialien wirken sich aber auf das Gewicht aus. Das Galaxy S4 ist mit etwa 137 Gramm etwas leichter als das HTC One mit 142 Gramm. 

Die Kunststoffabdeckung der Rückseite lässt sich entfernen. Darunter liegt der austauschbare Lithium-Ionen-Akku, der eine Nennladung von 2.600 Milliamperestunden sowie eine Leistung von 9,88 Wattstunden hat. Unter Volllast hält der Akku 2,5 Stunden durch, kein besonders guter Wert. Die längere Akkulaufzeit des HTC One unter Volllast dürfte aber auch auf die gedrosselte Taktfrequenz im One zurückzuführen sein.

Bei normaler Nutzung reicht eine Akkuladung etwa sechs Stunden. Wobei normale Nutzung meint: maximale Bildschirmhelligkeit, aktive LTE- und WLAN-Verbindung, surfen, twittern, Facebook- und E-Mail-Nachrichten empfangen und ein wenig spielen. Sparsamere Nutzer dürften mit dem Galaxy S4 einen Arbeitstag ohne Aufladen schaffen.

Neben dem Akku befinden sich im Gehäuse Steckplätze für eine Micro-SIM- und eine Micro-SD-Karte. Damit lassen sich weitere 64 Gigabyte Speicher nutzen. Von den 16 Gigabyte des internen Speichers bleibt etwa die Hälfte für den Anwender übrig.

Das Handy als Fernsteuerung

Bei den Funkstandards hält sich Samsung an die etablierten Standards: LTE und WLAN nach 802.11a/b/g/n und dem schnelleren 802.11ac, NFC, Bluetooth 4.0 und GPS samt Glonass. Selbstverständlich ist auch ein HSPA-Modem für den GSM- und UMTS-Empfang integriert.

Das Galaxy S4 hat eine Infrarotlampe und kann dank dieser auch zur Universalfernbedienung umfunktioniert werden. Damit lassen sich nicht nur Fernseher von Samsung steuern. Die dazugehörige Applikation Watchon bietet eine stattliche Auswahl von Geräten verschiedener Hersteller. Die Liste holt sich die Anwendung von einem Server, für die Konfiguration ist daher eine Internetverbindung notwendig. Das klappt mit einem Fernseher von Philips und von Samsung problemlos. Auch DVD- und Blu-ray-Player oder Set-Top-Boxen sollen so konfiguriert werden können. Zusätzlich zeigt die Anwendung einzelne Sendungen an, die ausgewählt und automatisch gestartet werden können. Zumindest mit der DVB-T-Senderliste funktioniert das gut.

Den einzigen Lautsprecher hat Samsung auf der Rückseite platziert. Wird das Gerät in der Hand gehalten, zerfransen die hohen Töne. Liegt es auf dem Tisch, ist der Sound nicht ganz so blechig, allerdings fehlen die Bässe. Dass das besser geht, zeigt HTC mit dem One. Das hat unter allen Smartphones den wohl besten Klang.

Leserkommentare
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  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte achten Sie die Richtlinien unsrer Netiquette. Kritik senden Sie gerne an community@zeit.de. Danke. Die Redaktion/kvk

    • minhen
    • 26. April 2013 13:28 Uhr

    Sehr schöner Test, der Vor- und Nachteile angemessen darstellt. So ausgewogene, gute Tests von Smartphones liest man mittlerweile in der Technikpresse immer seltener. Danke!

    2 Leserempfehlungen
  3. Sehr ausführlicher Test. Detailierte Darstellung der Neuerungen.
    Die Vorteile für den Konsumenten werden hier ausführlich erläutert.
    Von den Nachteilen lese ich leider nichts, wer sich dafür interessiert kann sich gern dieses Video anschauen oder einfach mal ein bisschen googln. https://www.youtube.com/w...

  4. Ein Samsung Galaxy S I9000 reicht zum gelegentlichen lesen im Internet völlig aus. Handys für 730 Euro mit schnellen Zweikernprozessoren und eine Full-HD Display sind für den normalen Anwender überflüssige Spielereien, eines Gerätes das eh nur eine Spielerei ist.

    Die Hersteller müssen jedes Jahr ein neues Gerät veröffentlichen, ob es notwendig ist oder nicht. Wenn meines nicht mindestens 5 weitere Jahre seine Arbeit tut kaufe ich nie mehr eines, geplante Obsoleszenz wird nicht unterstützt.

    4 Leserempfehlungen
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    Bin auch mit meinem I9001+ total zufrieden. Akkulaufzeit auch nach 1,5 Jahre noch locker be über einem Tag bei durchaus auslastender Nutzung, Internet, Apps etc funktionieren einwandfrei.

    Und das wichtigste: Das Handy hat mittlerweile eine Anzahl an Stürzen überlebt, sei es aus der Hosentaschen beim Radfahren, 20m Treppen-Runterspringen oder die Standardfallhöhe von 1m vom Tisch... muss dann immer lachen, wenn ich gesprungene iPhone-Displays sehe - bei mir splittert bloß die Metalllackierung an den Ecken etwas ab ;)

    Und für alle Arbeitszwecke reicht das Handy wunderbar aus.

    "Handys für 730 Euro mit schnellen Zweikernprozessoren und eine Full-HD Display sind für den normalen Anwender überflüssige Spielereien"

    ..überlassen Sie doch bitte jedem einzelnen User selbst.
    Oder sind Sie der Nabel der Welt?

  5. ist jetzt keike Kritik am aktuellen Modell sondern nur eine generelle Überlegung.
    Wenn ich gute Fotos machen will kaufe ich mir eine gute Kamera, die spielt Prinzip bedingt in einer ganz anderen Welt (Objkektive lassen sich nun mal nicht ohne kompromisse miniaturisieren), muss die natürlich extra tragen.

    Bleibt also ein Taschencomputer für rund 650 Euro, der nach einem Jahr "veraltet" sein wird. Mir erscheinen diese Preise dafür ziemlich ambitioniert, aber evtl kann mir jemand erklären, wo genau die praktischen Vorteile dieser High end Modelle gegenüber anderen smartphones der 200-300 Euro Klasse liegen. Was kann man damit machen, was die anderen Modelle nicht können?

    Die Kamera und das "Prestige" durch den Besitz des aktuellsten Modells wären für mich zumindest noch keine ausreichenden Kaufgründe

    2 Leserempfehlungen
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    "Was kann man damit machen, was die anderen Modelle nicht können?"

    Was kann man mit einem Audi A6 machen, was mit einem Kia Picanto nicht geht?

  6. Aber wer bezahlt diesen horrenden Preis für ein Smartphone?

    Und warum?

    Da sehe ich den Mehrwert einfach nicht, der einen so hohen Preis rechtfertigt.

    Eine Leserempfehlung
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    Ich bin so einer. Ich bezahle gerne mehr für etwas, wenn es mir das wert ist. Wieso fragen Sie? Wieso gibt es Menschen, die Bentley fahren, wo man mit einem Golf auch fahren kann. Wieso tragen Menschen teurer Uhren, wo es eine einfach Swatch auch täte? Wieso tragen Menschen Boss-Anzüge, wo es günstigere Anzüge auch tun? Fragen über Fragen, auf die es keine allgemeingültige Antwort gibt. Ich kaufe wenig, dafür leiste ich mir allerdings dann auch hochwertige Dinge.

    Was den Test betrifft, stößt mir mehr und mehr sauer auf, dass sich im Hinblick auf Akku-Laufzeit scheinbar wenig zu bewegen scheint. Statt Smart-Phones mit allerlei Features zu überfrachten, wäre es sicher an der Zeit, sich im Hinblick auf Akku-Laufleistung etwas mehr zu bemühen. Bei Volllast sollte ein ganzer Tag schon drin sein. Sonst wird es ärgerlich.

    Immerhin ist es ein Gerät das man immer bei sich hat. Es gibt sehr viele Gelegenheiten so viel Geld sinnloser auszugeben.

  7. Bei den Preisen ist Samsung schon auf Apple Niveau gelandet
    . Die Marge wird wahrscheinlich ähnlich hoch sein, wie beim Konkurrenten.
    Die Hersteller sollten endlich mal nicht ganz so große, nicht ganz so Stromhunrige Geräte bauen, bei der die Arbeiter gut vom Lohn arbeiten können.

    Eine Leserempfehlung

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