Galaxy S4 Test : Viel, vielleicht zu viel Spielerei

Samsung hat angekündigt, dass sein Galaxy S4 die Konkurrenz weit übertreffen wird. Das Übertreffen ist gelungen, nur weit ist es nicht.
Samsungs Galaxy S4 © Neilson Barnard/Getty Images for Samsung

Samsung will mit seinem Smartphone Galaxy S4 nicht nur mit der Konkurrenz gleichziehen, es will sie weit übertreffen. Seine kräftiger Vier-Kern-Prozessor, ein 5-Zoll-Display und eine aktuelle Kamera sollen es deutlich besser machen als die bisher unangefochtenen Spitzengeräte, das One von HTC und das Xperia Z von Sony.

Äußerlich unterscheidet sich das Galaxy S4 trotz größeren Displays nur marginal von seinem Vorgänger Galaxy S3. Es sind vor allem die verbauten Komponenten, die den Unterschied ausmachen.

Beim Bildschirm setzt Samsung weiterhin auf die Amoled-Technik. Die sorgt für knalliger wirkende Farben als die LCD-Technik, die beispielsweise HTC im Display des One einsetzt. Bei einem weißen Hintergrund ist der Kontrast zu der Schrift auf dem Display des Galaxy S4 nicht ganz so hoch wie auf dem HTC One. Das Display des HTC ist darüber hinaus ein wenig heller. 

HTCs Display zeigt einen leichten Rotstich. Damit wirken helle Bereiche wärmer als auf dem Display von Samsungs neuem Smartphone, das einen leichten Blaustich aufweist, der blickwinkelabhängig schnell stärker wird, vor allem bei einem weißen Hintergrund. Insgesamt wirken die Farben auf dem HTC One etwas natürlicher, aber das ist Geschmackssache.

Kunststoff-Gehäuse

Apropos Geschmackssache: Das Gehäuse des Galaxy S4 wurde in ersten Tests angelsächsischer Medien kritisiert, Samsung habe wieder zu viel Kunststoff verwendet. Tatsächlich besteht die komplette Vorderseite aus Gorilla-Glas von Corning, und zwar in der neuen Version 3. Das Display kann daher auch mit herkömmlichen Handschuhen bedient werden. Der Rahmen ist aus Metall und im Gegensatz zum S3 nur an den Kanten abgerundet. Die Rückseite und ein dünner Rand auf der Vorderseite sind wie gehabt aus Kunststoff.

Zwar erscheint das Gehäuse im Vergleich zu dem Aluminiumgehäuse des HTC One weniger wertig. Die verwendeten Materialien wirken sich aber auf das Gewicht aus. Das Galaxy S4 ist mit etwa 137 Gramm etwas leichter als das HTC One mit 142 Gramm. 

Die Kunststoffabdeckung der Rückseite lässt sich entfernen. Darunter liegt der austauschbare Lithium-Ionen-Akku, der eine Nennladung von 2.600 Milliamperestunden sowie eine Leistung von 9,88 Wattstunden hat. Unter Volllast hält der Akku 2,5 Stunden durch, kein besonders guter Wert. Die längere Akkulaufzeit des HTC One unter Volllast dürfte aber auch auf die gedrosselte Taktfrequenz im One zurückzuführen sein.

Bei normaler Nutzung reicht eine Akkuladung etwa sechs Stunden. Wobei normale Nutzung meint: maximale Bildschirmhelligkeit, aktive LTE- und WLAN-Verbindung, surfen, twittern, Facebook- und E-Mail-Nachrichten empfangen und ein wenig spielen. Sparsamere Nutzer dürften mit dem Galaxy S4 einen Arbeitstag ohne Aufladen schaffen.

Neben dem Akku befinden sich im Gehäuse Steckplätze für eine Micro-SIM- und eine Micro-SD-Karte. Damit lassen sich weitere 64 Gigabyte Speicher nutzen. Von den 16 Gigabyte des internen Speichers bleibt etwa die Hälfte für den Anwender übrig.

Das Handy als Fernsteuerung

Bei den Funkstandards hält sich Samsung an die etablierten Standards: LTE und WLAN nach 802.11a/b/g/n und dem schnelleren 802.11ac, NFC, Bluetooth 4.0 und GPS samt Glonass. Selbstverständlich ist auch ein HSPA-Modem für den GSM- und UMTS-Empfang integriert.

Das Galaxy S4 hat eine Infrarotlampe und kann dank dieser auch zur Universalfernbedienung umfunktioniert werden. Damit lassen sich nicht nur Fernseher von Samsung steuern. Die dazugehörige Applikation Watchon bietet eine stattliche Auswahl von Geräten verschiedener Hersteller. Die Liste holt sich die Anwendung von einem Server, für die Konfiguration ist daher eine Internetverbindung notwendig. Das klappt mit einem Fernseher von Philips und von Samsung problemlos. Auch DVD- und Blu-ray-Player oder Set-Top-Boxen sollen so konfiguriert werden können. Zusätzlich zeigt die Anwendung einzelne Sendungen an, die ausgewählt und automatisch gestartet werden können. Zumindest mit der DVB-T-Senderliste funktioniert das gut.

Den einzigen Lautsprecher hat Samsung auf der Rückseite platziert. Wird das Gerät in der Hand gehalten, zerfransen die hohen Töne. Liegt es auf dem Tisch, ist der Sound nicht ganz so blechig, allerdings fehlen die Bässe. Dass das besser geht, zeigt HTC mit dem One. Das hat unter allen Smartphones den wohl besten Klang.

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