Apps zu nutzen sei widersinnig, sagte Mark Zuckerberg bei der Vorstellung von Facebook "Home". © Justin Sullivan/Getty Images

Facebook hat gerade eine neue Version seiner Software für Androidgeräte vorgestellt. Für Apple wird es Facebook Home wohl nie geben, aber was bedeutet das für Facebook? Und was bedeutet es für Google?

Für Facebook ist die Plattform Android inzwischen wichtiger als die Plattform iOS, das mobile Betriebssystem von Apple. Aber Apple ist deswegen nicht unwichtig. Offizielle Zahlen dazu gibt es nicht. Alles, was sich finden lässt, ist eine externe Analyse, über die Techcrunch im Januar geschrieben hat. Der Analyst Benedict Evans hatte Ende 2012 die facebookeigene Datenschnittstelle Graph genutzt, um herauszufinden, wie viele Nutzer mit welchem Gerät zu Facebook kommen.

Im November 2012 hatte Facebook demnach 192,8 Millionen monatlich aktive Nutzer, die die Seite mit einem Androidgerät aufrufen. Das sind 16 Prozent der gesamten aktiven Facebooknutzer. Mit einem iPhone kamen 147,2 Millionen monatlich Aktive, immerhin 13 Prozent aller Nutzer. Dazu kamen noch einmal 48 Millionen, die Facebook auf dem iPad verwenden.

Evans schreibt in seinem Blog, dass Android immer wichtiger werde, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Die Plattform ist weit verbreitet und wächst schneller als alle anderen. Die neue Androidversion ist von Facebook also nur folgerichtig. Denn ihr Ziel ist ganz offensichtlich, die vorhandenen Nutzer enger an Facebook zu binden.

Auch aus einem anderen Grund ist Android der logische Partner. Die Veränderungen durch Facebook Home sind umfangreich, nicht jedes Betriebssystem lässt so etwas zu. Home übernimmt beispielsweise den sogenannten Lockscreen, um dort Bilder aus der Timeline der Nutzer zu präsentieren.

Werbung auf dem Homescreen? Yup.

Gerade diese Funktion könnte für viele der Grund werden, Home zu nutzen. Über die API von Facebook lassen sich auch Meldungen von Pinterest, Twitter und anderen Diensten einbinden. Ohne einen weiteren Klick wird der Lockscreen so zum Fernseher aller sozialen Aktivitäten. Wer immer auf dem Laufenden bleiben will, wird das schätzen.

Meistens zumindest, denn der Schirm wird so auch zur Werbefläche. Auf die Frage, ob dort Werbung präsentiert werden wird, antwortete Mark Zuckerberg bei der Produktvorstellung nur mit einem knappen: "Yup." Schließlich ist das ein attraktiver Werbeplatz, mit dem sich sicher Geld verdienen lässt.

Dieser Schirm ist bei Apple allerdings von dem typischen Entsperren-Wischbalken dominiert. Der wird in Europa zwar nicht als Patent anerkannt, trotzdem ist es undenkbar, dass Apple die Hoheit über diese erste Betrachtungsfläche aufgeben wird. Dafür ist dem Unternehmen das eigene Design viel zu wichtig.