Facebook HomeFacebook verhandelt mit Apple und Microsoft

"Home" ist ein zentraler Bestandteil von Facebooks Mobil-Strategie. Noch gibt es die App nur für Android-Geräte. Facebook will aber auch auf iPhones Geld verdienen.

Facebook Home

Facebook Home auf einem Samsung-Smartphone  |  © Justin Sullivan/Getty Images

Die ersten Android-Nutzer können ihren Smartphones nun eine Facebook-Oberfläche verpassen: Facebook Home steht in Google Play zum Download bereit. Nun hat Facebook klargestellt, dass es die App auch auf Apple-Geräten anbieten will.

Facebooks Produktchef Adam Mosseri sagte in einem Interview mit der Finanznachrichtenagentur Bloomberg, sein Unternehmen spreche mit Apple über eine noch tiefere Integration in iPhones und iPads: "Wir haben ihnen gezeigt, was wir entwickelt haben und wir sind in fortlaufenden Gesprächen." Ähnliche Verhandlungen gebe es auch mit Microsoft.

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Facebook Home zeigt statt des üblichen Sperrbildschirms eines Smartphones die Neuigkeiten von Facebook-Freunden an. Außerdem rückt mit ihr der Chatdienst des Online-Netzwerks in den Vordergrund, über den man in immer mehr Ländern auch telefonieren kann.

Außerdem enthält Home einen App-Launcher, also eine Ebene, aus der alle anderen Apps gestartet werden. Dadurch weiß Facebook, welche Apps wie oft benutzt werden und entsprechend beliebt sind. Wie sich Home ansonsten auf die Privatsphäre der Nutzer auswirkt, erklärt Facebook in einem FAQ. Zunächst ist die App nur für ein halbes Dutzend neue Geräte verfügbar, es sollen aber schnell mehr werden.

Knackpunkt Lockscreen

Eine App für Apples iOS-System könnte anders aussehen als die Android-Variante, schränkte Mosseri ein. Sie werde möglicherweise nicht einmal Home heißen. Da Android ein offenes System ist, konnte Facebook die neue App im Alleingang entwickeln. In der iPhone-Welt ist das nicht möglich, weil das iOS-Betriebssystem fest in der Hand von Apple liegt, betonte Chefentwickler Cory Ondrejka schon bei der Ankündigung. "Der einzige Weg, wie man einen Dienst tiefgreifend auf iPhone und iPad integrieren kann, ist, mit Apple zusammenzuarbeiten", sagte er nun.

Einer der Knackpunkte dürfte der Sperrbildschirm sein. Ob Apple den aus der Hand geben würde, ist fraglich, er ist schließlich Teil des Designkonzepts. Mosseri aber sagte im Interview: "Vielleicht übernehmen wir nur etwas vom Home-Design in unsere iOS-App. Oder wir bauen nur den Sperrbildschirm." Für Facebook ist dieser Bestandteil von Home entscheidend – sobald dort Werbung eingeblendet wird. Das wird früher oder später passieren, daran hat Facebook-CEO Mark Zuckerberg keinen Zweifel gelassen.

Denn für Facebook ist Home eine zentrale Säule seiner neuen Strategie. Die Mitglieder nutzen das Netzwerk zunehmend über Smartphones und Tablets. Facebook muss es schaffen, in großem Stil Geld auch auf diesen Geräten zu verdienen. Das ist entscheidend für die finanzielle Zukunft des Online-Netzwerks und den Aktienkurs. Zuletzt kam rund ein Viertel der Anzeigenerlöse aus dem mobilen Geschäft.

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Leserkommentare
  1. Ich verstehe nicht was das Ganze soll, wozu brauchen Menschen die überhaupt kein Facebook nutzen überhaupt eine solche App. Das Aufzwingen und Einnisten gefällt mir überhaupt nicht.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wenn Sie kein Facebook nutzen, bringt Ihnen die App auch gar nichts. Denn sie sind ja nicht bei Facebook. Sie werden also zu nichts gezwungen. Es geht nur um die Möglichkeit, wenn Sie Facebook nutzen.

    Zum eigentlichen Thema: Ich habe ein Windows Phone und da sind Social-Medias schon recht gut integriert.

  2. Wenn Sie kein Facebook nutzen, bringt Ihnen die App auch gar nichts. Denn sie sind ja nicht bei Facebook. Sie werden also zu nichts gezwungen. Es geht nur um die Möglichkeit, wenn Sie Facebook nutzen.

    Zum eigentlichen Thema: Ich habe ein Windows Phone und da sind Social-Medias schon recht gut integriert.

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    Antwort auf "Bloß nicht."
    • Marc_S
    • 16. April 2013 13:55 Uhr

    als dass Apple Facebook sowas ähnliches wie Home unter iOS ermöglichen wird.
    Adobe wollte auch Flash auf das iPhone bringen. Mittlerweile ist Flash tot...

    3 Leserempfehlungen
  3. iOS bietet mir mit Apps Zugang zu Content, zu Inhalt. Ich will wissen, wann die nächste Bahn fährt, wann was im Kino läuft, wo der nächste Kiosk ist, die nächste Apotheke, wie ein Musikstück heißt usw. usw.

    Wenn Facebook mit "home" den direkten Zugang zu diesen Tools in Zukunft irgendwie hindert oder davon ablenkt, steht nicht "der User im Mittelpunkt", wie sie selbst so schön behaupten, sondern Facebook selbst!

    "Wie geht es dir"? Das erzähle ich meinen Freunden bei nem Kaffee. FB ist hier nichts anderes als eine Plattform um losen Kontakt zu Freunden zu halten. Scheinbar ist die Nachricht dort nicht so wichtig, als dass sie direkt, privat, unik und persönlich bei einem Empfänger ankommen soll.

    Und wenn ich länger darüber nachdenke, ist jeder post doch nichts anderes als reine Selbstinszenierung. JEDER post.

    3 Leserempfehlungen
    • Coiote
    • 16. April 2013 15:10 Uhr

    Also ich kann mir echt nicht vorstellen, dass Apple Facebooks 'Home' auf IPhones dulden wird.

    Design war schon immer ein wesentliches Markenzeichen Apples gewesen (ich zähle mal die optische Aufmachung des Betriebssystems einfach mit zu dem Aspekt Design). Und bei dieser Ursäule Apples, wird Apple nicht mal eben die Feder aus der Hand geben. Klar kann auch Facebook ein wenig Druck auf Apple ausüben, so nach dem Motto, wenn Facebook nicht auf IPhones läuft, dann werden weniger Leute IPhones kaufen. Aber ich denke, hier wird sich eher Facebook bewegen und vor allem unterordnen müssen, und letztendlich eine gewöhnliche Facebook-App liefern.

    Bei Facebooks 'Home' muss man ja schon fast die Leute vor sich selbst schützen. Also an Alle: Installiert Euch doch bitte nicht so einen Käse auf Eure Smartphones. Das kann man letztendlich nur bereuen.

  4. Apple, bitte gebt Facebook eine Abfuhr und integriert es nicht noch mehr in iOS, sondern lieber weniger, viel weniger. Danke.

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  5. 7. [...]

    Doppelpost. Die Redaktion/se

  6. alleine durch diese ständigen "gefällt mir" Zeichen oder diese Tafeln, die man erst als "facebooknichtfan" wegklicken muss, bevor man weiteresen kann, finde ich aufdringlich.

    Facebook ist ein Zeitfresser ohne wirklchen Nutzen.
    Vor 5 Jahren hatte alle Kids msn, dann facebook, jetzt Whatsapp, das ist Grund zur Hoffnung. dass facebook wieder auf auf unaufdringliches Normalmaß schrumpft.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, pb
  • Schlagworte Facebook | Google | Microsoft | Android | App | Bloomberg
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