Samsung ChromebookGünstiges Google-Notebook mit Schwächen

Samsungs Chromebook der Serie 3 macht Spaß, solange Nutzer mit Google-Software arbeiten mögen. Ohne ständige Internetverbindung aber taugt das Notebook wenig. von 

Samsung Chromebook

Samsungs Chromebook der Serie 3  |  © Samsung

Chromebooks sind Nischenprodukte. Die Notebooks mit dem Google-Betriebssystem Chrome OS sind ganz auf Online-Nutzung und auf Googles diverse Dienste ausgelegt. Ohne ständige Internetverbindung und ohne ein Google-Konto sind sie kaum zu gebrauchen. Das Samsung Chromebook der Serie 3 ist da keine Ausnahme. Bei Samsung wird es als "typisches Zweitgerät" bezeichnet, ein anderes Wort für Nischenprodukt.

Dafür spricht zunächst der Preis: Samsung verkauft das Chromebook mit der sperrigen Typbezeichnung XE303C12 in zwei Varianten, die sich nur in einem Punkt unterscheiden: Für 299 Euro gibt es die WLAN-Version, mit 3G-Modul kostet es 50 Euro mehr. Das Gerät ist damit verhältnismäßig günstig. Außerdem ist es leicht und handlich: Mit einem Gewicht von knapp über einem Kilo und einem 11,6 Zoll großen LED-Display lässt es sich mühelos in jeder normalen Handtasche und in jedem Rucksack transportieren.

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Von außen präsentiert sich das Chromebook schlicht. Es hat ein 18 Millimeter dünnes, silbernes Kunststoffgehäuse mit einer glatten Außenfläche und abgerundeten Ecken und Kanten. Es verfügt über Schnittstellen für USB 2.0 und 3.0 sowie HDMI, außerdem Kartenleser für SD-, SDHC- und SDXC-Karten, einen Mikrofonanschluss, und es ist kompatibel mit Bluetooth 3.0.

Beim Aufklappen des Chromebook zeigt sich die im Displayrand integrierte Videochat-Kamera. Mit einer Auflösung von 0,3 Megapixeln darf man von der Bildqualität nicht viel erwarten. Das gilt auch für das Display, das eine Auflösung von 1.366 mal 768 Pixel hat. Mit dem mattierten, entspiegelten Display ist es zwar möglich, bei Sonnenlicht zu arbeiten. Doch egal ob drinnen oder draußen: die Farben bleiben matt und blass. Insbesondere beim Betrachten von Bildern und Videos sowie beim Spielen macht das keinen Spaß. Langes Arbeiten mit dem Chromebook ist für die Augen ermüdend. Ebenso ist bei der Tonqualität noch Luft nach oben: Die Lautstärke ist zwar ausreichend, der Ton jedoch klingt blechern und dumpf.

Sybille Klormann
Sybille Klormann

Sybille Klormann ist Nachrichtenredakteurin bei ZEIT ONLINE. Ihre Profilseite finden Sie hier.

Touchpad und Tastatur hingegen erfüllen ihren Zweck: Das Chromebook hat ausreichend große Tasten, auch gibt es Steuerungstasten, über die sich unter anderem Lautstärke und Helligkeit regeln lassen. Das Navigieren über das Touchpad funktioniert einwandfrei.

Innerhalb von nur zwei bis drei Sekunden startet es aus dem Ruhezustand, etwa zehn Sekunden dauert es, wenn der Laptop ausgeschaltet war. Die Akkuleistung ist vom Hersteller mit guten 6,5 Stunden angegeben, was bei normaler Nutzung auch durchaus erreichbar ist.

Mit nur 16 Gigabyte fällt der interne Speicher sehr klein aus. Das ist typisch für Chromebooks, denn ihr Betriebssystem Chrome OS setzt ganz auf Online-Anwendungen und Cloud-Speicher. 100 Gigabyte Speicherplatz stellt Google in der Cloud, also auf seinen Servern, kostenfrei für zwei Jahre zur Verfügung. Mit seinem Exynos-Zweikernprozessor ist das Chromebook der Serie 3 das erste Chromebook mit der in mobilen Geräten bevorzugten ARM-Architektur, das in Deutschland verkauft wird.

Google verspricht zudem ein sicheres Gerät: Mit Softwareaktualisierungen und Viren soll sich der Nutzer nicht beschäftigen müssen, Aktualisierungen werden laufend automatisch durchgeführt, ein Virenschutz ist integriert.

Dafür zahlt der Nutzer mit seinen Daten. Um das Chromebook zu nutzen, muss man sich bei erstmaliger Anmeldung mit einem Google-Konto registrieren. Wer keines hat, darf sich als "Gast" einloggen, muss dann aber damit leben, dass er den Laptop ausschließlich zum Surfen benutzen kann. Vorinstalliert für Gastnutzer ist lediglich der Browser Google Chrome. Alle anderen Anwendungen muss sich der Gast über den Chrome Web Store holen. Spätestens dann muss auch er ein Google-Konto führen. Denn Anwendungen anderer Anbieter wie Skype oder der Adobe Reader werden beim Download entweder blockiert – mit Verweis auf den Chrome Web Store – oder sind mit Chrome OS nicht kompatibel.

Leserkommentare
  1. wenn man mobil unterwegs ist, geht mit dem Gerät ganz schön traffic verloren. Hier könnte man z.B. adblock installieren um unnötigen Traffic zu vermeiden.

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  2. ...aber man kann sich natürlich auch befreien:
    http://www.howtogeek.com/...

    2 Leserempfehlungen
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    Natürlich lässt Google dies bewusst zu, sonst gäbe es im developer mode nicht die Option die Betriebssystem-Verifikation zu deaktivieren. Das ist ein bewusst integriertes, wenn auch nicht beworbenes feature.

  3. Eine Art Ultrabook für 299 Euro ist prinzipiell eine klare Ansage. Dass das Betriebssystem nur wenige Abnehmer findet, ist jedoch nicht verwunderlich. Auch die Möglichkeit, dank Linux einen vollwertigen Computer aus dem Gerät zu machen, ändert nichts daran, dass das Chromebook ein Nischenprodukt ist. Erst ein Windows-OS würde das ändern ─ und trotzdem nur eine Minderheit der technisch versierten Nutzer ansprechen.

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    Das Problem ist doch, dass der Nutzer denkt, er bräuchte Windows um den Firefox-Button zu klicken. Was Anderes, im besten Fall noch Fotos archivieren oder ein E-Mail Tool, nutzen die allermeisten Nutzer auf ihrem Rechner nicht. Das geht zu 100% auch mit Linux.

    • sane
    • 14. Mai 2013 4:46 Uhr

    Denke mal Samsung und Google koennen mit der 'Nische', mit der sie seit Monaten die Best Sellers Liste der Laptops bei Amazon.com anfuehren ganz gut leben.

  4. Das Problem ist doch, dass der Nutzer denkt, er bräuchte Windows um den Firefox-Button zu klicken. Was Anderes, im besten Fall noch Fotos archivieren oder ein E-Mail Tool, nutzen die allermeisten Nutzer auf ihrem Rechner nicht. Das geht zu 100% auch mit Linux.

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    • reichl
    • 13. Mai 2013 22:16 Uhr

    Kein Computer ist so sicher wie ein Chromebook.

    Das liegt daran, dass man auf einem Chromebook keine Software installieren kann. Es läuft einfach nur der von Google hervorragend gepflegte Chrome Browser darauf.

    Jedes mal wenn ein Chromebook neu gestartet wird, wird die auf dem Chromebook installierte Software auf Veränderungen geprüft. Ein veränderte Software hat keine Chance gestartet zu werden.

    Bei anderen Computern gibt es diese Prüfung nicht bzw. diese Prüfung kann nicht die gesamte Software umfassen, weil der Benutzer ja eigene Programme installieren kann. Diese Sicherheitslücke entfällt beim Chromebook.

    Das Chromebook ist der einzige Computer auf dem ich sorgenfrei Online Banking betreiben kann.

    Dabei ist man nicht nur auf Google Anwendungen beschränkt. Man kann alles machen was man im Internet machen kann: Microsoft Office 365 läuft zum Beispiel genauso darauf obwohl Google und Microsoft Konkurrenten sind.

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    Völliger Unsinn.

    1. Jeder Industriecomputer mit eigens geschriebenem OS ist sicherer.

    2. Eine Abgabe aller Daten in die Cloud eines (US-) oder mehrerer (US-)Unternehmen ist alles andere als sicher.

    3. Es gibt kein 100% sicheres System. Wird es auch nie geben.

    4. Ein schlankes Linux basiertes System ist auf jeden Fall vorzuziehen (z.B. ArchLinux). Das ist relativ sicher und man hat die volle Kontrolle über seine Daten.

    • reichl
    • 14. Mai 2013 11:42 Uhr

    1. Ein eigens geschriebenes Betriebssystem (OS) ist keine Alternative für einen normalen Benutzer.

    2. Das Speichern in der Cloud ist in der Regel sicherer als das Speichern zu Hause. Wie viele Leser der Zeit haben zur Zeit ein aktuelles Backup ihrers Notebooks? Ich vermute weniger als die Hälfte.
    Man muss seine Daten übrigens nicht bei Google speichern. Man kann genau so auch andere Dienstleister nutzen.

    3. OK, das Chromebook ist nicht 100 % sicher (habe ich auch nicht behauptet). Aber es ist sicherer als Windows, OS X (Macintosh), Linux, Android oder iOS (iPhone, iPad). Bei einem Chromebook wird die GESAMTE Software bei JEDEM Neustart VOLLSTÄNDIG überprüft. Das gibt es sonst nirgends.

    4. Das ein Chromebook auch sicherer als ein schlankes Linux ist liegt daran, dass man auf einem Chromebook keine Anwendungen installieren kann. So kann man auch keine Viren und Trojaner installieren. Anders als bei einem schlanken Linux. Eigentlich ist ein Chromebook ein schlankes Linux mit zusätzlicher Sicherheit durch ein TPM.

    Fazit:
    Für einen normalen Benutzer gibt es keine sicherere Möglichkeit ins Internet zu gehen als mit einem Chromebook.

    • ja-nee
    • 01. September 2013 15:08 Uhr

    schon...aber nie sicher. es gibt kein betriebssystem, welches kein protokoll anfertigt. insofern werden alle daten die über eine ip laufen gedoppelt und gespeichert. und das mehr als nur einmal...wo ? zu erst bei ihrem dienstanbieter, der jede site kennt die sie im internet besucht haben. das diese protokolle aber mehr details speichern als " nur" die site ist ja bekannt. das cromebook speichert das ganze nicht auf einer festplatte, sondern im internet. also mehr als bedenklich. leider ist dieser trend der persönlichen transparenz nicht mehr aufzuhalten und wir alle helfen noch kräftig mit dabei...

  5. Was soll ich denn mit so einem Scheissding? Da ist ja nicht mal Windows drauf

  6. Natürlich lässt Google dies bewusst zu, sonst gäbe es im developer mode nicht die Option die Betriebssystem-Verifikation zu deaktivieren. Das ist ein bewusst integriertes, wenn auch nicht beworbenes feature.

  7. Völliger Unsinn.

    1. Jeder Industriecomputer mit eigens geschriebenem OS ist sicherer.

    2. Eine Abgabe aller Daten in die Cloud eines (US-) oder mehrerer (US-)Unternehmen ist alles andere als sicher.

    3. Es gibt kein 100% sicheres System. Wird es auch nie geben.

    4. Ein schlankes Linux basiertes System ist auf jeden Fall vorzuziehen (z.B. ArchLinux). Das ist relativ sicher und man hat die volle Kontrolle über seine Daten.

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    4. Ein schlankes Linux basiertes System ist auf jeden Fall vorzuziehen (z.B. ArchLinux).

    [ ] Sie wissen, das ChromeOS auf Linux aufsetzt?

    ^^

    Tut mir leid, aber da muß ich Ihnen widersprechen. Ich würde nicht Arch Linux empfehlen, da sich dort erstens zu viele Anfänger tummeln, die von Ubuntu kommen; zweitens, da Arch Linux einfach auf Systemd umgestellt hat ohne Murren, was schon ein starkes Stück ist. Drittens sind die Pakete wenig getestet, erst heute habe ich KDE installiert und Kmail wollte nicht starten, da eine libgsasl oder ähnlich fehlte, erst nach einschalten der Testing-Repositories funktionierte es, aber das kann ja nicht wahr sein, oder? Dass man Testing einschalten muss, ist schon ein starkes Stück.

    Daher empfehle ich Debian: hier sind die Pakete immens getestet, man bekommt ein durch und durch abgestimmtes System. Aber wenn schon Debian, warum nicht gleich Ubuntu? Hier bekommt man sogar 5 Jahre Support, oder aber Versionen mit neueren Paketen als in Debian stable. Muß wohl jeder für sich entscheiden.
    (Persönlich würde ich ja am liebsten Windows 8 draufklatschen, da es meiner Meinung nach das gelungenste Betriebssystem ist, das je entwickelt worden ist: all der Kritik zum Trotz, die Kacheln sind genial.)

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