Vielleicht besteht ja doch Hoffnung. In Ländern wie Großbritannien oder Indien gibt es in Zügen und sogar in Bussen offenes und ungestörtes WLAN, in Deutschland oft nicht einmal Handyempfang auf den prestigeträchtigen Schnelltrassen des ICE, geschweige denn drahtloses Internet.

Die Bahn arbeitet an beiden Problemen. Zumindest teilte sie gerade mit, ab sofort bestehe auf insgesamt 3.000 Kilometern ICE-Strecke Internetempfang, doppelt so viel wie bisher. Fünf neue Strecken würden nun von Zügen befahren, die mobilen Netzempfang böten: Hamburg-Berlin, Frankfurt-Nürnberg-München, Dortmund-Hannover-Berlin, Göttingen-Wolfsburg und Fulda-Würzburg.

Bislang waren in 69 Zügen die Empfangs- und Sendestationen verbaut, nun seien 90 ICE-Züge mit der Hotspot-Technik ausgestattet, heißt es in einer Mitteilung. Bis Ende des Jahres sollen es 180 Züge sein, insgesamt dann 255. Bis Ende 2014, Anfang 2015 werde das gesamte ICE-Netz diesen Dienst bieten, verspricht die Bahn.

Das System dazu heißt im Bahnsprachgebrauch Railnet. Die Züge werden mit Funkempfängern ausgestattet, um sie zu Hotspots zu machen. Gleichzeitig baut die Telekom ihre Mobilfunkmasten entlang der Strecke aus. Ältere Ausbaustufen basierten auf UMTS, die neuen Züge würden jedoch mit LTE ausgerüstet, so die Bahn. Bis zu sechs Megabit Download sollen damit pro Gerät möglich sein.

Auch Handyempfang soll besser werden

Das kostet Zeit und Geld. Und es bedeutet, dass es nichts nutzt, in einem Zug mit Hotspot-Funktion zu sitzen, wenn er auf der falschen Strecke fährt – oder auf der richtigen Strecke zu fahren, wenn der Zug diese Hotspotfunktion nicht hat. Daher genügt es im Zweifel nicht, das Hotspot-Logo am Zug zu sehen, um Internetempfang zu haben.

Außerdem kostet der Zugang Geld. Das mobile Netz der Bahn ist nur für einige Telekomkunden kostenlos. Sie müssen in ihrem Tarif die Funktion "Hotspot-Flatrate" haben, dann können sie sich im Zug einloggen und surfen. Wer das nicht hat, muss bei der Bahn einen Zugang kaufen. Das geht online mithilfe der Kreditkarte, als Telekomkunde auch über eine SMS an die Nummer 9526.

Auch an dem zweiten Problem arbeitet die Bahn nach eigener Aussage: am besseren Handyempfang in Zügen. Auch der hängt vom Ausbau der Funkmasten entlang der Strecke und von der Bauart der Züge ab. Durch ihre Metallhaut und dank der metallbedampften verspiegelten Scheiben blockieren Züge Mobilfunkstrahlung relativ gut.

Um das zu umgehen, müssen spezielle Antennen eingebaut werden, die das Funksignal verstärken, sogenannte Intrain-Repeater. In ICE ist die Versorgung damit schon relativ gut, nun will die Bahn mehr IC-Züge ausrüsten. Ungefähr 370 Wagen der zweiten Klasse sollen bis Ende 2014 mit LTE-fähigen Repeatern bestückt werden. Weitere 120 Wagen, in denen bereits ältere Repeater arbeiten, würden bis dahin umgerüstet auf LTE.

Damit ist die Zeit der stundenlangen Funklöcher wohl bald wirklich vorbei – und damit auch die der Klagen