Android : Google will in den Kühlschrank

Angeblich entwickelt Google eine Smartwatch und eine Spielekonsole. Das ist aber nur der Anfang. Android soll zum Betriebssystem des Internets der Dinge werden.
900 Millionen Android-Geräte wurden bislang aktiviert – das gab Google zuletzt auf seiner Entwicklerkonferenz bekannt. © Justin Sullivan/Getty Images

Google will sein mobiles Betriebssystem Android allgegenwärtig machen. In Zukunft sollen Armbanduhren, Spielekonsolen, aber auch Haushaltsgeräte wie Kühlschränke mit Android betrieben werden. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf anonyme Insider.

Schon jetzt sind drei von vier verkauften Smartphones Android-Geräte, bei Tablets liegt der Marktanteil bei rund 56 Prozent. Die Verbreitung des Systems in anderen Geräten wäre ein logischer Schritt für Google. Denn damit wäre der Konzern Teil der nächsten Entwicklungsstufe der Vernetzung – des sogenannten Internets der Dinge.

Der Weg dahin führt derzeit über das Handgelenk der Nutzer. Mit einer selbst entwickelten Smartwatch wolle Google vor allem dem direkten Konkurrenten Apple zuvorkommen, heißt es in dem Bericht. Das Gerücht, Apple arbeite an so einer Uhr, die als Ergänzung zum Smartphone dient, kursiert seit Monaten. Patentanträge von Apple deuten ebenfalls darauf hin. Apple-CEO Tim Cook hatte selbst mehrfach angedeutet, dass solche neuen Gerätekategorien interessant für sein Unternehmen seien.

Es gibt auch schon erste Android-Smartwatches. Gerade erst hat Sony die zweite Generation seiner Smartwatch vorgestellt. Sie soll im Herbst in den Handel kommen, 200 Euro kosten und per Bluetooth mit Android-Smartphones kommunizieren. So kann mit der Uhr zum Beispiel der Mediaplayer des Smartphones bedient werden. Auf dem Display werden zudem Anrufe, SMS, Termine, E-Mails, der Wetterbericht und Nachrichten aus sozialen Netzwerken angezeigt.

Google will aber angeblich ein eigenes Modell entwerfen und vermarkten.

Patrick Beuth

Patrick Beuth ist Redakteur im Ressort Digital bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Bei Spielekonsolen könnte es ebenfalls einen Konkurrenzkampf mit Apple geben, schreibt die Zeitung. Weil das Geschäft mit Android-Games so stark wachse, wolle Google das nutzen, um eine eigene Konsole anzubieten. Das Unternehmen rechne damit, dass Apple vergleichbare Pläne habe.

Mit der über Kickstarter finanzierten Ouya gibt es bereits eine Android-Konsole. In ersten Tests ist sie aber mehr oder weniger durchgefallen. Google könnte es dank seines großen Budgets besser machen.

Angeblich arbeitet Google auch an einem Update seiner Unterhaltungskugel Nexus Q. Die hatte das Unternehmen in einer ersten Version bereits im vergangenen Jahr vorgestellt. Das Gerät sollte es erlauben, Filme aus dem Internet auf einen Fernseher oder Musik aus dem Netz auf eine HiFi-Anlage zu streamen. Es kam allerdings nie auf den Markt.

Dem Bericht nach soll mindestens eines der drei Geräte – Uhr, Konsole oder Nexus Q – bis zum Herbst verkaufsfertig sein. Dann soll auch die nächste Version von Android ausgerollt werden, Codename Key Lime Pie. Sie soll sich besonders für günstige Smartphones eignen, die auf sogenannte aufstrebende Märkte zielen, also ärmere Länder.

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