E-BooksApple wegen illegaler Preisabsprachen verurteilt

Ein New Yorker Gericht hat den Konzern verurteilt, gemeinsam mit fünf Verlagen Preisabsprachen getroffen zu haben. Dabei habe Apple eine "zentrale Rolle" gehabt.

Apple ist wegen wettbewerbswidriger Preisabsprachen für elektronische Bücher von einem New Yorker Gericht schuldig gesprochen worden. Über Strafe und Schadenersatz soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Apple habe sich mit Verlagen zusammengetan, um die Preise für E-Books nach oben zu treiben, schrieb Richterin Denise Cote in ihrer Entscheidung.

"Apple spielte eine zentrale Rolle beim Aufbau und der Ausführung dieser Verschwörung", heißt es in dem Urteil. Die Absprachen seien nur deshalb so erfolgreich gewesen, "weil Apple sie organisiert hat". Ein Mitarbeiter des Justizministeriums sagte: "Diese Entscheidung ist ein Sieg für fünf Millionen Verbraucher, die elektronische Bücher lesen."

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Die fünf Verlage waren Hachette Livre, Harper Collins, Simon & Schuster, Penguin sowie der zur deutschen Holtzbrinck-Gruppe gehörende Verlag Macmillian. Sie alle hatten sich mit der US-Justiz geeinigt und teilweise ihre Preise gesenkt.

Ein Apple-Sprecher sagte dem Blog All Things D: "Wir haben nichts Unrechtes getan und werden gegen die Entscheidung der Richterin in Berufung gehen." Der Start der E-Book-Plattform von Apple habe dem Kunden mehr Auswahl gebracht, während Amazon die Verlagsbranche zuvor "monopolistisch im Griff gehabt" habe. 

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Leserkommentare
  1. lichkeit sieht dann doch wohl etwas anders aus.

    Keine Überraschung, eigentlich.

    Und weil wir dabei sind:
    Genau gesehen Ist Apple ein Symptom dafür, dass auch Regierungen ihre Lektion aus 1984 gelernt haben - wenn schon Überwachung Und Kontrolle, dann muß sie schön aussehen.

    Eine Leserempfehlung
    • otto8
    • 11. Juli 2013 15:34 Uhr

    Ist ja immer interessant, wie bei jedem Fall, auf dem Apple oder Google draufsteht, sofort das Klischee des allmächtigen Monopolisten beschworen wird, der angeblich frei schalten und walten kann. Mal abgesehen von rechtlichen Formalia (Apple wurde verurteilt, weil es sich gewehrt hat, während potente Verlage, die sich gute Anwälte leisten können, ihre Schuld von vornherein eingestanden haben, um billiger davonzukommen):

    In wessen Interesse waren denn die erhöhten Preise?

    Doch wohl eher im Interesse der Verlage, die den Digitalmarkt noch immer scheuen, wie der Teufel das Weihwasser. Apple brauchte die Inhalte in erster Linie, um den Nutzen seiner Geräte zu steigern, mit deren Verkauf sie ihr hauptsächliches Geld verdienen. Bei der Musikindustrie lief es damals ähnlich. Die hat sich Ewigkeiten gegen geringere Preise für digitale Songs gewehrt und diese mit Kopierschutz verunstaltet, bis Apple kam und dem verbraucherfeindlichen Unsinn ein Ende bereitete. Apple also treibende Kraft hinter erhöhten E-Book-Preisen? Ich vermute dahinter eher die Verlage, die nun mal auf den Exklusivrechten der Inhalte sitzen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters, nsc
  • Schlagworte Apple | Amazon | E-Book
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