Der erste Test ist nach etwa sechs Sekunden beendet. "Hässlich", lautet das nicht sehr technische, dafür aber ehrliche Urteil der Dame des Hauses. Die anderen Mitglieder der Familie reagieren ähnlich skeptisch auf das Alcatel One Touch Fire. Der Teenager findet, der Touchscreen reagiere zu langsam, die Kunststoffhülle fühle sich billig an. Auf den Achtjährigen wirken die Spiele "total altmodisch". Und selbst der Anderthalbjährige legt das Gerät schnell wieder aus der Hand und verlangt nach dem Smartphone mit der Frauenstimme.

Dabei ist der Jüngste nicht der einzige in diesem Experiment, der sich lebhaft für den Fuchs auf dem Startbildschirm interessiert. Das Alcatel-Gerät ist das erste Smartphone auf dem deutschen Markt mit dem Betriebssystem Firefox OS. Und das soll schließlich nicht weniger als "die Welt verändern".

So vollmundig war es zumindest vor einigen Monaten auf dem Cover der deutschen Ausgabe des Fachmagazins Wired zu lesen. Das Handybetriebssystem der gemeinnützigen Mozilla Foundation basiert auf dem gleichnamigen Internetbrowser. Und wie schon der Browser, der die Marktdominanz des Internet Explorers beendete, soll Firefox OS das Internet freier machen. Firefox OS soll ein Gegengewicht zu Apples iOS und Googles Android werden.

Es braucht allerdings reichlich Phantasie, um an diese Vision zu glauben, wenn man nur das Alcatel One Touch Fire in der Hand hält. Rein technisch ist der Abstand zu den aktuellen Top-Modellen von Samsung, HTC, LG oder Apple deutlich fühlbar. Das betrifft schon die Verarbeitung, bei der das Alcatel um Längen hinter die Konzern-Flaggschiffe zurückfällt.

Auch die technischen Kenndaten sind nicht unbedingt state of the art: Die Kamera etwa schießt Fotos mit 3,2 Megapixeln, Standard sind derzeit mindestens 8 Megapixel. Der interne Speicher umfasst nur 512 Megabyte, kann aber immerhin mit MicroSD-Speicherkarten auf 32 Gigabyte erweitert werden. Die App für den Ukw-Radioempfang, die prominent in der Startleiste platziert ist, mag praktisch sein und funktioniert auch tadellos, wirkt aber im Jahr 2013 eher kurios.