tl;dr (too long; didn't read)

Für wen ist das HTC One M8 gemacht? Für Ästheten, die für ein Premium-Smartphone 680 Euro ausgeben. Was sind seine größten Stärken? Design, Display, Sound und für alle, die gerne Fotos verfremden, auch die Kamerafunktionen. Und seine größte Schwäche? Die Qualität der Fotos. Andere Hersteller bauen bessere Smartphone-Kameras. Was wäre eine geeignete Alternative? Potenziell das Samsung Galaxy S5, das Sony Xperia Z2 oder das LG G Pro 2, wenn es denn in Deutschland auf den Markt kommt.

"Ein Tag mit ..." nennen wir von nun an unsere Techniktests auf ZEIT ONLINE. Einen Tag lang nutzen wir unsere Testgeräte so, wie wir es auch im Alltag tun würden, bitten Kollegen oder Freunde um ihre Meinung und arbeiten uns durch die Menüs und Funktionen. Wir beginnen mit dem neuen HTC One, auch HTC One M8 genannt. Das neue Spitzenmodell der Taiwaner ist ein Kandidat für das beste Android-Smartphone des Jahres, entsprechend hoch sind die Erwartungen auf allen Seiten.

Über das Äußere gibt es keine zwei Meinungen. Das HTC One M8 ist mehr als nur ein Hingucker. Es ist ein Anfasser. Mancher streicht geradezu ehrfürchtig über die metallene Hülle des neuen HTC-Referenzmodells. Beim Design hat das taiwanische Unternehmen offensichtlich alles richtig gemacht. (Wer es noch etwas schwärmerischer mag, dem sei der Artikel des Kollegen David Pierce von The Verge empfohlen.)

Der Preis für die sauber verarbeitete Aluhülle: 160 Gramm Gewicht. Das sind 15 Gramm mehr als das Galaxy S5 hat und sogar fast 50 Gramm mehr, als das iPhone 5S wiegt. Ob das ein Zeichen für Wertarbeit ist, einfach nur "schwer" oder gar "ein Klotz", muss jeder für sich wissen. 

Fünf Zoll Bildschirmdiagonale liegen dagegen im Bereich der derzeitigen Standardmaße von Oberklasse-Smartphones, abgesehen vom deutlich kleineren iPhone. Das Display des M8 ist zudem brillant. So brillant, dass eine Kollegin auf den ersten Blick glaubt, es handele sich um einen Fotoaufkleber auf dem Bildschirm, nicht um das eigentliche Display. Die Kombination aus Größe und Darstellungsqualität jedenfalls lässt die Frage aufkommen, wie man es jemals mit diesem winzigen iPhone ausgehalten hat.

Einziger Kritikpunkt am Design wäre noch der vergleichsweise schwer zugängliche Powerbutton auf dem oberen Rand – wenn man ihn denn abseits vom kompletten Ein-und Ausschalten des Geräts bräuchte. Braucht man aber nicht. Zum Aufwecken des Bildschirms reicht ein zweifaches Klopfen auf das Display. Um jemanden anzurufen, hebt man das Smartphone im Hochformat an und streicht mit dem Finger von oben nach unten – wen man anrufen will, sagt man dann einfach laut. Um die Kamera direkt aus dem Ruhezustand zu aktivieren, reicht es, das Gerät im Querformat anzuheben und auf die Lautstärketaste zu drücken.

Pfiffige Hülle als Zubehör

HTC bietet als Zubehör eine DotView genannte Schutzhülle an. Deren perforierte Front zeigt Uhrzeit, E-Mail-Benachrichtigungen und das Wetter in stilisierter Form an, wenn Nutzer zweimal auf die Oberfläche klopfen. Also ist es auch mit Hülle nicht nötig, den Powerbutton zu betätigen. Öffnet man die Hülle, schaltet sich das Display ohnehin selbst ein. Die Frage ist nur, ob man so ein schönes Smartphone überhaupt in einer Hülle verstecken will.

Das Betriebssystem ist Android 4.4.2 alias KitKat. Seine darauf aufgesetzte Bedienungsoberfläche nennt HTC "Sense", im M8 ist es die Version 6.0 – vom Unternehmen auch "Sixth Sense" genannt. Die ist einem unveränderten Android wie bei den Nexus-Modellen von Google beziehungsweise LG nicht unähnlich. Wer mit einer Standardversion von Android klarkommt, findet sich auch in Sense 6.0 zurecht. Sollte es bald eine Google-Play-Version des M8 geben, also eine ohne Sense-Oberfläche, wäre das aber eine Alternative für Puristen.

Geschmackssache ist wie schon beim Vorgängermodell der sogenannte Blinkfeed. Der von HTC als Startseite konzipierte, bildlastige und sich selbst aktualisierende Nachrichtenstrom kann Twitter-, Facebook- oder Instagram-Inhalte, Fitbit-Daten, Termine und aktuelle Nachrichten anzeigen. Die Auswahlmöglichkeiten für harte News sind allerdings beschränkt. Wer eine klassische Startseite mit Apps und Widgets bevorzugt, kann den Blinkfeed einfach deaktivieren.