Facebook koppelt seine Chat-Funktion weltweit von der allgemeinen Smartphone-App ab. Der bereits im April angekündigte Schritt werde nun international umgesetzt, teilte das Unternehmen mit. Damit kommt demnächst auch Deutschland an die Reihe, nachdem die Umstellung zunächst nur in einigen Ländern griff. Nutzer sollen mit Mails und Nachrichten darauf hingewiesen werden.

Facebook begründet den Schritt mit der angeblich besseren Bedienbarkeit und weitergehenden Funktionen des Messengers. Die App werde bereits von etwa 200 Millionen Menschen weltweit genutzt, täglich würden damit rund zwölf Milliarden Nachrichten versandt, berichtete TechCrunch

Dabei sei beobachtet worden, dass Nutzer des Messengers wesentlich schneller antworteten als über die allgemeine App. Zudem hätten sie öfter Videos, Fotos, Audios oder Sticker versandt und häufiger Angebote wie Gruppen-Chats genutzt. Außerdem hat das Unternehmen wohl wenig Interesse daran, zwei Messenger-Dienste parallel weiterzuentwickeln.

Viel wichtiger als die bessere Bedienbarkeit dürfte für Facebook aber die mögliche Integration anderer mobiler Dienste und Features wie Slingshot oder WhatsApp sein. Auch eine Bezahlfunktion über die App erscheint möglich. Zudem schloss Facebook-Chef Mark Zuckerberg im Gegensatz zur Website nicht aus, für die neue App Geld zu verlangen.

Mobile Nutzung wird für das Unternehmen immer wichtiger. Zuletzt stiegen die Zugriffszahlen vor allem dank mobiler Nutzer. Mehr als eine Milliarde Menschen greifen über Smartphones und Tablets auf das Netzwerk zu. Auch der Umsatz stieg zuletzt vor allem wegen zunehmender Werbeeinnahmen auf solchen Geräten. CEO Zuckerberg kündigte an, stark in neue Geschäftsbereiche investieren zu wollen.

Allerdings ist nicht klar, ob Nutzer tatsächlich zwei Facebook-Apps auf dem Smartphone bedienen möchten. Viele lehnten bislang den Download des Messengers ab.