Soundhawk-System mit Mikrofon © Soundhawk

Soundhawk ist nicht der erste Anbieter solcher Geräte. Aber zwei Vorteile hat das System aus Cupertino: Erstens haben die Geräte von Konkurrenten wie Soundworld Solutions oder Able Planet kein Mikrofon, das man irgendwo im Raum platzieren könnte. Sie verlassen sich allein auf die Technik im Ohr.

Zweitens sieht der Soundhawk im Vergleich zu gängigen Hörgeräten, aber auch zu anderen "Persönlichen Geräusch-Verstärkern" einigermaßen ansprechend aus. Er ist kleiner als ein Bluetooth-Headset zum Telefonieren. Und er hat kein Bauteil, das hinters Ohr geklemmt werden müsste. Soundhawk will offenbar vermeiden, dass seine Kunden für Hörgeräteträger gehalten werden.

Das Kalkül: Wer sich mit einer technischen Hörhilfe stigmatisiert fühlt, greift vermutlich eher zu einem möglichst unauffälligen Gerät. Das könnte allerdings auch dazu führen, dass sich Menschen einen Soundhawk kaufen, die eigentlich ein richtiges Hörgerät bräuchten – zumal das Soundhawk-System mit derzeit 279 US-Dollar deutlich günstiger als ein Hörgerät ist.

Ausgeliefert werden soll das System im Spätsommer, zunächst nur in den USA. Soundhawk prüft aber schon, in welchen anderen Ländern sich der Markteinstieg lohnen könnte.

Übrigens lässt sich das System auch zweckentfremden. Nutzer können den Scoop einfach auf die Gespräche von Umstehenden ausrichten, die nichts davon wissen. Und wer das Mikrofon auf dem Nachbartisch im Restaurant versteckt, kann die Gespräche dort unbemerkt belauschen. "Dafür haben wir unser Produkt nicht entwickelt", teilt Soundhawk mit. Dass es missbraucht werden kann, räumt das Unternehmen aber ein. Dann könnte man es Abhörgerät nennen.