Smartphones werden oft als Digitalkamera-Ersatz verwendet. Sie sind immer dabei, bieten mittlerweile Auflösungen wie herkömmliche Kompaktkameras und sind leicht zu bedienen. Doch wer seine Erinnerungen damit konservieren will, verlangt eine gute Bildqualität. In der Vergangenheit konnten diese Erwartungen nur bei optimalen Lichtverhältnissen erfüllt werden. Golem.de hat vier aktuelle Smartphones von Nokia, Samsung und Apple gegeneinander antreten lassen und zeigt, welche Eingriffe die Kamera-Apps der Hersteller mittlerweile bieten. Anwendungsbeispiele sehen Sie in der Bildergalerie oben.

Samsung Galaxy S5

Die im oberen Drittel des Samsung Galaxy S5 mittig angeordnete Kamera erreicht eine Auflösung von 16 Megapixeln und ist hinter einem hervorstehenden Frontglas verborgen. Eine Abdeckung gibt es nicht, dafür einen zweifarbigen LED-Blitz. Ihr Autofokus kann mit einem Fingerzeig auf dem Display auf einen beliebigen Bildbereich gesetzt werden.

Er arbeitet mit einer Kombination aus Kontrastvergleichs- und Phasendetektorsystem und stellt enorm schnell scharf, doch dazu sind gute Lichtverhältnisse erforderlich. In schummrigen Situationen kann der Blitz helfen, doch dieser kann die Stimmung in den Aufnahmen negativ beeinflussen und stört auch diejenigen, die auf diese Weise abgelichtet werden, mitunter sehr.

Der 1/2,6 Zoll große Sensor wurde in Isocell-Technik gefertigt, was den Crosstalk zwischen den benachbarten Pixeln reduzieren soll. Das soll sich positiv auf das Rauschverhalten auswirken. Das Objektiv kommt auf eine auf Kleinbild umgerechnete Brennweite von 31 Millimetern bei f/2,2.

Die Bedienung

Der Fotomodus wird durch die entsprechende App aufgerufen und bietet in den Einstellungen zahlreiche Motivprogramme. Sie reichen von einem Porträtmodus mit Gesichtsretuschierung über Mehrfachbelichtungen für bewegte Motive, Panoramen bis hin zu einer virtuellen Tour. Dabei werden Kugel-Panoramen aufgenommen, in denen sich der Anwender beim Betrachten bewegen kann. Darüber hinaus können wie bei einer Kompaktkamera die Bildgröße, die Serienbildfunktion und die Bildstabilisierung aktiviert werden. Wer will, kann auch den ISO-Wert und die Belichtungs-Messmodi auswählen. Selbstauslöser, Blitzfunktionen und ein HDR-Modus mit Mehrfachaufnahme gibt es ebenfalls.

Unterschiedliche Bildeffekte können ebenfalls auf Fotos und Videos angewendet werden - mit einer Einschränkung: Im 4K-Modus schafft es die Kameraelektronik nicht auch noch, Bildeffekte dazuzurechnen. Das Samsung S5 ist das einzige Handy des Testfeldes, das 4K-Videos aufnehmen kann. Ein kurzes 4K-Testvideo (231 Megabyte) bieten wir zum Download oder zum Übertragen in die eigene Dropbox an.

Die Bildqualität

Schönwetter-Aufnahmen gelingen mit der Samsung-Kamera in hoher Qualität, mit durchzeichneten Schatten, guter Schärfe und mit ausgeglichener Belichtung. Ausgerissene Lichter sind selten, dafür belichtet die Kamera etwas konservativ. Manchmal werden die Bilder so zu dunkel. Auch die Farbabstimmung wirkt natürlich, auf dem AMOLED-Display gelegentlich etwas zu poppig, doch am Rechner stimmt alles wieder. Die Detailwiedergabe in den 16-Megapixel-Fotos (5.312 mal 2.988 Pixel) könnte aber noch etwas besser sein. Chromatische Aberrationen (Farbsäume), die früher oft ein Problem bei Smartphones darstellten, sieht man praktisch nicht mehr. Hier leistet vermutlich die Kameraelektronik gute Dienste und rechnet diese Abbildungsfehler heraus. Die HDR-Fotofunktion kann helfen, wenn die Kontrastunterschiede im Bild sehr stark sind und helle Partien sonst keine Bildinformationen mehr beinhalten würden.

Bei schlechtem Licht stören in den Aufnahmen starke Detailverluste. Manchmal wirkt es fast so, als seien die Fotos unscharf. Dieser matschige Bildeindruck enttäuscht, weil Samsung durch die Isocell-Technik eigentlich mehr Rauscharmut versprochen hat.

Besonders gut gefallen haben uns aber die Makrofähigkeiten der Samsung-Kamera. Hier liegt der Fokus mit großer Präzision dort, wo ihn der Fotograf per Finger gesetzt hat und die Detail- und Farbwiedergabe ist von durchschnittlichen Digitalkameras kaum zu unterscheiden.

Beim Filmen bietet die Samsung Galaxy S5 sowohl einen Full-HD als auch einen 4K-Modus. Bei guten Lichtverhältnissen gefällt vor allem die 4K-Aufnahme, die eine sehr gute Schärfe und Farbausgewogenheit hat. Aus den einzelnen Frames lassen sich dann durchaus 8 Megapixel große Standbilder ziehen. Der Ton ist gerade im Freien nicht optimal. Selbst leichter Wind verursacht deutlich wahrnehmbare Störgeräusche.