Ergebnis der Netztests von connect in Deutschland © connect

Die mobile Internetnutzung nimmt stark zu, so steht es in jeder Untersuchung zum Thema, zum Beispiel in der ARD/ZDF-Onlinestudie und einer gestern veröffentlichten Studie der Initiative D21. Die Entwicklung erfordert leistungsfähige Netze. Aber welches ist das beste? Bei welchem Anbieter können Kunden mit der schnellsten Datenübertragung, der größten Netzabdeckung und beim Telefonieren mit der höchsten Sprachqualität rechnen? Die Zeitschrift connect testet das jedes Jahr aufs Neue. Der Sieger ist 2014 der gleiche wie schon in den drei Jahren zuvor die Telekom. Sie bekommt als einzige die Note "sehr gut".

Aber Vodafone ist in mancher Hinsicht gleichauf und auch O2 und E-Plus werden besser. Das ist das Ergebnis des diesjährigen Netztests. Zwar mag das nicht überraschen, aber ein Blick auf die Einzelheiten lohnt sich.

So gewinnt die Telekom wegen ihrer überlegenen Netzabdeckung und der höchsten Downloadrate, die im Test zwischen 8,4 und 30 Megabit pro Sekunde lag. Vodafone erreichte die Download- und Upload-Werte der Telekom nicht ganz, vor allem in einigen Kleinstädten haperte es mit der schnellen Internetverbindung. Beim Laden etwa von YouTube-Videos oder beim Upload von Fotos macht sich das bemerkbar. 

Weil Vodafone aber in den Metropolen bei Telefonie und Internet vergleichbare Ergebnisse wie die Telekom abliefert und auf Straßen als einziger Konkurrenz wenigstens ansatzweise mit den Datendurchsätzen der Telekom mithalten kann, landet das Unternehmen auf dem zweiten Platz, mit der Note "gut".

© connect

O2 attestieren die Tester eine "ordentliche Datenperformance". Die Großstädte versorgt O2 mittlerweile mit LTE, die Messwerte haben sich im Vergleich zu früher deutlich verbessert. E-Plus kann da nicht mithalten. Nur knapp jede zweite Messung in den Großstädten lief über LTE, in Kleinstädten und auf den Verbindungsstraßen noch deutlich weniger. Dafür sind die Telefoniewerte – vor allem Sprachqualität und Rufaufbauzeit – besser als die von O2. Beide bekommen die Note "befriedigend".

Das sollte aber nur als Zwischenergebnis angesehen werden, denn nach der mittlerweile abgeschlossenen Fusion von O2 und E-Plus werde die Netze der beiden zusammengelegt, was sich schon im kommenden Jahr bemerkbar machen könnte – im positiven wie im negativen Sinn. Das Netz wird im Optimalfall dichter und leistungsstärker werden, aber auch technische Probleme, unter denen die Kunden zu leiden haben, sind nicht auszuschließen.

© connect

Erstmals haben die Tester auch die Mobilfunkverbindungen in den Zügen der Deutschen Bahn untersucht. Zwei Teams der Firma P3 communications waren mit Trolleys unterwegs, in denen ihre Messsysteme steckten. Das Ergebnis: Alle vier Netzbetreiber schneiden schlecht ab, die Telekom noch am wenigsten schlecht. Im Vergleich zum Empfang in Städten oder auf der Autobahn kann die Bahn nicht mithalten, was besonders ärgerlich ist, wenn auch das WLAN im ICE nicht zuverlässig funktioniert.

Das funktioniert in der Schweiz besser. Die Staatsbahn SBB und die Mobilfunkbetreiber arbeiten dort offenbar gut zusammen. Insgesamt landet die Telekom in der Schweiz nur auf dem vierten Platz, hinter Swisscom, Sunrise und Orange. In Österreich liegt A1 Telekom Austria vor der deutschen Telekom und dem Anbieter Drei.

45.000 Kilometer fuhren die connect-Tester quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz und nahmen 150.000 Einzelmessungen vor. In zwei Autos und an stark frequentierten Orten auch zu Fuß waren sie mit jeweils vier Smartphones unterwegs, um die Netzabdeckung und den Empfang in Groß- und Kleinstädten, deren Umland und auf den großen Verbindungsstraßen zwischen den Städten zu bewerten. Einen ähnlichen, wenn auch nicht ganz so groß angelegten Vergleich führten die Tester von Chip durch, die zu den gleichen Ergebnissen kamen.

Nicht gemessen wurde in sehr dünn besiedelten Gegenden. "Um repräsentative Ergebnisse zu erzielen, müssen wir dort testen, wo der größte Teil der Bevölkerung lebt", sagt Bernd Theiss, Leiter von Test und Technik bei connect. Und da viele ehemalige "weiße Flecken" auf der Netzabdeckungslandkarte vor allem durch den LTE-Ausbau von Telekom und Vodafone beseitigt wurden, könnten Messungen dort die Gesamtergebnisse verfälschen. Auch die Preise für die verschiedenen Dienste der Provider werden im Test von connect nicht berücksichtigt.